KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 133 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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133 wenden Juden zurückzusetzen. Die „Montagspost" vom 13. Dezember 1920 veröffentlicht folgendes interesfante Eingesandt: »Es ist zu beklagen, das; in der Stndentenschart der dentfrlren Hoclnchnlen iw allgemeinen ein nationalistisch aittiscmiti.cher Weift herrscht. Denn er spricht nicht gerade für die Politische Reise der deutschen. Hoctzschülcr. Aber von jungen Leuten soll man nicht zuviel Klugheit und Reise verlangen. Was man indessen von ihnen verlangen kann und muß, ist ein gewisses Mas; von Anständigkeit und vor allem die Ver-' meidung des Mißbrauchs der ihnen übertragenen Rechte. Ein solcher Fall liegt vor. Aus dem schwarzen Brett der Technischen Hochschule in Eharlotlenburg befindet sich folgender Anschlag : „Durch die von dem A u s l ä n der- A n»« s »1) ii st d e r Studenten- B e r e i n i g n n g in feinen Awtsstunden vorznnehmende Abstempelung der Belegbugen der Studentenkarten mit dem Bermerk ,,Ali--'land-5d> ulf.Iiei" ist die iw,» ''»iiuifleriiii» ver-- , Itiate (Vi|i|(i'jii'lliiitii der?liisla»bsbc»l>il»'» mit den Reiclisinländeru doluwenliert. Auf Grnnd der so abgestempelten Sludeutentarlen sind demzufolge die Inhaber auch zur Nutznießung aller für Reichsinländer eingerichteten studentischen Vergünstigungen berechtigt." Dieser Anschlag ist vollkommen eindeutig. Ter \ Ausländer-Aiisscbus; der Stndentenvereinigung hat das ' Recht, solche Abstempelungen vorzunehmen. Das kann er natürlich nur tun, wenn er geprüft hat, ob der die Abstempelung fordernde Student auch wirklich „Aus landsdentscher" ist. Unter Ausländsdeutschen versteht man an der .Hochschule zunächst diejenigen Deutschen,, die ans Gebieten stammen, die durch den Friedensscblust von Deutschland abgetrennt wurden, und dann jene die als Abkömmlinge deutscher Eltern, die ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten haben, aus dem Auslande kommen: aber auch die Dentschösterreicher und die sogeuanuteu Sudetendeutschen, d. i. die Deutschen, die nunmehr der Tfchecheslowakei auheimgefallen sind, gehören nach einer nubestrittenen Interpretation zu den an der Hochschule den Jnlandsdeutschen glcichzuhaltenden Deutschen. Alle diese Studenten haben die Abstempelung zu erbitten, wenn sie die Gleichstellung mit den Julandsdcutschen erreichen wollen. Sie müssen bloß beweisen, daß sie Deutsche sind. Zu diesem Zweck lässt sie der Ausschns; einen Fragebogen aussüllen. Dieser Fragebogen hat nicht weniger als 13 Rubriken. Fragepunkt 9 lautet: Religionsbekenntnis des Paters. Punkt 10: NeligiousbekeiintuiS der Mutter. Punkt 11: Nachweis arischer Abstammung. Am Schlns; des Fragebogens heisst es: < Ich erkläre ehrenwörtlich, daß sowohl ich als meine Eltern arischer Abstammung sind und ich dem Dentschtum nach besten Kräften dienen werde. Wer diesen Bogen nicht ausfüllt, bekommt keine Abstempelung und steht in seinen Rechten hinter den anderen Studenten zurück. Wir fragen den Unterrichlsininister: Gibt es irgend einen Paragraphen der Verfassung, der einen Unterschied macht zwischen „Deutschen" und „Deutschen arischer Abstammung"'? Ist der Minister gewillt, dem Ausländer-Ausschuß der Studenten-Bereinigung sofort das von ihm mistbrauchte Recht der. Abstempelung zu entziehen und den- Nachweis des Deutschtums von einer verantwortlichen Behörde und nicht von einem rasienantiscmitischen, politisch unreifen, offensichtlich ungerechten Studeutenausschust