KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 55 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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U Ls Bücher- und Blätterjcbau. V Ls DaS Berliner Farbenstudententum. Geschichte der iarhentragenben Verbindungen au den Berliner Horhschnlen 1810 -1920. EinzeldarsteUnngen gesammelt und herallsgegeben van Oberlehrer l)r. Kurt S ch m i d t. Drink und .Verlag Alb. Paul n. (5o., Berlin 0 25, Dirksenstr. 41. — Als Anfang erscheint der nennte Teil, der die Parität!) ch e11 Verbindungen behalldelt. Neben recht interessanten, wenn auch ungleichwertigen Schilderungen der drei V. E. Verbindungen und statistischen Angaben (Gesaiutmitgliederzahl der Berliner Verbindungen Braudenbnrgia, gegr. 1890, Gbibellinia, gegr. 1870, Neo- Silesia, gegr. 1808. luuvr 220) wird auch über die eingegangenen Verbindungen Badenia-Stausia, Üimbria, Gnltvnia. .jdnmboldtiana, deren Massen unsere Sprevia lauste, und Friderieo-Guilelmia berichtet. Was von letzterer erzählt lvird, ist unvollständig und ungenau Für eine eventuelle Neuauflage kamt dem Verfasser das fehlende Material leicht nachgewiesen werden. Freie Zionistische Blätter. Zn beziehen durch den Verlag der „Fre ien z ivnisti sch en Blätter" Heidelberg N o h r b a ch st r. 75- Redakteure sind vr. Klatzkin und Dr. Nach um Gold mann. — „Man wird fragen: wozu eine neue zionistische Zeitschrift, nachdem in letzter Zeit lereits so viele — eiugegaugen sind." So beginnt die Einführung. Hoffentlich bewahrheitet sich die Skepsis der Fragesteller nicht, denn die Zeitschrift ist aktuell, kritisch, unabhängig und — man wird das Lob zil würdigen wissen — verständli ch. Aus dem ersten Heft sei ein Aussatz von Klatzkin über „j ü d i s ch c Politik" erwähnt, der sehr scharf mit der bisherigen zionistischen Taktik der Anlehnung an die imperialistische Politik der Großmächte ins Gericht gebt. Das; die von Klatzkin empfohlene angeblich selbständige jüdische Politik nur ein assimilatorisches Hinübergleiten in die Bahnen des radikalen Sozialismus ist, scheint er selbst nicht gemerkt zu haben. Eine „B i l a n z .d e r z i o n i st i s ch e n P o l i t i l" zieht Nachnm Goldmann, der die Verfälschung und Verwässerung der zionistischen Idee zu Gunsten politischer Fortschritte beklagt. Auch die anderen Artikel erregen Interesse. Man bekommt einiges zu büren, was die offizielle zio^ instische Presse weise verscluveigt. Die Weifen von Zion. Das B n ch der Fäls ch n n g e n. An den Tag gebracht von OttoFriedr i ch. Verlag und Druck von Friedr. Meyer n. Co. Lübeck, Fobauuisstr. 40. — Gottfried zur Beck (Hauptmaun a. D. Müller von Hansen) hat im Verlage „Vorposten" ein Buch berausgegeben, das sich die „Ge heimnisse der Weisen von Zion" nennt und. in deren Mittelpunkt ein angebliches Geheimprotokoll über die Verhandlungen ans dem ersten Zionistenkongrest 1807 in Basel steht. Sein Inhalt soll erweisen, das; die Juden skrupellos die Weltherrschaft erstreben. Das Buch ist darllm besonders gefährlich geworden, weil es in England und Nordamerika zur Grundlage einer antisemitischen Bewegung gemacht tvorden ist, die freilich noch im Keim erstickt werden konnte. Friedrich weist nach, datz das ganze Werk eine freche literarische Fälschung ist. Ter Nichtigkeit seiner Argumente sich zu