KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 120 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Borussen tragen, den Luxus und das „anmaßende Stutzertum" selbst in diesen exklusiven Kreis getragen haben? Man lache nicht! Möglich ist alles. Wer aus der" Tatsache, daß die „Deutsche Korpszeitung" in Frankfurt a. M. erscheint, so nebenher zu erweisen versucht, daß sie verjudet sei, dem ist auch solches zuzutrauen. Ein seltsames Gemisch von vernünftigen Erwägungen und unsinnigen Hetzereien, stellt ein Vortrag dar, den vr. Emil Wolfs im Aufträge des Geschästsführenden Ausschusses des A.D. B. auf dessen Pfingsttagung hielt („Burschenschäftliche Wege", Sonderheft, Juli 1921). Wolfs arbeitet mit dem Rüstzeug gemeinster antisemitischer Verleumdung. Man genieße folgende Stilblüten: ,/Die Propaganda der großen Wischen Presse beherrscht den deutschen Kunstgeschmack, geschäftstüchtige jüdische Theaterunternehmer werden zu genialen Befruchtern der deutschen Kunst gestempelt, und unsere Bühne, die nach Schiller's Ausspruch ja eine „moralische Anstalt sein sollte, wird zum pathologischen Seminar und zu einer Stätte überhitzter Erotik. Dramen, wie das Beer-Hosfmann's che „Jaakobs Traum" mit seiner maßlosen Glorifizierung der jüdischen Weltmission, um nicht zu sagen eines jüdischen Weltimperialismus, werden irr spaltenlangen Artikeln verhimmelt, während beispielsweise für die urdeutschen und urgesunden Werke unseres jüngst verstorbenen Bundesbruders Paul Friedrich Schröder kaum einige wenige Zeilen zur Verfügung standen. Ähnlich acht es.mit dem anderen Faktor im deutschen Kulturleben, der Wissenschaft, und Wieprecht hat schon recht, wenn er meint, daß „die Widerstände und Angriffe fegen Albert Einstein sicher zunr guten Teil aus das dnto der säst marktschreierischen Reklame zu setzen sind, die ein Teil der Presse für seine Entdeckungen und Lehren gemacht hat". Die schwere Gefahr, die in. dieser jüdischen Diktatur über das deutsche Kulturleben liegt, ist.aber nicht mit Kampfgeschrei und gelegentlichen Hausschlüsselpfiffen, sondern nur mit relbstbeiinnung zu überwinden." „Neben den wirtschaftlichen, und kulturellen Gesichtspunkten ist die politische Einstellung der Mehrheit des Judentunrs das stärkste Motiv für das Anwüchsen des Antisemitismus. Daß die politisch führenden Juden sich meist auf derjenigen Seite finden, die die oben gekennzeichnete, der unsrigen widerstreitende Weltanschauung in die politische Tat umzusetzen strebt, ist so unbestreitbar, daß es nicht erst, durch Aufzählung von Namen belegt zu werden braucht. Wenn jetzt im Verlauf des Zanks im kommunistischen. Lager die beiden Hamburger Kommunisten Laufenberg und Wolffheim ausplaudern, daß der Moskowiter Dr. Paul Levi es war, der seineyeit den.berüchtigten Aufruf zur Massendesertion verfaßt und an. die Front verandt hat, so mag das allen jenen; die sich mit Entlüftung und Spott gegen das „Märchen von dem Dolchstoß von hinten" gewehrt haben, unangenehm sein; uns sagt drese Enthüllung nichts Neues. Gegenüber diesen nicht bestreitbaren Tatsachen.wird oft angeführt, daß die große Mehrheit des Judentums mit solchen Radikalen nichts gemein habe. Darauf ist zu erwidern, daß gerade diese große Masse viel, mehr Verständnis für das Gedeihen des eigenen Geschäftes (!!!) irls für die tiefe Seelemwt an den. Tag legt, welche den ftammesbewußten Angehörigen ihres Mrtsvolkes