prüfen zu lassen? Ist der Minister gcsoiuien, den durch diesen Fragebogen beleidigten Studenten^ die sich einer antisemitischen Inquisition nicht unterwerfen wollen, durch diese selbstverständliche Maßregel Genugtuung zu geben? Wir fragen weiter: Ist dies vielleicht eins der Mittel, um dem Dentschtum wieder sein verlorengegangenes Ansehen im Auslände zu verschaffen? Sind dies die Sorgen der deutschen studierenden Jugend, in denen wir die Stichen unserer nationalen Zukunft sehen sollen? Soll der kleinliche Hast eines abscheulichen Parteigetriebes schon von der Schule her in das Leben getragen werden? In das das Leben, das uns. im rastlosen' Wiederaufbau wieder eine alte, verloren gegangene Kultur bringen soll? Da müsste fick an den deutschen Hochschulen vieles, wenn nicht alles ändern!" Wir haben diesen Ausführungen nichts hinzuzufügen. Das; derartige Ausschreitungen zu erwarten wären, ist keinem verborgen gewesen, der die Göttinger Tagung ansmerksam versolgte. Auch aus diesem letzten Winkel die verbissenen Judenfeinde, die unser Recht antasten, hiiiauszujagen, wird hosscnllich dem nächsten Sliidententage beschi.-den sein. Inzwischen ist übrigens, wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, vom Kultusminister verfügt worden, daß alle antisemitische Inquisition aus den Fragebogen entfernt wird. Zur Judensrage. Die „Schwarzburg", das Organ des aus christlicher, also religiöser Grundlage stehenden SchwarzburgbuudeS bringt im Tezemberhefte eine Äusterung zur Judensrage, aus der wir einige Perlen verüssentlichen. Bemerkenswert sind diese Ergüsse nicht nur wegen der geradezu unglaublichen Anschauungen sondern weil sie von bewußt religiöser l!) Seite geäußert werden. „Gegen den änstereu Feind konnten wir als Totila in den Kampf ziehen, strahlend mit Blumen geschmückt; gegen den inneren müssen wir zum Teja werden, dem das Wissen den Mund znsammcnzog wie ein Trunk aus dem Essigkrug. Das Kennen jüdischer Gesetze und Moral, jüdischen Geistes und Charakters muß uns schauern lassen und die Zähne zusammenpressen, wenn wir die Wirkung auf unser Volkstum beachten, und das müssen wir, wenn wir ihm zu neuem Leben verhelfen »vollen. . Wvhlgemerkt, es ist nicht das Judentum an sich, gegen das wir vom Leder ziehen und das wir in unserem Volk und Land ansrotten sollten, sondern dem zersetzenden Einslnß des Judentums aus unser Volt gilt der Kampf, der aber must rücksichtslos durchgesührt werden. Das das Judentum mit Recht das Ferment der Dekomposition genannt wurde, ist zur Genüge bewiesen: aber auch nur m der Wirkung au; andere Völker. Tie Inden unter sich halten zusammen wie. Pech und Schwefel, haben auch ihre Rasse unverfälscht erhalten, trotzdem sie seit Jahrhunderten nicht abgegrcuzt und national znsammengelebt Ijübni wie andere Völker, sondern international liatvr nationea) wurden. Gewiss ist eine ansteckende Krankheit leichter ans der Welt geschasst, wenn man ihren Erreger, den Bazillus, beseitigt. Das ist aber in unserem Fall unmöglich, da wir sonst den Juden aus der ganzen Welt mit Stumpf und Stiel ausrotten müssten, und dazu haben wir kein Recht. Infolgedessen müssen wir unseren eigenen Volkskörper immun machen gegen das jüdische Gift und ihn vor neuen Vergistnngen hüten. Dem Bazillus den Nährboden entziehen, die faulen Stellen herausschneidcn aus unserem eigenen Fleisch; den Bazillus bekannt machen, daß er int fernsten Winkel, in der kleinsten Hütte bestimmt erkannt werden kann, in welcher Form er auch auftritt; Anweisung geben, wie dem Übel zu steuern ist und wie SüWWMssS-.