KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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der Korporationen in dem Augenblicke, in dem sie die Rundfrage beantwortet haben; in den schnell wechselnden Zeiten seit der Revolution haben sich die Meinungen in vielen Fragen auch sehr schnell und sehr oft geändert, so daß man das Ergebnis der Rundfrage in diesem Falle für nicht viel mehr als ein Stimmungsbild in einem bestimmten Augenblick halten -kann, von dem jedoch anzunehmen ist, daß es seit der Revolution bis .zum heutigen Tage als die.unveränderte Meinung der K. C.-Verbindungen besteht. In dieser Angelegenheit, die in erster Linie unsere jungen Bundesbrüder angeht, muß von den alten Herren immer wieder darauf hingewiesen werden, daß man.sie nur von unserem prinzipiellen K. C.- Standpunkt aus zu betrachten hat, und daß es' verfehlt wäre, sich in der Beurteilung der Conleurfrage von Stimmungen hinreißen zu lassen, wie sie natürlichen jeder K. C.-Verbinbung in jedem Semester des.öfteren wechseln werden und müssen. Also: Couleur muß weiter getragen werden, wie . bisher, und gerade im Hinblick auf jenes entzückende Schreiben der Berliner Landsmannschaften, in dem sie den studentischen Verkehr mit den Berliner K. C. ern ablehnten, weil sie nut eine Karikatur des deutschen Studenten seien. Wie der deutsche Student aussehen soll, hat der $. C. in jenem ^Schreiben leider nicht, mitgeteild. Man darf demnach .annehmen, daß er mit der durchschnittlichen landmannschastlichen Begabung behaftet sein muß, die mehr Wert darauf legt, sich lächerlich zu machen, als ein gutes Deutsch zu schreiben. Wenn wir annehmen dürfen, daß Leuten solchen Kalibers unsere Couleur ein Dorn im Auge.ist, so wollen wir ihn ruhig darin lassen und uns bei Gelegenheit daran erinnern, daß auch Karikaturen über gute Fäuste verfügen Wunen. Es wird stets nötig sein, immer wieder zu betonen, weshalb der K. C.er seine Couleur trägt, daß er sie nie aus Gründen persönlichen Vorteils hat tragen können und daß sie ihm nicht eine leere Form, sondern Prinzip ist; dann werden wir unsere Mützen und Bänder noch lange in derselben Ehre tragen können, mit der wir, sie bisher hochhielten. Sport und k. C. Bon Dr. Erich Bukoszer (Spr.-Sil.). Nachdem sich für den K. C. fast aller Orten eine besonders schlechte Stellung zu den dem Waffenring angehörigen Korporationen gezeigt hat, nachdem - die SEsfaMonsfrage, wie von anderen Bundesbrüdern bereits ausgeführt, zu ganz kolossalen Schwierigkeiten geführt hat, stehe. ich auf dem Standpunkt, daß es dringend an der ■ j Zeit ist, in durchgreifender Weise den Sport-. I und Turnbetrieb in unserem Verbünde umzugestalten. Über den Wert des Schlägerfechtens will ich mich nur insofern kurz mißern, als ich für das' Varbereitetsein auf Säbelmensur nicht v-p mehr die dringende Notwendigkeit einsehen kann. Nach meiner Überzeugung gibt es Leute in unserem Derbande, die oft und'viel Schläger gefochten haben, und denen ich richtigen K. C.-Geist absprechen muß, während hingegen andere Bundes- : ' brüder, die keine Gelegenheit zum Fechten hatten, wirklich ganze Kerle sind. Du für den K.C. fast ausschließlich nur jüdische Studenten aus Korporationen, A»er deren Wert man streiten kann, jetzt noch in Frage kommen, glaube ich, daß man in Zukunft auf diese Art von Schulung und lDisziplin verzichten muß. Das Säbelfechten kann naturgemäß etwas . . eingeschränkt werden, weil man doch weniger Ver-' ' Wendung dafür hat. Ganz abgesehen, davon, daß es einem gut durchgearbeiteten muskulösen Men-- scheu möglich ist, auch bei einer geringeren Anzahl von Fechtstunden bei dafür erhöhten Körperkräften größere Erfolge auf Mensur zu erzielen.. Ich will mich über die schlechten Fechterfolge . in der Zeit nach dem Kriege hier nicht äußern. Es muß aber ausgesprochen werden, daß, dem Geist der heutigen Zeit entsprechend, die Jugend auf andere Art und Weise gefesselt werden muß. Infolgedessen halte ich zur Regeneration unseres Korporationslebens, zur Hebung der Disziplin und zur Stärkung des jüdischen Nachwuchses, es für 'dringend forderlich, für die körperliche Durchbildung der Verbandsbrüder eine ganz «andere Menge von Zeit als bisher aufzuwenden.! Es wird dazu nötig sein, die gesamten Schlägerfechtstunden auszugeben, sowie die Säbel- . fechtstunden auf 5 in der Woche zu reduzieren und zwar in der Weise> daß 4 mal beim Fechtlehrer gefochten wird, einmal auf dem Kontraboden. Die 4 Fechtstunden beim Fechtlehrer mag sich jeder Bundesbrnder zeitlich -einrichten, wir es seine Kollegs zulafsen. — Wir hatten vor dem Kriege 13 Fechtstünden , in der Woche und einen Turnabend. Wenn ich diese Zahl von 14 Stunden als Fundament für meinen Sportplan benutze, so muß ich: dazu sagen, daß diese das Mindestmaß von Stunden wären, . die ich zur Durchführung meines Programms für unbedingt nötig erachte. — - Nachdem wir bereits über 5 Stunden >in der Woche für Säbelfechten verfügt haben, müssen 7 Stunden in der Woche, -für gemeinsame körperliche Übungen, auf die ich später zu sprechen komme, reserviert bleiben; die restievenden 2 Std. . werden für die Ausbildung in Selbstverteidigung, aufbewahrt. ’