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KC-Blätter · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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Man möchte beinahe sagen, daß diese Jugend sich auch eine neue Sprache geschaffen hat, eine Sprache zwar voll Überschwenglichkeit — und manchmal auch voll schwülstigem Pathos — aber getragen von einer Liefert, reinen Begeisterung, die geläutert wird durch ein festes Wollen. Es kann immer nur wiederholt werden, .daß jeder, der sich mit Jugendarbeit heute befassen will und selbst nicht mehr mitten in der Jugend steht, es sich zur Pflicht machen müßte, zum mindesten regelmäßig zu lesen, wie sie ihren Ideen Ausdruck gibt' ' - Für die, die in dem unverbrüchlichen Festhalten an den alten Formen das wesentliche auch für uns sehen, sei festgestellt, daß keineswegs die Disziplin etwa gebrochen werden soll. Fast scheint es, als ob man durch Entfernung mancher Schlacken noch fester Zusammenhalten, noch energischer an sich und Gleichgesinnten arbeiten will und daß man zu diesem Ende auch nicht daran denkt, etwa die Korporation als solche mit dem, was zu ihr gehört, zu beseitigen. Allerdings will man stark die Formen erneuern. Interessant ist besonders, wie man immer wieder die kleinen Verbindungen als Muster hinstellt. Man glaubt hier, im kleinen Kreise, nicht nur sich enger aneinander anschließen, sondern auch zielbewußter auf die Verwirklichung aller Ideen hinarbeiten zu können. Die Ausdehnung der Fuchsenstunden in veränderter Gestalt auf alle aktiven Verbindungsmitglieder wird vielfach gefordert. Das ist etwas, das eben nur in der kleinen Verbindung praktisch durchführbar ist. Ebenso bemerkenswert ist es, wenn man an Chargierte und Fuchsmajore erhöhte Anforderungen stellen will, wenn man verlangt, daß sie in Wahrheit Vorbilder der anderen ist. D',e Einrichtung von Führerkursen, die in anderen Jugendverbänden schon geschaffen ist, soll auch im K. C bewerkstelligt werden. Für die politischen Auseinandersetzungen hat man wenig Verständnis. Man glaubt, daß durch sie der Wiederaufbau gehindert wird. Deshalb Zusammenschluß, um in gemeinsamer Arbeit Neues Und Besseres zu schaffen. „ Die Mängel der sog. Tendenzerziehung werden fast allgemein anerkannt. Und bei den Erneuerungsvorschlägen ist es deutlich! zu beobachten— und auch da ist die Parallele mit der sonstigen Jugend gegeben —, daß jüdisches Quellenstudium gewünscht wird.!Die körperliche Ertüchtigung soll nicht «etwa nur dazu dienen, um kraftvoll dem Gegner entgegentreten zu können, sondern der Mensch an sich muß stark sein, weil er rein sein soll. Es könnte noch vieles angeführt werden, was den Geist, der geschildert werden soll, illustrieren köpnte. Vielleicht genügen aber auch bereits diese wenigen Angaben,^ um die Zusammenhänge zwischen unserer K. C.-Jugend und der sonstigen Jugend erkennen zu lassen. Und wie im K. C. ist es' in der gesamten cckademischen Jugend. Das verraten die Organe, -? das verraten sonstige Berichte. £- Werturteile, so sagten ivir zu Beginn, wollten wir nicht füllen. Aber einige wenige Worte der Kritik und der Anerkennung müssen zum Schluß gestattet sein. Daß die gesamte Jugend, akademische wie nichtakademische, sich von denselben Ideen leiten läßt, ist begrüßenswert. Das überbrückt Klüfte, die heute unbedingt nicht mehr vorhanden sein dürfen. — Edles Streben, ideales Wollen ist das Höchste und Beste, was wir von der Jugend verlangen können. Seien wir froh, wenn . ' die Jugend eine Arbeit leistet, die wirklich ideal. ist, und von der sie glaubt, daß sie. einer Erneuerung der Menschheit dient. Aber übersehen wir auch die Kehrseite nicht. Alle Revolutionäre sind letzten Endes an sich selbst zu gründe gegangen. Die Menschheit ist nun einmal nicht nur von . heute, sondern auch von gestern und vorgestern, und wer die Zusammenhänge durchschneidet, tötet viele der Wurzeln,- aus denen wir unsere Kraft schöpfen. Die Gefahr besteht auch, daß, wenn man nicht immer wieder erreichbare Ziele sich steckt, der Weg verloren wird. Dann bleibt anstelle der praktischen Tat Nur das hohle Wort. Deshalb wehre man der Jugend nicht, sondern man Wfe ihr, man zeige ihr — nicht einmal, sondern stets!— Ausgang, Weg und Ziel ihres Schaffens. Man zeige ihr, daß auch das Alte gut war und daß das Neue nur gut wird, wenn es sich an das Alte anlehnt und sich mit ihm verschmilzt. Auch die Alten waren Menschen, die ihr Ziel kannten. Die Jungen wollen doch nun nichts anderes werden als Menschen, die auf ihr Ziel hinstreben, . Menschen, die praktische Arbeit leisten und das Leben meistern. Nicht herumirrende Schwärmer, sondern zielbewußte Persönlichkeiten zu werden, daß muß der Wille sein, der auch die neue Jugend leitet. > .-s Vertiefung des Religiöfen durch den Krieg. Von Dr. F elix Goldmann (Thur. Saxo-Bav.) Krieg und Religion sind unüberbrückbare Gegen- - sätze! Wenn der giotze Friedrich spöttelnd sagte^; Gott sei immer mit den starken Bataillonen, so bat er damit nicht übel jene verhöhnt, die vor dem Auszug in den zur Vergrößerung der ' Macht angezettelten Krieg die Waffen von Dienern

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