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KC-Blätter · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 38

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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mag der einzelne die Politik der Leitung gutheißen oder nicht. So selbstverständlich dieser Entschluß auch manchem crfcfjciitcit mußte, der fern von dem Zentrum des Verbandes die Anträge für den K. C.-Tag durchblätterte, so schwer war die Entscheidung doch im einzelnen, einmal weil die Probleme nicht so offen liegen, wie es dem flüchtigen Beobachter dünkt, dann aber auch, weil hier die Personen für sich sprachen, aufrechte Männer, die eng verwurzelt sind mit dem K. C., an dessen Wiege sie z. T. gestanden haben, und denen der Entschluß nicht leicht wird, wenn sie heute wählen sollen, ob sie den K. C., der mit ihnen groß geworden ist, oder die. Bervegung verlassen sollen, in der sie langsam neue Anschauungen zu wecken suchen. Diese Persönlichkeiten waren es, die veranlaßten, daß man sowohl auf seiten des „für" wie des „wider" Männer ans dm Plan riefen, die von der gleichen Grundauffassnng ausgehend zu verschiedenen Ergebnissen kamen, weil sie entweder der sachlichen Gegnerschaft oder der persönlichen Berknüpftheit den Vorrang znbilligten. Schwer fiel jedem die Entscheidung, und manchem tauchten Zweifel auf, ob die Form der Abstimmung richtig sei, ob nicht hier ein Fall vorliegt, wo sich zeigt, daß das imverative Mandat, das nur wenig verändert, teils abaeschwächt aber teils auch verstärkt in die neuen Satzungen in alter Form übergegangen ist, nicht auch einer Änderung bedurft hätte. Der nächste Tag brachte dann die Antwort auf die Frage: Wie stellen wir uns unter den gegenwärtigen Verhältnissen zur unbedingten Satisfaktion? Alle Zweifel, ob an diesem Prinzip festgehalten werde, sind beseitigt durch die einmütige Ansicht des K. C.-Tages, diesen Grundpfeiler unserer Korporationen in voller Stärke bestehen zu lassen. „Und doch!" Dieser Wahlspruch gilt auch für das Fechten, gerade heute, wo kein Mittel dem Gegner zu schlecht erscheint. Nur einen Fall nehmen auch wir künftig grundsätzlich aus. Derjeniae Student und derjenige Verband, der uns als Verband oder der dem einzelnen die Satisfaktion verweigert hat, darf nicht mehr damit rechnen, daß er sie erhält, wenn er sie fordert. Das ist eine selbstverständliche Pflicht der Wahrung der persönlichen Ehre. Auch die andere große Frage dieses Tages fand eine einmütige Regelung: die Tendenz. Die innere Ausgestaltung der Korporationen, die noch im voriaen Jabre viele Gegensätze hervorrief, ist heute zurückgetreten unter dem Drucke von außen. Was hier noch zu leisten ist. das iwrd nnf,"- Anseft"N" des neuen geschästssührenden Ausschusses und des unter großem Beifall eingesetzten K. C.-Sportwarts seine Praktische Erledigung finden. Aus dem Gebiet der Tendenz hat es sich gezeigt, daß die großen Forderungen doch nichts Neues in den Verband hineintragen wollten, sondern nur das Bestreben zeigten, durch veränderten Grad der Ä Hervorhebung int Statut diesen oder jenen Teil f| der Praktisck)en Arbeit als mehr oder minder wichtig zu zeigen. Dies wurde abgelehnt, abgelchnt H auch die in mancher Hinsicht berechtigten Wünsche $ dem alten Tendenzparagraphen ein besseres Kleid jj zu geben; denn mag man auch manches für eine jj neue Form an führen können, die alte hat uns in :v manchem Strauß begleitet, hat trotz ihrer Schwächen allen Anforderungen genügt und ist im || Laufe der Jahre ein Stück unserer selbst geworden. $ Vieles ist so geleistet worden, aber wieder wer- || den manche unzufrieden von dannen gezogen fein, jene die nicht wissen, wie schwierig es ist, gerade j| kleine Fragen vor einem großen Forum zu be- % sprechen. Vieles bleibt noch der Zukunft überlassen, die neue Fragen bringen wird. Aber die Beschlüsse >- allein reichen nicht aus, nun wird es an den Mit- # gliedern des Verbandes liegen, nicht nur von der hohen Warte auf alle Ereignisse herabzusehen,!■;' sondern sich restlos einzusetzen für das. Ganze. Nur dann kann auch der letzte Beschluß der § Tagung Leben erhalten, der die kleinem Verbiir- A düngen zu stützen trachtete. Hoffen wir, daß das neue Jahr uns diese Be- K friedigung nach innen und nach außen bringen k wird und daß die kommenden K. C.-Tage weniger A ernste Entscheidungen bringen mögen als der nun § verflossene. $ _ 'k Sarbfge Weiber! Man sage es nur offen heraus! So recht be- £ haglich ist kaum einem Burschenschafter beim Gedanken an den Beschluß über Heiraten mit „jüdvf: scheu oder farbigen Weibern". Tie jüngeren murf meln etwas von „Österreichern", die das Karnickel gewesen sein sollen, die älteren aber protestieren x teilweise ganz offen. Zur Verteidigung jenes unff gehenerlichen Beschlusses, der wegen seiner Ge- JJ schmacklosigkeit und Gefühlsperversität keinem Ü schadet, wie der Burschenschaft selber, hat bisher ff bezeichnenderweise noch kein D. B. er das Wort j§ ergriffen.!j Wir wollen heute nur als Material Stimmen || zur Frage der Eisenacher Beschlüsse veröffentlichen K und uns eine umfassende Betrachtung für später 1 Vorbehalten. |S Bürgermeister D. Klei n s ch midt (Karls- I) ruhe) schreibt im „Tag" vom 18. 3. 21 u. a.: 1 „Nach dem Kriege geht eine Welle der Gegnerschaft % gegen das Judentum durch das Volk, besonders fühlbar Z auf den Hochschulen. Aus einer Atmosphäre des Miß- § trauens und der Verzweiflung, aus ungesunden, Wirtschaft- Jj lichen Zuständen erwachsen radikale Gedanken und erwächst J auch der allenthalben neu aufbrennende Judenhaß. Das H zermürbte Volk sucht Schuldige. Dazu schafft das unge- ♦ §]

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