entziehen ist jedem verständigen Menschen unmöglich In der Handbibliothek für den Abwehrkampf dark das Büchlein nirgends fehlen. Jüdische Gehcimgesetze? Von r>. Dr. Hermann L. S trark, Pro;envr per Theologie an der Universität Berlin. Geh. Konsistorialrat. Mit drei Anhängen: N o h l i n g , Ecker n nd fei n Ende? A rtnr D i n t e r u n d K u n st, W i s s e n s ch a f t, Vaterland. „D i e W eisen von Z i o n" und ihre Gläubigen. Berlin 1920. (5. A. Srhwetschke und Sohn, Verlagsbuchhandlung, gegr. 1720. — Ter bekannte Talmndsorscher Strack geht in diesem Bündchen mit den Verleumdern des jüdischen Schrifttums gehörig ins Gericht. Klar weist er zunächst nach, das; cs jüdische Geheimgesetze überhaupt nicht gibt und das; — falls sie tatsächlich je beabsichtigt worden wären — jede Geheimhaltung ein Ding der Unmöglichkeit sei. Sodann beschäftigt er sich mit dem Charakter des Talmud und des Schnlchan aruch selber, um der Anklage, das; sie unmoralisch seien, entgegenzutreten. Im Anhänge beschäftigt er sich mit den alten Talmndsälschern Rohliug 'und Ecker, fertigt dann Artur Tinter und seinen auf die niedrigsten sexuellen und judenscindlichcn Instinkte eingestellten Roman „Die Sünde wider das Blut" ab, den er eine Sünde gegen Kunst, Wissenschaft und Vaterland nennt um dann zuletzt die literariscl-e Fälschung der „Weisen von Zion" zu beleuchten, überall begegnet uns ein überreiches, überzeugendes Material, so das; auch dieses Büchlein unbedingt einer jeden Aluvehrbibliothek eingereiht werden must. Das LlebeSlcben deS deutschen Studenten im Wandel der Zeiten von 1)r. O s k a r F. scheuer. A. Marx ns n. E. Webers Verlag, Bonn. (Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexnalsorschnng. Band III. Jahrgang >920/21. Heft 1. Einzelpreis 10 Mk, Vorzugspreis 7,50 Mk.) — Aus Grund von sehr gediegener Kenntnis der einschlägigen Quellen zeichnet Scheuer ein lebendiges Bild der studentischen Erotik vom frühen Mittelalter bis irr die neueste Zeit. Trotz des wissenschaftlichen Charakters bietet das Buch durch seine anregende Art der Darstellung eine verständliche Lektüre. 'Auch ans diesem Gebiet »vird freilich das Wort von der „guten, alten Zeit" ganz gründlich zerstört. Wegen seiner ernsten Bedeutung für Fragen, um die man in den Verbindungen nicht mehr scheu herum gehen sollte, sei die Arbeit den Bibliotheken der Korporationen zur Anschassttng dringend empfohlen. Waffen im Abwehrkanchf. 8. nenbeabeitete und vermehrte Amlage. 9—11. Tausend. 1921. Philoverlag Berlin SW. 08, Lindenstr. 18. — Italieners Büchlein, das schon bisher im schweren Kampfe gegen Unrecht und Hast ein unentbehrliches Hilfsmittel war, erscheint bereits, in dritter Auslage. An Umsang die früheren mindestens um das doppelte übertressend. bietet es im neuen Gewände wirklich ein Kompendium aller Fragen des Judenhasses. Das unschätzbare Material ist übersichtlich dargestellt und zwei gute Register erleichtern die Benutzung. Allen Kartellbrüdern sei es seines interessanten Inhalts und seiner praktischen Verwendbarkeit wegen ans das dringendste empfohlen. Martin Buber. Die jüdische Bewegung. Gesammelte Aniiätze nnd Ansprachen. Zweite Folge. 1916—1920. Jüdischer Verlag, Berlin 1920. Die einundzwanzig Aufsätze, die mit zwei Ausnahmen im „Juden" erschienen sind, tragen mit Unrecht ihren