KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 74 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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wjy* - c 74' )ßi bet Spottmensur. Der einfache Schmiß ist vyll- »minen mchefährlich und nur höchst selten kommen »mpliziertere 'Fälle vor. Das' Fechten aber ist zum Gegensatz zum Boxen in der Arena ein Erziehungs- Ämüel, welches wir Waffenstudenten zur Herarrbildung Mrseres jungen Nachwuchses zu tüchtigen deutschen Männern anwxnden wollen. Wir geben zu, daß man rch ohne Mensur gute Staatsbürger erziehen kann, Hwir behaupten -auch keinesfalls, daß nur der Student, I ber sich geschlagen hat, für das .Leben taugt. Für GMe schlagende Verbindung ist aber nun einmal die WSchlägermensur eines der traditionellsten Erziehungs- A-MÜÄ... Für Reformen bei der Mensur ist in burschen- Achuftlichen Kreisen Stimmung. Die „Burschen- UchastlGl." vom 3. 6. 1921 veröffentlichen folgende Auslassung des Ausschusses für Mensur- Meform: r Auf dem letzten Burschentag hatte der Vorsitzende - Mes Ausschusses für Mensurreform, vr. Heinn, zusammen mit Herrn Or. Michelmann auf die notwendige ^Mmgestaltung der jetzigen Mensur hingewiesen und im ^Anschluß daran in Jena scharfe Partien vorgeführt. INicht nur die vernachlässigte Technik, und die vor k allem wenig erfreulichen und überflüssigen Mensurstänkereim, sondern auch die in diesem Fall unbe- »' dingt notwendige — nicht wie bisher fast nur einseitige ' . —' Durcharbeitung des ganzen Körpers weisen zwingend aus die alte bewegliche „freie" Mensur mit Glaceeauslage hin, ähnlich wie bei der Säbelmensur. Daß sich dieser GÄanke innerhalb der Deutschen ^Burschenschaft allmählich, aber stetig Bahn bricht, wird -dadurch erkennbar, daß bereits auf verschiedenen Hochschulen der Gedanke zur Tat geworden und die freie " Mensur zur Anwendung gekommen ist. Besonders in - Berlin hat die neue Fechtart zahlreiche Anhänger gewonnen. Eine wesentliche Förderung hat die freie Mensur durch die Aufstellung eines besonderen Paukkomments erfahren, der von den Berliner Aktiven entworfen ist. Es handelt sich zunächst natürlich nur C. um einen Entwurf; diesen zu einem festen und allgemein ..gültigen Paukkonnnent zu machen, muß die Aufgabe aller Hochschulen sein. Der Ausschuß wird diesen - Entwurf zunächst noch weiter durcharbeiten. Anfragen - und Wünsche betreffs dieses Paukkomments bitten wir an den unte^eichneten Vorsitzenden zu senden. Die? weitere Arbeit des Ausschusses, die sich bekanntlich . auch auf die Umgestaltung des Abschnittes C der Verfassung erstreckt, ist jetzt so weit vorgeschritten, daß v ein Entwurf für diesen Abschnitt in kurzem fertiggestellt * sein und auf der nächsten Sitzung des Ausschusses be- ', raten wird. Im Zusammenhang hiermit steht die Ber- '' einheitlichung der örtlichen Paukkomments in den wesentlichsten Punkten; insbesondere handelt es sich i um die einheitliche Regelung der P. P. Suite (Hatz), , die seit der Verschmelzung mit der B. d. O. notwendig .geworden ist. Nachdem ein Tell der örtlichen P. K. bem Ausschuß freundlichst zugestellt ist — der größte - v Teil fehlt noch inrmer, trotz des kürzlich in den Burschenschaftlichen Blätterir veröffentlichten Aufrufs — wird . auch hierbei der Ausschuß in seiner Arbeit hoffentlich soweit gekommen sein, daß er zum kommenden Burschen- > tag einen Entwurf vorlegen kann. Zur Frage der „freien Mensur" wie auch zu ' Reformen im Säbelfechten nimmt die „Deutsche Hochschule" (Organ des B. C.) in ihrer Junirmmmer Stellung. Das Verbot, Pausen zwischen den 'Hieben zu i5nehmen (zu „lauern"), der nahe Abstand zwischen