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KC-Blätter · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 129

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 129 (sequence 9)
Language
German
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nur gerecht zu sein, um das alles auzuerlenncn. „Man denke sich," fährt Hönisch fort, „ans der deutschen. Theaterwelt Otto Ara hm und Max Reinhardt fort, ans der Publizistik Maximilian .Harden (ich liebe ihn gewiß nicht!) oder die Antipoden Theodor Wolfs und Georg Bernhard, ans der deutschen Politik Lass alle, Laster, Bamberg er und Eduard Bernstein, und sofort wird man begreifcn, u m w i e v i e l ä r m e r u n s e r e n a t i 0 n a l e Kultur ohne die Inden w ä r e. — — — Schließlich noch eine Benierkung: Zwei Dinge müßten neben allen anderen.Erivägnngen gerade jeden deutschen Studenten dazu bringen, sich mit Ekel von der antisemitischen Straßeuagitation abzuivenden: ihre ividerivärtige Roheit und ihre sachliche Unfruchtbarkeit. --- - —" Über diesen Pu ult verbreitet sich Hönisch noch am Schlüsse des Kapitels. Geistiger Wettbewerb, nicht Beleidigungen und plumpe Gewalttat müsse die Parole des deutschen Studenten sein. „— — Sollte übrigens nicht auch gerade für .junge Akademiker," heißt es hier, „die Frage von besondereul Interesse lein, inwiefern sich, von allen Einzelfällen abgesehen, auch g a n z a l.l g e m e i n g e r * m auis d) er n n d j ü d i s d) e r Ge ist h a r m 0 n i s ch ergänzen? Ich glaube, manche Erfahrung spridit --Chamberlain,Bartels,Fritsch, Dinier und allenden anderen zum Trotz - dafür, daß das saustisd) dunkle Drängen germanischen Wesens turnt) jüdische Verstandesschärfe und jüdisdie Beroeglidikeit wertvoll bereidiert lverden kann und oft fdjon ivertvvll bereichert worden ist. Allerdings darf dieser jüdisdie Eiusdilag nidit übermächtig lverden. Audi voll dieser Seite her muß man besonders die Frage der ostjüdischen Einwanderung kühl und leidensdiästslvs betrad>ten." Man brandit nun keinesivegs jedes Wort dieser Ausführungen zu uuterstreidien, und zumal wir von unserem bewußt jüdischen Standpunkt aus werden, gegen mandieu Sah Widersprndi erheben. Einen Mann wie Harden als Juden genannt zu sehen., wird uns beispielsweise ein peinliches Unbehagen verursachen. Auch die Rassenausdiauungen Hänisdis geben zu etwas Kopfsdiütteln Anlaß. Was man eigeutlidi unter einem „saustisdl dunklen Drängen germanischen Wesens" verstehen soll, ist, so schön das Wort klingt, reichlidi unklar. So wenig man also Hönisch auf Grund saldier Ansdiauungen als einen Philosemiten anschen darf, so sehr verraten sie Zeinen festen Willen zur Sachlichkeit und Klarheit. ^0 konnte 'es -denn niifjt ausbleiben, daß Hönisch, der ähnliches and) an anderer Stelle ausgesprochen hat, dort Anstoß erregte, uw man unbedingt das ed)te Deutschtum gepachtet. zu haben meint, nttb durch die Blätter ging denn and) folgende Nachricht: Der in Marburg abgehaltene Bertrctertag des Verbandes d e r T urners dt a f t e n a u, f d e u t s ch e n H 0 ch schul e u (V. E.l, befaßte sich iu klarer Erkenntnis der Erfordernisse unserer Zeit eingehend mit der Frage der p 0 l U i \ ch enS1'elln n gn a h m e im nationalen i n n c. Mit völliger Einstimmigkeit bekannte sich der Vertretertag.klar und uneingeschränkt zu völkischen Grundsätzen und zu dem Willen, seine Mitglieder zu entschieden nationaler Gesinnung zu erziehen. U. a. lvnrde folgender B c - s di l u ß gefaßt, der dem preußischen Staalsministerium zugestellt wurde: „Der preußische Kultusminister. Herr H ä n i s ch . hat nadi einem Bericht des „pädagogischen Zeutralanzeigers" vont 10. 11. 