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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1921) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 7-9 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 118 (sequence 28)
Language
German
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-T r And dann noch eirrs, was. ihnrwch näher zu uns ^bringt. Sein Ernpfirwen gegenüber den Zionisten ist-genau dasselbe wie bei uns. Auch er lehnt wie wir Aas zionistische Programm, als landf r e m d e s Ideal ab. Troy seines Aufenthalts in Wien, seiner persönlichen Bekarmtschast mit den Gründern des Zionismus, ^rotz vieler Lockungen von dorther lehnte er ab, weil er ein d e ut sch e r I u d euitb kein jüdische r Ju d e .ist. -Er stand nicht da, wo sie mit ihrem nationaljüdischen Bekenntnis standen: „Die nationale Bindung '’fäjtte, und so in meinem rwch nicht zur Klarheit ge- . -iehenen Widerstreben vermochte ich im Zionismus vorläufig nichts anderes zu sehen als ein wirtschaft- - lich-philanthropisches Unternehmen. Es widerstrebte mir das, was sie jüdische Nation nannten, rundweg gesagt, denn mir war, als könne auch eine Nation nicht . von' Menschen gewollt oder gemacht werden - was in der jüdischen Diaspora als Idee davon lebte, schien mir besser, höher, fruchtbarer als jegliche Realität; was war gewönnen, so schien es mir, wenn im Jahrhundert des Nationalitätenwahnsinns die zwei So ist Wassermann in der Auseinandersetzung mit Antisemiten und Zionisten der unsere, und wir begrüßen ihnals ungerufenen Helfer in schwerem Streite. Seine individuelle Auseinarrdersetzung ist die des K. C. seit 25 Jahren seines Bestehens, sie deckt sich mit dem iwch älteren Aufruf der V i a d r i na - B r e sl äu. Nur spricht ein Dichter anders als ein Student. Mer wie sich der große Schriftsteller des Kampfes der akademischen Jngeiü» freuen muß, schaut diese in der gleichen Not gerne auf zu den:, der vom anderen Start aus denselben Weg durch Gestrüpp als deutscher . Jude geht. Wie er haben wir stets zu unseren deutschen Brüdern gerufen: „Es geht um Auseinandersetzung. Es gebt um Rechenschaft von hüben und von drüben. Es geht um Recht und Gerechtigkeit. Es geht schließlich um die Frage: Warum schlagt ihr die Hand, die für euch zeugt?" Umschau. nalismus eines Klatzkin ebenso der Laufpaß erteilt wird, wie selbstverständlich dem etwas imperialistisch anmutenden eines Jabotinsky, und daß der bloße humanitäre Charakter des Siedlungswerkes feststeht. Die Spaltung in Amerika, die Begründung des Binjan Haarez in Deutschland waren Sturmzeichen, und es wird sich schließlich, selbst wenn dieser Kongreß die Eirtscheidung noch nicht bringen sollte, Herausstellen müssen, ob die Besiedlung Palästinas eine bloße zionistische Parteisache wird oder nicht. Bei Schluß der Redaktion - war der Kongreß schon zu Ende gegangen, die abschließenden Berichte lagen aber noch' nicht vor, so daß erst in der nächsten Nummer eine kritische Betrachtung der Ergebnisse erscheinen kann. Ebenso wird im kommenden Hefte der in den letzten Monaten erschienenen zionistischen Literatur eine Betrachtung gewidmet werden. Zur Judenfrage. Es gibt kaum eine studentische Zeitschrift, die nicht heute die Judenfrage in ihren Spalten eifrig erörterte. Getreu unserem Bestreben, den Mitgliedern des Verbandes niöglichst die Meinungen im Wortlaut zu übermitteln, drucken wir heute einige wichtige Pressestimmen ab. Die Korps haben sich auf ihrer letzten Tagung zum völkischen Gedanken bekannt. Von den einen ist das mit Freude' begrüßt, von den andern herzlich' bedauert worden. In einem auch sonst sehr interessanten Artikel, der unter dem Titel „I u n g k o r p s st u d e n t i s ch! e r Id e a l i s m u s" die Ergebnisse der Kösener Tagung von 1921 bespricht (Nachrichtenblatt der Kölner Zeitungen vom 26.. Juli 1921) nimmt Walter B l o e m, der bekannte Dichter, zur Judenfrage folgendermaßen Stellung: 1.7-- t fl Bpm Zionismus. v Im Anfänge des September tagte zu Karlsbad . zum ersten Male nach' dem Kriege ein Zionistenkongreß, auf dessen Ergebnisse man besonders gespannt sein durfte. Zwar ist einerseits durch die wiederholten Versprechen der englischen Regierung die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina in greifbare Nähe gerückt, andrerseits aber droht der Arbeit von vielen Seiten Schwierigkeit. Äußerlich steht hier die Araberfrage in erster Reihe, da der Widerstand der Araber sich ganz automatisch' mit dem Wachsen des jüdischen Einflusses vergrößert. Größer aber noch sind die inneren Hindernisse. Siegt die nationale Richtung, so ist. es dem größten Teile der Judenheit unmögliche sich in irgend einer Weise am Aufbau zu beteiligen. Der Aufruf an die gesanrte Judenheit setzt voraus, daß dem radikalen Kulturnatio¬ „Aber: einen persönlichen Vorbehalt muß ich auch heute rwch machen. Er betrifft die Haltung des Korpsstudententums wie der weitaus verwiegenden Masse unsrer Studentenschaft zur. Judenfrage. Ich kann es mir leisten, hier Farbe zu bekennen, auf die Gefahr, mich um viele Sympathien in den mir am nächsten stehenden Kreisen zu.bringen. Aenn mein arischer Stammbaum ist .einwandfrei, und „Trinkgeldempfänger" (Lagarde) in irgendwelcher Form bin ich auch rricht. Um der Gerechtigkeit willen muß' ich dies eine sagen, wie ick es auch schon auf dem Kösener Kongreß betont habe: jedes Schematisieren und Verallgemeinern ist mir persörrlich ein Greuel urrd hat sich meiner Erfahrung nach rwch überall gerächt. Das gilt auch für die grundsätzliche Stellungnahme der Korps, der Burschenschaft und fast der gesamten Studentenschaft gegenüber den jüdischen Kommilftonen. Muß .ich es hervorheben, daß ich genau so gut wie jeder Vaterlandsfreüird, wie auch zahllose aufrichtig nationaldeutsch gesimrten Juden, die Gefahr deutlich erkenne, die von gewissen Auswüchsen, Ausschreitungen- Entwicklungsers cheinungen des Judentums unserm deutschen Wesen droht?! Wer wie ich selber jüdische Korpsbrüder habe, die ich — und dies ist auch die

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