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KC-Blätter · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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schaftlichen Idealen vereinen, wie toollt Ihr das verantworten- Daß wir keine Inden in die deutsche Burschenschaft ausnehmen, läßt sich an Hand formaler Gründe verstehen. Aber iubezug auf die Heirat darf man niemand Vorschriften machen. Bei Liebe und Ehe handelt es sich um Lcbeusglück und höchste Ethik; solche Dinge wollt Ihr in Beschlüsse fassen. Ihr spracht itiuner vom Rassenstandpnnkt. Wanrm verbietet Ihr denn dein Burschenschafter nicht die eheliche Verbindung mit der uirs totfeilidlichen gallischen Nasse? Ist die deutsche Iüdiir irns nicht tausendnral näherstehend als eine Iran ans dem dekadenten kulturbrüchigeu Frankreich? Die Ehe des Menschen ist kein Experiment gleich der Tierzucht! Wenn Ihr die Inden bekämpfen wollt, so schlagt sie mit ihren eigenen Waffen: Arbeit und Sparsamkeit! Und noch eins. Unsere innere Lage ist trostlos. Überall trennen gähnende Klüfte die Klassen unseres Volkes. K öimen wir es verantworten, znm Klasseuhaß noch die Klüfte des Rassenhasses aufzureißcn? So kommen wir zu keinem guten Ende. Wir sind völlig vom feindlichen Ausland und seinem guten Willen abhängig. Wenn wir irns davon frei machen wollen, um wieder zu erstarken und das zu werden, was wir euch waren, um vielleicht später einmal an die große Abrechnung zu denken, so geht das nur, wenn wir, d. h. alle Deutschen, gemeinsam arbeiten und fest Zusammenhalten. Wir müssen uns verstehen lernen, alle müssen Zugeständnisse machen. Jeder Deutsche, der guten Willens ist soll uns ein Bruder sein, mag er abstammcn, woher er »vill, und glauben, was er will. Laßt kleinliches Gezänk und den Hader, der uns nur weiter zersplittert. Seid ein einig Volk von Brüdern, um unser Vaterland wieder aufzubauen." In der neusten Nummer 1 der „Bnrschenschastlichen Blätter" vorn 5. April 1021 nimmt noch AlfredNi ch t e r sitiu Wehberg - P r o -- *cft das Wort und sagt zu den Eisenacher Beschlüssen das folgende: „Wenn die Birrschenschaft den überragenden Einfluß des Judentums zunächst einmal beugen will, so mag sie daran arbeiten, daß man statt den Inden lieber bcu Arier, wo es angeht, wirtschaftlich unterstützt, aber emphatische KriegSschreie sind natürlich gänzlich wirkungslos, wenigstens dem gegenüber, dem sie zugeschmcttert werden, leider ater nicht dem Schreier selbst gegenüber. Die Beschlüsse schaden der Burschenschaft, und es ist höchste Zeit, daß die V. A. B.s erwägen, wie solche Explosionen in Zukunft rechtzeitig bemerkt und tunlichst vermieden werden können. Allerdings erfahren dieAltenHerren zu spät von dem, was den Burschentag bewegen wird, als daß sie bei der heutigen schwachen Zusamnrenfassung des Altherrenverbandes, der in Wahrheit viel zu lose ist,unreine Gesamtheit darzustellen, entscheidende Schritte rechtzeitig tun könnten. Ich rede nicht der Stimmberechtignng der Alten Herren auf dem Burschentag das Wort, aber cs gilt doch zu erwügeu, welche Schritte zu tun sind, um die Gesamtheit der Burschenschaft, also die Alten Herren zusamt den aktiven Burschenschaften zu einer Einheit nach innen und außen hin zu machen. Es ist ein Unding, daß die in den aktiven Burschenschaften gutorganisierte jüngste Mannschaft so folgenschwere Beschlüsse fassen kann, wie die des letzten Jahres, ohne sich der inneren Zrrstimmrrng von 20 000 alten Burschenschaftern vergewissert zu haben. Es ist kaum ein Zweisel, daß die erdrückende Mehrheit der Alten Herren den innersten Sinn der Beschlüsse billigt, aber es ist auch kaum ein Zweifel, daß eine Mehrheit eine Stellungnahme oder gar Beschlüsse in dieser Form nicht gutgehcißen hätte." Keiner hat, wie gesagt, den Mut gehabt, den Beschluß von „den jüdischen vder farbigen Weihern" zu verteidigen. Kein ernst zu nehmender wenigstens! Tenn Graf Revcntlow hat es für nor- A wendig eractftet. die farbigen Weiber in Schuh j;| zu nehmen, da er sie durch die Zusammenstellung jj mit den jüdischen Frauen für beleidigt (!) hält. 