KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 128 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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nationalen Wii rde und Sct b ft e i*(;a 11 tt ti$ zugelassen tucvbni, unt geistigen Austausch mit dem neutralen und ehemals feindlichen Ausland anzubahnen. U. W i r t s ch a f t l i ri): Die tuirts cli a s t l i ch e Organisation der Studentenschaft ist völlig unabhängig von kulturellen und v 0 liti - s ck e n Al e i n u n.g s v e r s ch i e d e n heit e n: sie ist aus dem Gedanken der.Hochschule und nach lvirtschastlichen Gesichtspunkten auszubauett. Zu diesem Ausbau ist die tatkräftige Mitarbeit der Studenten erforderlich. Die Wirtschaftsorganisation der deutschen Ltudeutenschait hat mit allen Al ittclu bic G e •- s a h r der P l u t 0 k r a t i s i e r u n g des Studiums zu bekämpfen. Die d r ü ck ende sozial e Notlage weiter Kreise der Studenten s ch a f t bedarf dringender Abhilfe, die jm .möglichst weitem Maste durch Selbsthilfe der Studenten erreicht werden soll. Forderungen von Euch: An der Hochschule hat der Student zu studieren und nicht zu politisieren: jedoch hat er die Pflicht, per - s ö n l i ch e u 31 ttteil auch an den politischen Fra gen der Geg ett tva rt »mb der R ati0 n zu nehmen. Die Wahlvereiuigung wendet sich ferner mit alle nt 3? a ch d rtt ck dagegen, das; durch H i tt e i n t r a g e n a g i t a t 0 r i s ch - p 0 l i t i s ch e r G c s i ch t s p u n k t e in die Studentenschaft dem Einzelnen die eigene s a ch l i ch e Prüfung abgenommen, und damit sein B e ra n tw 0 rtu n g s g es tt h 1 g emindert wird, usw. ttsw." Wie oben erwähnt, erhielt unsere Liste 11 Sitze: die Verbindung Licaria besetzte davon 2, einen mit vanri. in«i. L. Vallin (Lic.) und einen mit Unterfertigtem. die stndent. Ortsgruppe des E. V. 1 (Herr wind. zur. Ludwig Frank). Damit wäre die Zusammensetzung des Asta rein objektiv geschildert. Einer späteren Besprechung an dieser Stelle sei die Erörterung über die Stellung! der Fraktionen zu- und gegeneinander, sowie eine Kritik der Arbeit iin Asta ttnd den. Ausschüssen! Vorbehalten. oand. med. Fritz H. I 0 sephs 0 hn (Licariae). Umschau. H,misch. In Kürze wird ein Buch des preußischen K u l 111 s nt i ui st e r s H ä n i s ch „Staat und Hochschule" erscheinen. Ein Kapitel dieses Buches ,.H 0 ch - s ch u l e und Iud e n s r a g e" — ursprünglich eine Rede, die der Minister seiner Zeit in Münster gehalten hatte — geben wir int folgenden auszugsweise wieder. Der Verfasser versucht, den Antisemitismus unter den Studierenden besonders durch den Zustrom östlicher Studenten zn erklären. Hier heisst es: „Das; viele von ihnen daneben auch allerlei weniger erfreuliche Eigeuschajtett mitbringett, besonders einen gewissen — sagen wir einmal vorsichtig — Mangel an Takt und Bescheidenheit, das wissen wir alle. In manchen Kollegs und Semutaren, in manchen Abteilungen der technischen Hochschulen ntachen die iüdischett Studenten in der Tat einen übermästig grasten Prozentsatz der Teilnehmer aus, und es ist schon zu verstehen, wenn das unter den anderen Studenten eine gewisse Mißstimmung auslöst. Zumal, wenn sie sehen, daß als logische Folge dieses Zustandes dann auch in einzelnen Berufen, wie zum Beispiel unter den Ärzten und Rechtsanwälten bestimmter Groststädte, bcsvitders Berlins, ferner im großstädtischen Preß- und * Theaterweseu die Juden in einem Maste übenviegen. das zu