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KC-Blätter · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 54

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 54 (sequence 22)
Language
German
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64 die Medizinerinnen von 2900 ans 1970 und die Jnristinnen von 990 auf 920. Andererseits steint der Zustrom zum Stlidi'uin der Staatswisseuschasten (Nationalökonomie) immer weiter. Ihnen widmen sich heute bereits 1098 Frauen gegen 750 im Vorjahr und erst etwa 100 vor den: Kriege. Ähnlich steht cs bei der Zahnheil künde, aus die 909 Frauen entfallen gegen 180 im Vorjahr und erst 50 im Sommer 1914. Die Zahl der Theologinnen erhöhte sich gegenüber dem Vorjehr von 41 ans 5t!, obwohl der Frau der Kirrhcndienst nickt offen steht und jic als Theologin ans das Lehramt und die innere Mission, angewiesen ist. Pharmazie studieren 154 gegenüber 101 im Vorjahr. In der Verteilung der Studentinnen ans die einzelnen Hochschulen kommt im Vergleich mit der Vorkriegszeit ein starker Zug nach den mittleren und ein Abslus; von den grösteren zum Ausdruck. So gebt namentlich der Besuch der Groststadtuniversitäten durch Frauen auch neuestens verhältnismäßig immer weiter zurück, wahrend insbesondere die kleineren und mittleren Hochschulen im Süden immer stärker besucht werden, was seine Erklärung, zuvörderst in den Ernährungsnnd Wohnverhältnissen findet. Berlin zählte diesen Winter 1420 Studentinnen, München 897, Bonn 472, Hamburg 4*54, Frankfurt 449, Freiburg 419, M'iiln 992, Münster 991, Leipzig 990, Heidelberg 94l. Breslau 898. Marburg 399, Göttingen 325, Jena 900, Würzbnrg 197, Halle 189, Tübingen 159, Kiel 197. Giesten 129, Greifswald 108, Rostock 101, Erlangen 78. An den T e ch it ischcn H ochschulen studieren 291 Frauen gegen 284 im Vorjahr, wovon aus Architektur 42 nnd auf Mathematik, Naturwissenschaften und Chemie 112 entfallen. Vom Universitätsstudium in Deutschland. Der Zugang zu den Universitätssludien, der sich bei Kriegsausbruch auf 61000 und vor einen: Jahr ans 88 000 belief, ist jetzt auf 83 448 znrückgegangcn, demnach aber imuwr noch wesentlich höher als zu Friedenszeiten. Wenn auch der heutige anherordentlich starke Uuiversitätsbesuch zu einem Drittel noch auf die Stauungen des Kriegs zurückzufuhren ist, so ist die Studentenzahl, namentlich angesichts der Verkleinerung des Reichsgebiets und des Wegfalls zahlloser Anstellungsmöglichkeiten nicht nur innerhalb des öffentlichen Dienstes, fanden: auch im freien Berufsleben so groß, daß nur mit schwersten Sorgen in die Znkrrnft der jungen Akademiker geblickt werden kann. Die Verteilung der Studentenschaft auf die einzelnen Berufe zeigt gegenüber dem Stande vor dem Kriege eine rapide absolute Steigerung der Zahnärzte und der Volkswirte, eine erhebliche Zunahme auch der Juristen, und anderseits einen Rückgang bei den Theologen beider Konfessionen und bei den Pharmazeuten, während — trotz ihrer absoluten Zunahme — die Mediziner und die Lehranltsainvärter verhältnismäßig zurückgegangen sind. In diesen Veränderungen kounnen inssonderere die Abwanderungen der Kriegsteilnehmer in aussichtsreicher scheinende Berufe mitkürzcrer Ausbildungszeit und geringeren Ausbildungskosten und die Ben:fswahl der jüngsten Semester znm Ausdruck. Es wird sich* zeigen, daß die nrassenhafte Abstrümung zu einzelnen Studien zur unmittelbaren llberfüllung dieser Berufe — wie Zahnheilkunde, Nationalökonomie und Rechtswissenschaft — führt. Die Besuchszifsern der e i n z e l n e n Studienfächer veranschaulichen den neuesten Stand, die Änderungen und die massenhaften Zugänge zu einzelnen Berufen deutlicher. ES studieren zurzeit: M ed iz in 16 682 gegen 20 