den Gegnem, der die Haltung des Speers über dem Kopf erzwingt, die üblichen Gänge von drei bis vier Hieben, von denen gewöhmich noch einer herausgefangen wird und vor allem das ausschließliche Fechten auf „Stellung", die strenge Verpönung jeder Bewegung des KörpeiS oder gär des Kopfes als „Kneifen" zwängen die Betätigung in so enge Grenzen, daß wenigstens das Schlägerfechten der Entwicklung einer größeren Gewandtheit kaum noch Raum gibt. Alles oder fast alles kommt auf Ausdauer, Kraft und Ruhe an — von den BewWUNgeu ist es allenfalls das bessere „Handgelenk", das den Ausschlag gibt. Nicht viel besser ist es beim Säbel. Auch hier fast die gleichen Beschränkungen der Bewegungsfreiheit; die Erlaubnis des Ausfalles wird durch die schwere Bandagierung und das Verbot, während des Ganges aus dein Ausfall zurückzugehen, in sportlicher Beziehung wertlos gemacht. Es wäre gar nicht schwer, dem Schlägerfechten, ohne es gefährlicher zu machen, ohne an der Banoagierung etwas zu ändern, einen größeren sportlichen Wert zu gäben: etwa in folgender Weise: Der Abstand wird so weit vergrößert, daß. die gedeckte Haltung bei einer Armstellung unter 45 Grad nach vorn erreicht wird. Die Gänge werden nicht nach der Zahl der Hiebe, sondern nach Zeit gemessen, wie es früher war. (Die Bezeichnung: Eine Mensur auf Schläger 10 Minuten. 15 Attnuten, 22 V» Minuten erinnert noch daran.) Es hätte der Unparteiische oder ein Gehilfe das Kommando nach der Uhr: 10 Sekunden Gang, 5 Sekunden Pause. Eingefallen werden darf nur beim Hall des Unparteiischen, bei Jnkommentmäßigkellen oder Verletzungen- Der Unparteiische darf Sekundanten, die offensichtlich einfallen, um ihren Paukanten vor kommentmäßigen Verletzungen zu schützen, aus eigener Macht abdrehen. Das Andeuten von Hieben (Finten) und das Pausieren zwischen Hieben, auch das Nichtanschlagen auf Los bei verhängter Mensur werden gestattet. So läßt sich ein wirklich sportlich wertvolles Fechten erreichen und es wäre ein großes Verdienst des B. C., wenn er in dieser Richtung Versuche anstellte, um vielleicht bahnbrechend zu Witten. Es ist das ja um so eher möglich, als ohnehin außerhalb des Verbandes unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht oder kaum Schläger gefochten wird, wir uns also unseren Schlägerkonrment ganz nach eigenem Ermessen wählen können. Anders liegt es in sportlicher Hinsicht mit dem Säbelfechten. Der in Deutschland übliche „schwere Säbel" ist eine so unhandliche Waffe, daß em sportlich wertvolles Fechten mit ihm überhaupt unmöglich ist. Auch das von nichtakademischen Turnern geübte „Schwere Säbelfechten", das sich von dem studentischen im wesentlichen dadurch unterscheidet, daß Paraden genommen werden, ist sportlich wertlos. Dieses Monstrum einer Waffe würde meines Erachtens am besten so bald als möglich durch den in Österreich üblichen leichten Säbel ersetzt, dessen Handhabung die feinste Blüte des Fechtsportes darstellt. Mit Ausnahme des linken Armes ist bei ihm der ganze Körper in Tätigkeit : Der Körper bis zum Gürtel ist Treffläche, jeder Hieb ist gestattet, unter Umständen auch der Sttch, das Fintenschlagen, Ausfälle und Sprünge vor- und rückwätts sind aufs höchste ausgebüdet, so daß es kaum einen erfreulicheren Anblick gibt, als zwei wirklich geübten Säbelfechtern zuzusehen. Der deutsche Akademiker muß sich allerdings dabei von dem Vorurteil frei machen, das Zurückgehen als „Kneifen" anzufehen. Es gehört wohl kaum zu einer anderen fechterischen Bewegung mehr Entschlußkraft, als sich dem Hieb oder Sttch des Gegners durch einen „Sprung rückwätts" zu entziehen, um sofort zu „ripostieren".-