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KC-Blätter · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · p. Seite 70

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 70 (sequence 8)
Language
German
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fe'. -• ^Wissen verfügenmuß, um nicht auf die erste beste Frage .-es .anderen die Antwort schuldig zu bleiben. Im "-allgemeinen handelt es sich aber nicht darum, ins ^/einzelne gehercke geschichtliche oder wissenschaftliche Erklärungen abzugä»en, sondern möglichst einfach die /Stellung der deutschen Juden zu ihrem Vaterlande, zu - /seinen Problemen, seinen Hoffnungen und seiner Zukunft darzulegen.-- — Es ist selbstverständlich, daß diese Aufklärung, selbst wenn sie tatkräftig durchgeführt wird, nicht von 'sofort sichtbarem, durchschlagendem äußerem Erfolg be-- , gleitet sein wild, aber ich bin der festen Überzeugung, . daß wir einen großen Teil geistig hochstehender christlicher Kommilitonen für unsere gerechte und wahrhaftige - Sache gewinnen könnten, und jeder weiß ja, wie sehr - die Masse in allen Fragen von der Anschauung der Führer abhängig ist. — Gegen die Korporationen, die durch ihre Statuten ' zu den starren Trägern des Antisemitismus gehören, gibt es gewiß nur Kampf — mit Waffe und Wort! Mit den einzelnen aber, die oft irur aus Unwissenheit . .judenfeindlich oder indifferent sind, gibt es Verständigung! — Dann werden sie nicht nur nicht . gegen uns, sondern mit uns kämpfen wenn es gelingt, ihnen zu zeigen, wie schädlich der Judenhaß für ..deutsches Denken, deutsche Kraft und deutsche Zukunft ist Ich bin mir vollkommen bewußt, daß ich mit diesen Ausführungen das Thema keineswegs erschöpft habe; es lassen sich vielleicht noch andere Wege zeigen, auf denen Verständigung möglich ist. Auch andere .. Fragen (z. Bwelche Stellung wir nach außen hin zu den Nationaljüden einnehmen sollen) habe ich nicht berücksichtigt. Meine Absicht war nur. durch den Hinweis darauf, daß ein wesentlicher Teil unserer Arbeit zu sehr vernachlässigt wird, den Stein ins Rollen zu bringen. Die Sache ist es wert, daß sich recht viele Kartellbrüder damit auseinandersetzen und weitere Anregungen geben! SÜ - Umfdbou. Nachlese zu den „farbigen Weibern". Endlich rührt sich ein Burschenschafter, um den Beschluß von den „farbigen Weibern" zu verteidigen. Ludwig Schanz veröffentlicht in Nr. 2 der „Burschenschaftlichen Blätter" einen Anffatz, dem wir folgende Stelle entnehmen: Besonders scharf wenden Sie sich gegen den Paragraphen, in dem von einer „Heirat mit einem jüdischen oder farbigen Werbe" geriet wird. Man muß zugeben, daß die äußere Abfassung dieses Paragraphen insofern ungeschickt ist, als Männer, die wie Sie zu jüdischen Kreisen in eng verwandtschaftlichen Beziehungen stehen und von den neuen Ideen der Rassentheorie noch gänzlich unberührt sind, in der Nebeneinanderstellung der , Bezeichnungen „jüdisch" und „farbig" eine Beleidigung ihrer weiblichen Verwandten erblicken können. Wenn Sie jedoch den Versuch machen, sich auf unseren Stand- . punÜ zu stellen, so werden Sie einsehen, daß von einer Wsicht zu beeidigen oder zu verunglimpfen keiner-» lei RÄe sein kann. Wir wollten mit diesem Paragraphen durchaus nicht sagen, daß wir Juden und Farbige auf eine Stufe stellen, sondern es handelte sich für uns lediglich darum, für den Begriff „unarisch", der erfahrungsgemäß noch manchmal mißverstanden wird, etwas zu setzen, was jÄermann vollkommen klar und deutlich sein muß. Wir haben nicht