die Schmach des Vaterlandes verursacht. Es würde den Rahmen unserer Betrachtmrgen überschreiten, wollten wir den Ursachen dafür nachgehen, warum die überwiegende Mehrheit der jüdischen Staatsbürger sich auf die Seite der Gegner unserer Weltanschauung gestellt hat, und es mag^ die Andeutung genügen, daß.dabei der nichtjüdische Teil unserer Intelligenz nicht ohne Schuld ist. Jetzt handelt es sich vielmehr um die gegebene Tatsache, aus der sich für uns die Notwendigkeit ergibt, das Judentum dort, wo cs antinational oder — was in der heutigen Zeit ebenso schlimm erscheint — vaterländisch indifferent ist, zu bekämpfen." Nachdem sich aber der Herr, der Ehrenmitglied des Geschästsführenden Ausschusses des A. D. B. ist, durch derartige Verleumdungen und Schimpfereien die Seele erleichtert hat, fährt er nicht unverständig fort: „Ein großer Teil der völkisch gesinnten Studentenschaft spricht den Juden überhaupt die Fähigkeit zu solchem (deutschen) Empfinden ab und betrachtet jeden Juden eo ipso seiner fremden Nasse wegen als Feind des Deutschtums. Und wie Gleichen ihren Faust vor die Gewissensfrage stellt: Nun sag', wie hast du's mit der Religion?, so fragen sie vor allem: Bist du Rasseantisemit? Wenn nicht, so bist du ein Jndenknecht und unser Gegner! Nun gibt es unter denen, die die Schäden der jüdischen Vorherrschaft so klar erkennen wie wir und wie wir zum Kampfe dagegen entschlossen sind, manchen, der nicht diesen radikalen Standpunkt einnimmt. Einmal aus realpolitischen Gründen, weil er einsieht, daß die gewaltsame Ausrottung des Judentums aus dem deutschen Volkskörper unmöglich, ihr Versuch mit unübersehbaren Erschütterungen verknüpft wäre, imd daß man auch die fremdrassigen Kräfte der vaterländischen Synthese nutzbar machen sollte. Des weiteren aber, weil er in den Stürmen des Lebens die Erfahrung gemacht hat, das; es in den alteingesessenen Familien sehr wohl Juden gibt, die ehrlich bestrebt sind, sich als Deutsche zu fühlen, daß auch aus diesen Familien zahlreiche Kriegsfreiwillige hinausgezogen und viele nicht wieder heimgekehrt find. Gerade dem echt deutschen, staatsbürgerlichen Ordnungssinn muß jede Gewalttat gegen solche widerstreben, denen, schon, die alte Reichst'erfnssung die Gleichberechtigung zugestanden hat." Ganz nett! Und ein logisch denkender Zeitgenosse würde daraus schließen, daß es nicht auf Glauben und Rasse,' sondern auf die Persönlichkeit ankomme, und daß man demgemäß bei der Aufnahme eines Mitgliedes seinen Charakter und sein Wesen in Betracht ziehen, nicht aber sein Blut mikroskopisch untersuchen soll. Aber Herr Wolfs und der A O. B. schließen anders: „So oft in früheren Jahrzehnten die Stellungnahme des A. D. B. zur Aufnahme jüdischer Studierender auf der Tagesordnung der Bundestage gestanden hat, herrschte Einmütigkeit darüber, daß uns nicht philosemitische Motive leiteten. Wir komrten cs uns damals leisten, lediglich den Charakterwert des Einzelnen für die Aufnahme maßgebend sein zu lassen, und wir haben es mit Gelassenheit getragen, wenn wir wegen unserer 2—3 Prozent jüdischer Mitglieder als „verjudet" verleumdet wurden. Heute .bringt uns unsere innerste ehrliche Überzeugung in eine Kampfstellung gegen die Vorherrschaft des Judentums in Deutschland. Um der Encheitlichkeit in diesem Kampfe willen haben wir uns nach der Revolution-entschlossen, Juden aus unseren Reihen fernzuhalten, und die