KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
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lich nicht organisierten Arbeitern und deutschnationalen Hcmdlungsgchilfen, in München, mit Studenten und Polizei, inn Bonn mit einem Arbeiter' und Studenten gekommen. Auch aus Leipzig und Darmstadt, w-o bei einer Schützend Trutzbundversammlung mit Gummiknüppeln gearbeitet wurde, werden ähnliche Vorfälle gemeldet. In einigen Fällen sind dabei auch ältere Gymnasiasten beteiligt gewesen. Immerhin können 9 Hochschulen erfreulicherweise mitteilen, daß dort Tätlichkeiten nicht vorgekommen .sind. Diese sind im übrigen fast ausschließlich rein antisemitischer Natur und haben, Heidelberg ausgenommen, mit dem Korporationscharafter der betroffenen' jüdischen Studenten nichts §u tun. Geistige Auseinandersetzungensind von fast allen K. C.-Korpvrationen versucht worden und haben in den verschiedensten Orten stattgefunden.' In ihnen ist sehr häufig von zionistischer Seite eingegriffen worden, und es kam dabei zu, vor der Öffentlichkeit doppelt unerfreulichen, Auseinandersetzungen mit Zionisten Areslau, Heidelberg). Der Erfolg derartiger Veranstaltungen wird durchaus verschieden beurteilt >md durchläuft Me Skalen. .In mehreren Berichten wird der besondere Erfolg von K. C.ern hervorgehoben. . - - * .Die Wahlen zu den Studentenv eriretungen gingen besonders in Berlin, Münhen und Königsberg unter politisch antisemitischem Programm vor sich. In vielen Studentenlertretungen ist überhaupt kein Jude zu finden. §me rechtliche Benachteiligung der Stellung, der Zuden an den Hochschulen wird offen nurver- '.iuzelt angestrebt. Sv sprach sich in Königsberg!ine allgemeine Studentenversammlung für die ßrozentnörm aus; dagegen wurde in Heidelberg m Ausschuß der Kliniker der Jenenser Vorschlag instimmig abgelehnt. Auch Freiburg lehnte den Ausschluß der Juden gegen eine Stimme ab. In Leipzig fanden sich nur 2 von 39 Stimmen; in Hamburg wollen die Kliniker keinerlei Beschränkung der Rechte der Juden, die vor dem 2. August .914 Reichsdeutsche gewesen sind. Eine Veränderung in der bekannten Stellung >er Richtaufnahme von Juden irr studentische Verbindungen wird nirgends gemeldet.!llle großen Verbände bleiben nach wie vor auf inem vollkommen judenablehnenden Standpunkt tehen. Andererseits gingen Verbände, die bisher den Ausschluß nicht statutenmäßig haLten, ielfach dazu über, ihn dort aufzunehmen. Die l. D.B. Burschenschaft steht jetzt auch auf judeneinem StandpunL. Auch die neu entstehenden; Zerbrndungen nehmen. von vornherein den gleichen ntisemitischen .Standpunkt ein. Lichtblicke in iesem Bilde sind nirgends zu verzeichnen. - —.—■ > — » , --- - J'*\» ». -.i-. i-iin - i r» vni ti ' IV.; Bon der St ellung d es K. Cs. handelt der dritte Abschnitt. Das Verhältnis zu dm jüdischen Studenten ist im allgemeinen gut, die Fühlung zu ihnen verschieden. An manchen Orten stehen Verbindungen und jüdische Studenten sich bedauerlicherweise indifferent gegenüber. In Heidelberg wählen die jüdischen Freistudenten statt der jüdischen Liste meist , für die freie Hochschulgemeinde. Greifswald klagt besonders über mangelnde Unterstützung im Abwehrkampfe.' Kontrahagen zwischen jüdischen Studenten, die früher Deine sehr große Seltenheit waren, kommen nur ganz vereinzelt, in München, Darmstadt, Karlsruhe z. B. seit Kriegsende überhaupt nicht vor. Über die Frage, ob bei den nicht! oder paritätisch organisierten Verbindungen jüdischen Verbindungen Interesse entgeg-engebracht werde, gehen,nicht nur die Meinungen der Verbindungen, sondern auch in den Verb Ladungen die Meinungen der Einzelnen auseinander. Das.Verhältnis zu den paritätischen .Verbindungen ist vor dem Kriege stets ein besonderes und schwieriges Kapitel gewesen. Einfacher ist.es auch nach dem Kriege nicht geworden. Reibereien mit dem C. kommen in Breslau seit Semestern vor. Andererseits berichtet.Heidelberg über gute Beziehungen zur F. W. V.,' steht dadagegen in Verruf mit dem B. C. In Berlin halten sich die Beziehungen in den zwischen den Korporationen üblichen -Formen; in München ging vom B.C. sogar die Anregung zu einer gemeinsamen Abwehrbewegung gegen den Antisemitismus aus; dagegen verhielt sich dieser Verband auch dort in der Frage eines PaukLomments und Belogerverhältnisses ablehnend. Würzburg meldet korrekte, Hamburg gute Beziehungen. . i Ebenso verschieden sind auch die Beziehungen zu den zionistischen und national-jüdischen Verbindungen and- Studenten. Bald beschränken sie sich auf persönliche Bekanntschaft, wie in Berlin (Silesia) und Frankfurt, bald sind sie korrekt wie bei der Berliner „Vineta" und in Würzbnrg, bald sind gar keine Beziehungen vorhanden, so in Freibürg, Därmstadt und Leipzig. In Heidelberg besteht ein gespanntes Verhältnis zum K.J.D., ein besseres zum B. Z.K. In München haben sich aus einem .anfänglich auskömmlichen Verhältnis stärkere Gegensätze entwickelt; in Gießen sind die Beziehungen .äußerst gespannt. ' Ob in den geistigen Auseinandersetzungen mit Zionisten der Erfolg auf Seiten der K. C.-Verbindungen oder einzelner. K. C. er war, ist schwer feststellbar. .In solchen, Dingen schreiben sich auch, im politischen Leben beide Gegner gern den Erfolg' zu. Die meisten Verbindungen nehmen auch selbst den Standpunkt