einen Augenblick daran gedacht, eine Jüdin gleichzusetzen, mrt den „schwarzen und farbigen Hordendie im besetzten Gebiet unsere Frauen und Mädchen schänden und sich mit Stolz französische Armee nennen". Es ist im Gegenteil selbstverständlich, daß jÄem, der für die von Ihnen beanstandeten Beschlüsse stimmte, auch eine Ostgalizierin nock lieber ist als das erwähnte Gesindel. Wie gesagt, wir wollten mit diesem Paragraphen möglichst kurz und rein sachlich die Frauen fremder Abstammung bezeichnen, mit denen ein auf dem Rassestandpunkt stehender Deutscher eine Ehe folgerichtigerweise nicht eingehen kann- Sie meinen, „in bezug auf die Heirat darf man niemand Vorschriften machen. Bei .Liebe und Ehe handelt es sich um .Lebensglück und höchste Ethik; solche Dinge wollt Ihr in Beschlüsse fassen". Nein, wir haben diese Dinge rricht in Beschlüsse gefaßt und wollen es auch nicht. Der betreffende Paragraph sagt lediglich, daß jede Burschenschaft ihre Mitglieder so zu erziehen hat, daß eine Heirat mit einem nicht arischen Weibe als ausgeschlossen erscheint oder aber, daß der eine solche Ehe Schließende aus der Burschenschaft austritt. Damit haben wir klar und deutlich gesagt, daß wir dem .Lebensglück des einzelnen nicht im Wege sichen wollen. Auch heute und in Zukunft steht es jedem Burschenschafter frei, eine fremdraffige Frau, die er liebt, zu heiraten. Nur muß er sich darüber klar sein, daß er damit den von der DB. geforderten Rassestandpunkt verläßt und ihr deshalb nicht mehr angchören kann. Dieser Beschluß ist die ganz selbstverständliche Folge des Fundamentalsatzes, nach dem wir auf dem Rassestandpunkt stehen. Und warum wir nicht unbedingt gegen eine eheliche Verbindung mit einer Französin - sind? Weil wir im Gegensatz zu Ihnen glauben, daß eine Französin in dm meisten Fällen uns rassisch näher steht als eine Jüdin deutscher Staatszugchörigkeit. Es ist noch sehr dre Frage, ob das Frankreich, welches zweifellos in den Reihen der Ententemächte die Hauptlast des Krieges trug, wirklich so sehr viel dekadenter und kulturbrüchiger ist als das Deutschland von heute. Aber daß „Dekadenz" und „Kulturbrüchigkeit" bei beiden Völkern, wenn auch bei Deutschen weniger als bei den Franzosen, überhaupt eingetreten ist, das liegt hüben wie drüben nicht zum wenigsten an der Durchsetzung des eigenen Bolksgeistes mit volksfremden Wesen. Deutsche und Franzosen, beides arische Völker, haben allen Grund, dieser Durchsetzung Einhalt zu gebieten. Dazu aber gehört vor allen Dingen, daß die Vermischung mit unarischem Blut nach Möglichkeit vermieden wird. Ich stimme Ihnen vollkommen zu, wenn Sie aussprechen, daß die Ehe des Menschen kein Experiment wie die Tierzucht ist. Aber gerade deshalb, sollte man meinen, muß man eine Rassenvermischung auf das Entschiedenste ablchnen. Dem Tier^üchter mag es anstehen, aus der Kreuzung verschiÄenartiger Tiere eine neue Rasse zu erzielen. Für den Menschen taugt eine solche Methode nicht. „Wir wollten mit diesem Paragraphen durchaus nicht sagen, daß wir Juden und Farbige auf eine Stufe stellen." Der Satz ist verblüffend, die Methode empfehlenswert. Der ertappte Dieb erklärt seelenvergnügt, er habe nicht stehlen, der Mörder, er habe nicht morden wollen. Und alles ist gut! Man darf ruhig sagen, daß eine kläglichere Verteidigung sich kaum denken läßt. Die forsch beleidigenden jungen Herren haben eben Angst vor dem eigenen Mute bekommen und beruhigen sich und andere durch Mätzchen.

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