KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 98 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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. >S8 ’iSftfc * ' -f W-. I K - Äi -'"• Zämmelforschungen noch nicht zum Abschluß gelangt .sind. Da lockt ein Lrauner Mädchenzopf, Sin schaumgefüllter Henkeltopf, Mn Streit ist auch kein schlimmes Ding, And Schmiß und Schmuck acht'S nicht gering! And über alle Sachen ' Ein herzerquickend Lachen! Wir gedenken in Liebe der Toten aus den Reihen unserer ältesten Kämpfer: Hermann Kosjowsky, Julius Krüger, Josef Ehrenfried, Hermann Lindner, Oscar Magen, Julius Samosch und derer, die nach ihnen verschieden sind. Den meisten von ihnen war es vergönnt, das Machsen des K. C.-Gedankens zu sehen. Mit Ausnahme des früh verstorbenen Koslowsky haben sie alle die fünffachen Wandlungen der Viadrina mitgemacht oder anteilnehmend erlebt, die Verfolgungssucht als Schicksal verhängte. Drei Couleurformen und zwei Vereins- : formen waren die Merkzeichen des Weges der Viadrina, und besonders neckisch war die Begründung der dritten Form noch vor Auflösung der zwetten, um nur ja keine Pause in der Fortexistenz eintreten zu lassen. Zwei und Drei bestanden eine Zeitlang nebeneinander, und als Zwei ausgelöst wurde, trat Drei alternierend ein. Die alte Viadrina bestand acht Jahre (1886—1894), ihre Nachfolgerinnen hielten sich noch weitere 6 Jahre bis 1900. Der Name Viadrina blieb durch alle Deckformen hindurch. Das Schicksal Viadrina umfaßt somit .im ganzen einen Zeitraum von 14 Jahren. — Die rm Jahre 1901 gegründete Verbindung Thuringia durfte keinerlei äußere Beziehung zur Viadrina haben. Der Name Viadrina blieb zunächst dem A.H.-Verbande Vorbehalten, bis ihn dann später unsere l. K. C.-Verbindung in Darmstadt übernahm. Wir beglückwünschen zum gemeinsamen Festtage unsere l. K.E.-Verbindung Thuringia, die in schwerer Zeit den Kampf da ausgenommen hat, wo die Viadrina gezwungen war, ihn einzu- Wllen. Möge sie stets jung und frisch wie bisher Weiterkämpfen! — Wir freuen uns des Wachstums des K.C., der zur Zeit 24 Verbindungen^ 1 K.C.-Stammtisch und 19 A. H.-Verbände bei ea. 1800 Mitgliäern umfaßt. Die gegenwärtigen Zeitverhältnisse bedeuten eine schwere Belastungsprobe für den K. C. — Eine krankhafte Zeitströmung hat Verhältniffe geschaffen, die an österreichische Zustände (Waidhofener Beschlüsse) gemahnen. Der K. C. handelt "richtig, wenn er sich auf die gegebenen Verhältnisse einstellt, wenn er unter Wahrung seiner Tendenz Sport in allen Formen treibtdarunter Säbelsport, der bis zur Vollendung getrieben werden muß. Nach einer UebergangSzeit,die. vielleicht die Lächerlichkeit der bisherigen studentischen Paukverhältnisse und Anschauungen erwiesen haben wird, kann der Austrag schwerer Differenzen aufKavalierswaffen angestrebtwerden. Auch solche Verhältnisse hat die Viadrina eine geraume Zeit durchgemacht. * Es ist schwer, die. Welt jetzt verlockend zu finden. Aber wem sollte es denn gelingen, wenn nicht der Jugend? Sie muß dieser Zeit ein trotziges: dennoch! voll Mut und Kraft und Frohsinn entgegenschleudern. Verlockend liegt die ganze Welt, Die lauter Früchte nur enthält. Potztausend! — Früchte! — Wem's gelingt! Der rechte Bursch! Der pflückt — der zwingt! -- --Wir steh'n nun auf den Höhen Und woll'n zurücke gehen. * Die Illusionen sind doch das Beste am Leben! Der Trotz der Jugend, der sich gegen das Unmögliche, das schwer Bewegliche stemmt, ist tausendmal mehr wert als das bißchen reale Erfolg, das der einzelne in seinem Lebenspöstchen erringt, mag er nun Relationen schreiben, beim Unterricht seufzen, die sündige Seele ausschelten, ihr verfallenes Hans flicken oder gar Rezensionen schreiben. Wer den meisten Trotz der Jugend sich für das Alter aufbewahrt hat, der darf sich einen bedeutenden Mann schelten, wenn er auch nach bürgerlichen Begriffen nicht viel errungen haben sollte. Im Jahre der Jugend von 1921 grüße , ich mit zustimmendem Nicken die Jugend von 1886. — Wir woll'n zurücke gehen: Mit einem hellen Sonnenschein — So zleh'n wir in das Land hinein. Wir finden alle Wege grün, Und Burschen, die vorüber zieh'«. Und in der Lust, ein Klingen: . Wir wandern und wir fingen. — * * * Slotzt an, Breslau soll leben! Von Dr. E. Löwisohn (Thuringiae). Schon wieder? Erst vor zehn Jahren erscholl dieser hehre Ruf aus sanges- und Äkoholfrohen Kehlen! Der Sang ist verschollen und die geistigen Getränke erklimmen erst langsam die einstige stolze Höhe ihres schwindel- und anderen jammererregenden Gehaltes. Zehn Jahre haben eine ganze Welt vernichtet, eine Welt des Scheines zwar, der aber, wenn er blau oder gar braun war, die wankende