'Der || „Jüdischen Presse vom l l. Februar 2l entnehmen Sjj wir folgenden Bericht: „Leipzig. Das hiesige Tageblatt beschäftigte sich mit dem Beschluß der deutschen Burschenschaft, die einzelnen j-j Burschenschaften zu verpflichten, ihre Mitglieder so zu er- H ziehen, daß eine Heirat mit eurem jüdischen oder farbigen iS Weibe arrsgeschlossen ist. Mit Recht bemerkt das Leipziger i'L Tageblatt zu diesem Beschluß: „über die Zusammcustel ung }'j der Jüdinuen mit den farbigen Frauen haben sich viele i e Leute aufgeregt, was man über Geschmacklosigkeit und U Mangel an Ritterlichkeit nicht tun soll. Der Graf Revent- *1 lvw nun regt sich wieder über diese Kritiker auf, und in j*| seiner Zeitschrift, die er kühn „Der Reichswart Graf E. von -t Reventlvw" nennt, nimmt er die farbigen Frauen in Schutz i| dagegen, daß sie nrit Jüdinuen auf die gleiche Stufe gejx stellt werden. Mau nrriß es rvörtlich lesen: Man müßte den H Beschluß und dieses Prinzip uneingeschränkt bill gen, wenn A nur von jüdischen Frauen gesprochen würde, nicht allge- .H mein von farbigen. Ein Beispiel: Deutsche und Inder sind M nahe verwandt, wenn auch räumlich herzte weit getrennt. Ä Ein großer Teil des indischen Volkes unter seinem südlichen Himmel ist farbig. Eine deutsch-indische Heirat würde aber sÄ den Rassegruudsätzcn und den Erfahrungen der Zuchtwahl ebensowenig widersprechen, wie dem nationalen Gedanken. NI Deshalb ist die Bezeichnung: „mit einem farbigen Weibe" Hf zn beanstanden, außerdem unter dem politischen Gesichts« punkte und denr der tiefbegründeten Sympathie, die uns H Deutsche mit dem indischen Volke verbindet. Was andere fD und politisch nahestehende farbige Völker aulangt, so wäre A mich mit Rücksicht auf sie jener Zusatz besser unterblieben: denn wenn eine Mischung solcher Völker mit Deutschen für •:§ beide rassisch nicht wünschenswert ist, so besteht andererseits H auch nicht eure solche Gefahr, die es nötig nrachte, darauf ausdrücklich hinzuwciseu, und der Standpunkt dürfte außerdein auf beiden Seiten der gleiche sein. Nur natürlich müssen deutsche Heiraten mit Schwarzen ausdrücklich ausgeschlossen 'fj sein, wenn freilich hier Wohl die Notwendigkeit eines solchen Verbotes leider hauptsächlich für deutsche Mädchen und Frauen notwendig wäre, nicht für Männer und gar für Angehörige der deutschen Burschenschaften. Uneingeschränkt ck-' ist aber zu begrüßen der Standpunkt der Burschenschaft gegenüber Heiraten mit jüdischen Frauen. — Und |: Leute mit solcher geistigen Verfassung verüben die alleinh: seligmachende deutschnationale Politik! Das sind die Ratgeber unserer Jugend in staatsbürgerlichen und politischen Fragen." % Vom natlonaldeulscden Juden. | Lange Jahre hindurch gehörte es znm guten | Dvil-e innerhalb der zionistischen Kreise, nnd | vornehmlich betätigten sich ulnherreisende Partei- | beamte auf diesem Gebiete, der deutschen Judenf| heit ihre unzweideutige Betonung des Deutschtnms | vorzuwerfen. Insbesondere der Centralverein und der K. C. waren von jeher ein beliebtes Ziel | für die teils entrüsteten, teils überlegen ironischen Angriffe, die aus der vaterländischen Stellung | des deutschen Juden ständig Verrat am Judentum L an konstruieren versuchten. I

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