20 in Breslau Studierenden gegenüber erklärt, daß er die Absicht habe, die den t--. s ch e n H 0 ch s di u (e n den D ft j it b c u und A n - geyorrgen östlicher Länder,indenennach seiner M e i n n n g d i c Z u k u n f t Deut s di - lan ds läge ^!). unbedingt offen zu halten.! Von dieser Erklärung des Herrn Ministers nimmt der in Marburg versammelte Vertretertag des Verbandes der Turuerschasten aus deutsdien Hodssdiulen mit tiefster E u t r ü st u n g und E m p ö r u n g Kenntnis. Wenn heute, wo das deutsdie Akademikertum im schwersten Existenzkampf steht, wo sogar der Bestand unserer deutschen Hochschulen gefährdet erscheint durch die Röte der Zeit, den Kultusminister Preußens keine andere Sorge drückt, als die um die Bildungsmöglidikeiten n i ch t d c u t s ch e r Elemente, so kennzeichnet das lediglich scharf den unheilvollen Geist, der die Stelle beseelt, die zurzeit leider für die Erhaltung deutscher Gcisteskultur die Verantwortung trügt. In völliger Übereinstimmung mit dem ganzen, deutschempsiudenden Studcntentnm ist der Vertretertag des Verbandes der Turncrschaslcn aus deutsdien Hodjsdiulcn einhellig der Auffassung, daß gerade die Fern Haltung der von Herrn Haenisch so nachdrüctlid) befd)ützte)l fremden Elemente von unseren .Hodssdiulen eine n n u m g ä n g l i ds e Voraussetzung i st für die Erhaltung d e s, d e u t - s ch e n E h a r a k t e r s unserer B i l d u n g s - st ä t t e n. Für dieses Ziel setzt sich der Verband der Turnerschaften aus deutsdien Hochschulen rückhaltslos ein in der festen Überzeugung, daß die bewußtes S t ä r k u n g des völkischen E m P f i n d e nt 8 die Lebensfrage unseres deutschen Volkes ist. Tiefe Auffassung ivird durch das Verhalten des preußischen Kultusministers nur u 0 di bestärkt. Seine unablässigen Bemühungeil zur Förderung der Ostjuden mtb ihres Anhangs können einzig und allein dahin führen, daß der Verband der Turnerschaften auf deutsdien Hvchsdiulcn als ein Glied der.detttirhdenkenden Akadcmikersd»aft den .Kampf gegen diese Gruppe mit erhöhtem Eifer führt. Die d e u t s ch e n .Ho ch s ch ulen sollen und werden die ersten Pflege- Hütten des nationalen Gedankens sein. Daran wird am wenigsten der zeitweilige oberste Leiter des preußischen Unterrichtswesens etwas ändern." „Seine unablässigen Bemühungen zur Förderung der -OsljlideN und ihres Anhangs!" Und das alles, weil Hänisch lediglich das von allen Kulturländern hochgehaltene Prinzip der Gastfreundschaft an den Hochschulen and) Juden gegenüber nicht verletzen will! Bon der Burschenschaft. Wie an dieser Stelle prophezeit wurde ist es gekommen. Zwar haben gegen die Beschlüsse des Eiseiiacher Bursrhcntages vom August 1920 etiva hundert alte Burschenschastec einen „Ausruf zur Erneuerung altbnrscheuscheitlicher Gesinnung" erlassen, aber zehntausende von Alten Herren haben sich nicht gerührt und dadurd) zu erkennen gegeben, daß sie zum mindesten die Stellungnahme der Aktiven nicht mißbilligen. Der Aufruf lautet: Aufruf zur Erneuerung aUburschenschaftlicher Gesinnung! Wir, die wir uns einst in jugendlicher Begeisterung der deutschen Burschenschaft anschlossen,, tief beivegl von ihrer großeit Vergangenheit, und mit dem festen Willen, an der Verwirklichung ihrer Ideale witznarbeitcn, wir, die wir später in reiferen Jahren immer danach trachteten, der tieferen Bedeutung der großen Worte. „Ehre, Freiheit, Vaterland" nachzudenken und nachznleben, wir verurteilen aufs schärfste die Besdilüsse des Eisenacher Burschentages vom August 1020, wonach Nichtarier verfemt und Angehörige von Parteien mit internationalen und separatistischen Ten-

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