ihreni prozentualen Anteil an der Gesamtbevölkern»« in keinerlei Verhältnis steht. ES ist also — teils bewusst, teils unbewustt — die Furcht vor d e nt g e f ä h r t i ch e n jüdischen Wettbewerb auf w i r t s ch a s t l i <h e ttt Gebiet, der den geeigneten Nährboden für die antisemitische Agitation aus den Hochschulen abgibt." Er habe in seiner Eigeuschast als Minister ttbelstüude, soweit sie tatsächlich sich herausstellten, abznhelsen versucht, dabei aber nie auS dem Auge verloren, das; die a tt s l ä n d i s ch e n Student e n später in der Welt Deutschhands beste Anwälte würden. Zu bezug aus die osteuropäischen Studenten meint er: „Gerade wer mit mir davon überzeugt ist, daß politisch und ökonomisch die Zukunft Deutschlands aufs engste vertnupst ist mit der wirtschaftlichen Erschliestttng des Ostens, ittsbesondere Rußlands, tnust aus das sorgfältigste alle Brziehungcn pflegen, die von Deutschland nach dem Osten führen. Wie aber die Dinge heute liegen, sind unsere Hvthschulen mit ihren zahlreichen Studenten ans jenen Ländern nähet: zu die einzigen, jedenfalls aber die tragfähigsten Brücken zwischen Deutschland und dem Osteu. Diese Brücken!' abzubrechen, wäre geradezu nationaler Selbstmord. Es kommt hinzu, das; die geforderte Ausschließung der Juden von unseren Hochschulen, sei es nur der fremdländischen, sei es, uüe manche sogar verlangen, auch ‘ unserer deutschen Inden selbst, auch int Westen, vor alten Dingen in den Vereinigtet! Staaten von Amerika.; ohne jeden Zweifel wieder zu einer netten» mastlosen Hetze gegen Deutschland ausgenutzt werden würde. — — — Was-von dem besonderen jüdischen Problem abgesehen -- die Ansländersrage ans unseren Hochschulen int allgemeinen angeht, so möchte, ich > Ihnen hier noch einen ^atz ans der vorhin bereits zitiertcit Rede des e tt g l i s ch e tt Unterrichtsministers Fisher vorlesen. Herr Fisher sagte in Eardifs darüber: „Die Zahl unserer Studenten. , wird noch anwachsen durch einen starken Zustrom von Studierenden ans anderen Ländern. Infolge des dunklen Schattens, den der Krieg über die deutsche Zivilisation geworfen hat,, werden solche Studenten künftig lieber nach England koittmen, anstatt nach Berlin und Wien zn gehen •— — — Wir müssen versuchen, diese Entwicklung nach Krästen zu fördern." „Sie sehen also: Der kluge Engländer sieht auch hier wieder sehr viel weiter als «tauche Leute in. Deutschland. Er kennt und würdigt die groste kulturuud wirtschaftspolitische Bedeututig, die das Studium ’ . von Ausländern für ein Land haben kann —- Gerade deutsche Studenten sollten im übrigen auch nicht vergessen, welche unendliche Be-. reich erung die deutsche Literatur und die deutsche W is s e n s ch a s t M n n n ern jüdi - t; sch eu Blutes zu verdanket» haben. — — jjt Und ueuuen Sie mir erst einen Germanen, der Deutschj lands grössten Dichter, Johann Wolfgang Goethe, so y tief empfunden ttnd ihn dem. deutschen Volke so nahe r gebracht hat, wie der Jude Gundolf, den ge- L wisse unerfreuliche Verhältnisse an der Berliner Uni- * versität zu meinem schmerzlichen Bedauern dazu bestimmt haben, einen Ruf des preußischen Kultusntinistcriutns an die erste Hochschule des Landes abzulehnen."-— 1 ■ U Hänisch nennt dann noch eine Reihe Namen, die y für den Ruhm deutscher Wissenschaft in der Welr -i »mendlich viel mehr getan hätten, als tausende anti- - semitische Wanderredner: Einstein, Ehrlich, Weber, Zuntz, Mauthner, Marx, Rathenau. Man brauche