788 im Winter 1919/20 nnd 16 048 vor dem Krieg, R e ch » w i s s e n s ch a f t 16 295 gegen 16 503 nnd 9842, Philosophie, Philologie und Z 01 e s ch i ch t e 14764 gegen 18 603 und 14 456, Staats- ) j: w i s s e n s ch a f te n u n d Landwirtschaft 14 919 | s gegen 10 670 und 3876, Mathematik und Na- M tu r w i s s e n s ch a f t e n 9 621 gegen 10 587 und 8 132, n1 Z ah nh e i l kn n d e 5 138 gegen 3 672 und 976, e v. 11: Theologie 3143 gegen 3633 und 4374, kathol. j;l Theologie 1968 gegen 2050 und 2058, PHarmazie 1011 gegen 1073 und 1099, Tierheilkunde *j|! 484 gegen 544 und 203 und F o rst w i s s e n s ch a ft 423 | gegen 296 und 211. j/ Der Besuch der einzelnen Universitäten zeigt deutlich die steigende Massierung der Studentenschaft |' in den Großstädten. Berlin überragt weit mit 12532 Be- |) suchen:, dann folgt in größeren: Abstand München mit '$■ 8305. Es reihen sich an mit: Leipzig 5793, Bonn 4974, tf. Frankfurt 4141, Breslau 3864, Münster 3862, Köln 3687, fi Hamburg 3592,Würzburg 3544, Halle 3433, Göttingen 3420, | Freiburg 3301, Tübingen 2782, Heidelberg 2767, Marbürg 2625, Jena 2585, Oließen 2108, Kiel 1823, Erlangen M 1636, Greifswald 1529 und Rostock 1145. | Die Neberfttllung der technischen Studien. Während in: Besuch der Universitäten neuestens ein kleiner |is I Rückgang festzustellen ist, steigt der Besuch der W Technischen Hochschulen mit jedem Semester erheblich N weiter an. Er beläuft sich diesen Winter auf 22 976 Stu« dierende gegenüber 18 866 im Winter 1919/20, 12 200 ||j vor den: Kriege und erst 5000 vor 30 Jahren. Mit den jVj 1505 Studenten des Polytechnikums Cöthen sind es heute >;ij 24 481 studierende Techniker. Wenn auch dieser starke || Zulauf zur Technik noch zu einen: Teil von der Stauung H; der Kriegszeit herrührt, so ist der Andrang angesichts unserer wirtschaftlichen Verhältnisse geradezu beängstigend. Dies hjj gilt auch für die einzelne:: Studienabteilungen, die, abge- UH sehen von Architektur nnd Baningenienrwcsen, ausnahms« D los überfüllt erscheinen nnd ganz überspannte Besetzungen H a::fweiscn. An: stärksten ist die Steigerung bei den Elektro- D technikern, die seit t9I4 ihre Zahl von 1300 auf 4087 steipp gerten. Die größt«: Zahl weisen die Maschineningenieure 'iß auf, die 7377 zählen gegen 3100. Die Chemiker, Natur-;*ji Wissenschaftler und Pharmazeuten zählen 3754 gegen 1544, D Bergbai: nnd Hüttenwesen studierten 997 gegen 576, p) Schiffsnnd Schiffsmaschinenbau 371 gegen 234, die Bauingenieure zählen 3255 gegen 2767 nnd die Architekten, ijij die allein znrückgingen, 1946 gegen 2200. Sonstige all- Hi) gemein bildende Fächer studieren 1189 gegen 800. Die Verteilung der Techniker auf die einzelnen Hoch« p schulen zeigt ebenfalls eine Umstellung gegenüber der Friedcnszeit. 9ln der Spitze steht Charlottenburg mit 'p 3742 Studierenden, dann folgt München :nit 3621, sodann jj; Hannover mit 2809, Dresden mit 2602, Darmstadt mit || 2518, Stuttgart ,das vor dem Kriege erheblich weiter zuüi rückftand, mit 1925, Karlsruhe mit 1684, Aachen mit 1294, — Breslau mit 1007, Braunschweig mit 967 und zuletzt Danzig mit 807. Das Polytechnikum in Cöthen hat 1605 Besucher. jjj, jfc? Neutraler Jngendbund. Die Redaktion erhielt folgenjx; des Schreiben vom Verband der Jüdischen Jugendvereine W Deutschlands: „Wir bitten z::r Kenntnis Ihres Leserkreises jfe z:: bringen, daß I)r. Alfred Apfel und Dr. Cora Berliner, j$ Vorsitzender, bezw. stellvertretende Vorsitzende unserer Orgauisation ihre Anrter als Mitglieder des Hauptvorstandes i« des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens niedergclegt haben." 1 «» 'i, ■ .i ,> mj. > ■BBHMBSi BHHflj

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