KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
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»7 Dieser Gedanke wird unsere Kraft erhöhen, in diesem Zeichen norden wir siegen. Wir schreiten unentwegt durch Finsternis zum Licht; der Genius des Jahrhunderts trägt uns die Fackel voran! ver 20. orvenlllcke ß. C.-tag. iton Pr. $ er mau u Berlak (Spr. Fr.-Ghib.-. Fünfundzwanzig Jahre K. C.-Geschichte abgeschlossen durch die 20. ordentliche Tagung! Das ist ein Abschnitt, der auch in unserer schuellebigen Zeit gefeiert zu werden pflegt. Aber still und ohne Aussehen ist dieser 20. Kartell-Convent dahiugegangen. Keine Freudenfeste, keine großen Kommerse, wie sie sonst studentische Feiern zu begleiten pflegen, und wie auch wir sie gern, begangen haben. Ernster Arbeit waren diese Tage geweiht. Nicht wie die anderen Verbände inmitten der waldigen Höhen Süd- und Mitteldeutschlands, wo die meisten ihre schönsten Semester verlebt haben, sondern in den lärmenden Straßen der Großstadt Berlin tagten wir nun schon zum dritten Mal. Die Zeit ist zu ernst, die Kosten zu groß, und die für viele Zwecke benötigten Mittel sind nur zu beschränkt. Wenn alle Wünsche in Erfüllung gehen, dann werden wir im Herbst ein Jubiläum an der Stelle feiern können, wo der K. C. gegründet wurde, und beim ersten K. C.- Sportfest beweisen, was wir aus' unserer Jngend zu machen verstanden. Dieses Mal galt es andere Ziele. Während der lepte K. C.-Tag die Richtung für die innere Tätigkeit der Verbindungen legen, nach den langen Kriegsiahren „wiederausbauen" sollte, hatte dieser die geschichtliche Aufgabe zu den schmachvollen Beschlüssen Stellung zu nehmen, die der A. D. W. und die meisten der großen wafsenstudentischen Verbände unter der „ruhmreichen" Führung der Deutschen Burschenschaft imLaufe des lebten Jahres gefaßt hat. Schmachvoll sind diese Entschließungen, aber für die, die sie gefaßt haben, nicht für uns — gegen die sie trotz aller Einkleidungen doch allein oder wesentlich gerichtet sind —, denn hoch schabt man den Gegner, wenn man glaubt ihn ohne folckse Waffen nicht besiegen zu können. Dann sollte der K. C.-Tag aber noch die auf der lebten Tagung nicht erörterten inneren Gegensätze auf dem Gebiet der Organisation und der Tendenz klären. Neue Zeiten heischen neue Mittel. Daß wir nicht nur farbenfrohe, lebenslustige Studenten sind, sondern daß unter den bunten Mützen auch daS Bewußtsein wohnt, daß wir hohe politische Aufgaben haben — allerdings nicht im Sinne der Parteipolitik, in der weite Kreise der Studentenschaft heute ihr Ziel erblicken —, daß ernstes Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft, Bereitwilligkeit der Hingabe für das Ganze auch die junge Generation bejeelt, das zeigte schon die vertrauliche Vertreterversammlung. Groß war die Reihe der Vertreter geworden. Zum ersten Male waren viele der neuen Verbindungen als vollkommen gleichberechtigte Bundesgenossen anwesend. Zum ersten Male hatten auch in Auswirkung der neuen Satzungen von Ost und West, von Nord und Süd die Landesverbände ihre Berater entsandt. So war das Bild noch bunter geworden als beim vorigen Mal; in den Kreis der alten Haudegen war mancher neuer Streiter getreten, aberdas Feuer der Begeisterung wohnte in allen in gleicher Weise, mochte nun Goldschmidt, Mainzer oder Arnheim oder ein Aktiver sprechen. Einen schönen Auftakt stellte schon der Geschäftsbericht dar, den Kbr. Holländer erstattete. In formvollendeter Rede trug er nicht nur die trocknen Ereignisse vor, die die lange Berichtszeit gebracht hatte, er gab auch einen Überblick über die gesamte gegenwärtige Lage, zeigte rücksichtslos die Mängel und Schwächen, bewies aber auch, wie der geschäftsführende Ausschuß trotz aller Kritik es verstanden, oder doch versucht hat sich über jede Organisation, jede Bewegung draußen im Lande unterrichtet zu halten. Wenn ihm dies nicht stets gelang, war dies nicht immer seine Schuld, sondern häufig die der Kritisierenden, eine traurige Wahrheit, die wir mit nach Hause nehmen mußten. Nach den ergänzenden Referaten von Weil und Bornstein begann die eigentliche Tagung. Die Debatten bewegten sich im allgemeinen auf einem erfreulich hohen Niveau. Manch gutes Wort fiel, aber auch manches, das, nicht lange überlegt, von dem Redner temperamentvoll hinausgeschleudert wurde, ohne Rücksicht auf die Wirkung, die es draußen auslösen könnte. All die verschiedenartigen Gedanken und Vorschläge, die namentlich die Generaldebatte brachte, sie zeigten übereinstimmend, wie ernsthaft überall gearbeitet wird, wie möglichst jeder Hieb des Gegners nicht nur pariert, sondern auch erwidert wird, und wie die Angriffe von außen überall nur eine Festigung nach innen zur Folge haben, die alte Gegensätze verschwinden läßt und bundesbrüderliches Gefühl in aller Innigkeit neu erweckt. Doch Ändere Gegensätze waren geblieben. Dies zeigten die Debatten des Nachmittags. Leider ließ es der Gegenstand nicht zu, die Person von der Sache scharf zu trennen, wie mancher es versuchte. Dies hätte zu unmöglichen Kompromissen geführt, und nun trennt sich der Weg zwischen der Mehr-! heit des Verbandes und manchen. seiner Besten, nicht weil ihre Anschauung mit der unsrigen nicht vereinbar wäre, sondern weil es unmöglich scheint, die Zugehörigkeit zu uns mit der Tätigkeit in entgegengesetzt wirkenden Bewegungen zu vereinigen.