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KC-Blätter · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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Entwicklung geht, dabei aber nach! deist Gebot seines autonomen Pflichtgefühls auch für. die Gemeinschaft sorgt, in die er hineingestellt ist, ja wenn es. notwendig ist, .sich ihr opfert. Steht der völkische Mensch im geschlossenen Kreise, so steht er auf der geraden Linie, das Auge noch vorne in Zimmer strebendem Bemühn" -Franz Ludwig Fuchs (Bäv.-Sprev.). u c. und Jugendbewegung. - Bon Dr. Kurt Alex ander-Crefeld (Badeniae-Bavariae. Rhenosilesiae). 'Im öffentlichen Leben unseres Laiches hat in der Nachkriegszeit das Problem der Jugendbewegung eine außerordentliche Bedeutung gewonnen. Es gibt viele, die der Ansicht sind, daß es unrecht sei, die' Jugend so in den Mittelpunkt zu schieben, unrecht vor allem im Interesse der Jugend selbst, deren. Überheblichkeit dadurch genährt würde. Es fehle ihr doch zu vielem, das sie in 'Angriff nehmen wolle, die Erfahrung; die historischen Zusammenhänge würden überseheü, und also würde revolutionäre Umstürzlerei auch, da erzeugt, wo sie keineswegs am. Platze sei. Hier wollen wir nicht das Urteil darüber sprechen, was nach dieser Richtung zweckmäßig ist oder nicht. Wahrscheinlich ^wäre auch jedes Urteil nur auf einer sehr zweifelhaften / Grundlage aufgebaut; denn die Richterin, die allein hier zur Entscheidung berufen zu sein scheint, ist die Zeit. Die Tatsache besteht, daß der Jugend Wille und Wollen heute aus vielen Sphären unseres Lebens nicht hinweg gedacht werden, kann. Und es muß gesagt werden, daß jeder, der am öffentlichen Lebendes Volkes teilnehmen will, wie auch immer er sonst zu den, Dingen steht, die Pflicht hat, dem, was in her > Jugend vorgeht, seine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es ist das einigermaßen leicht; ein Studium der Organe der einzelnen Jugendorganisationen genügt, um wenigsteus eine oberflächliche Ahnung von dem zu bekommen, was sich da abspielt. Man wird bald merken, daß dieselben Erscheinungeil in allen Zusammenschlüssen der Jugend, mögen sie sich nach außen hin noch so wesensfremd und noch so feindlich gebärden, auftreten. Im Grunde will heute alle Jugend, mag sie nun zur .freideutschen oder jungdeutschen,, zur sozialistischen öder deutschvölkischen, zur christlicher oder, jüdischer Belegung sich bekennt, das gleiche. Was ist es nun, was da angestrebt wird? Im Vordergrund alles Sehnens der Jugend steht der Mensch und die Menschheit. Geborenist dieses neue Wollen aus der Unzufriedenheit mit den augenblicklichen Verhältnissen. Dabei werden bei dem einen die religiösen, bei dem , anderen die politischen, bei dem dritten die nationalen und bei dem wieder die wirtschaftlichen . Momente die Triebfeder bilden. Die Not unserer Zeit ist nach Ansicht dieser Jugend dadurch entstanden, daß der Mensch sich und die Welt entwürdigt oder entsittlicht hat. So sagen sie: beherrscht von einer Überschätzung parteipolitischer. Dogmen, befangen im Materialismus, entweiht durch eine Beschmutzung alles dessen, was hoch! mrd rein sein soll, mußte die Menschheit in diesen Pfuhl hineingeraten. Der Weg zurHöhe kann nur von dem 1 gereinigten Menschen beschritten werden. Deshalb zersprengt die beengenden Ketten, die die Parieipolitik die Menschen, einschließt, kehrt zur reinen, tiefen, innerlich empfundenen Religiosität zurück, lebt ein Leben der äußeren und inneren Reinheit, in dem ihr euren Körper stärkt und euren Leib unbefleckt haltä.! Im. kleinen Kreise gleichgesinnter Freunde werdet ihr die Gemeinschaft finden, die euch beiähigt, euch über diese Dinge auszusprechen und sie zu verwirklichen.- Denkt auch vor allem daran, die Führ er zu haben oder zu finden, die euch auf diesem sicherlich nicht leichten Weg vorangehen können. ' So und ähnlich lauten die Gedanken» die die Jugendbewegung unserer Tage beherrschen. Das sind die Richtlinien, die von Persönlichkeiten wie Blüher, Wyneken, Löffler und vielen anderen, zu denen die jungen Menschen -rjeder Kreis zu einem anderen — wie zu begnadeten Propheten aufschauen. Und es ist sicherlich richtig, daß diese Gedanken — natürlich jeweils in variierter Gestalt — von dem kundigen Beobachter in allen Jugendzusammenschlüssen heute gefullden werden. Der, der den Dingen ferner steht, oder selbst seine Jugend unter der Herrschaft anderer Ideen gelebt hat, wird sicherlich sich mit vielem, was er hier hört, nicht befreunden können. Man wird be^- greifen, daß gerade die Jugend, der das Maßhalten stets schwer fällt, wenn sie sich solche Ziele steckt, auch nach. Dingen greift, vor denen sie sich unbedingt fernhalten müßte. Auch über die Möglichkeit alles hier angestrebten wird nt cm sehr geteilter Meinung sein können, aber keiner wird den tiefsittlichen Kern dieses Strebens verkennen und keiner wird leugnen können, daß ein von solchen Ideen getragenes Arbeiten unserer Zeit mehr als alles andere nottut. ' / Es ist nun interessant zu beob achtelt, wie in diese Bewegung allmählich auch die Zusammenschlüsse der studentisch e n Jugend hineingezögen wurden. Unsere Korporationen haben- bislang >ein Leben abseits. der Bahnen, die die sonstiger Jugendorganisätionen geschritten, gelebt, wenn ja auch die Tendenzkorporationen, wie der K. C., durch ihre, zweifache Aufgabe den Problemen

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