KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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123 bührende Ehre versagt. „Die jüdischen Verbindung sind nichts als eine Parodie aus altes deutsches Verbindungswesen und dienen nach den bei ihnen herrschenden Anschauungen und Gepflogenheiten lediglich dazu, dem waffenstndenlischen Gedanken Abbruch zu tun." Seit die sarbentragenden Verbände infolge derzunehmenden antisemitischen Bcwegnng jüdische Studenten nicht mehr ausnahmen, seit der Atitte der achtziger Jahre, bestehen unsere Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens, die sich die Bekämpfung des Antisemitismus auf den deutschen Hochschulen zur Aufgabe gemacht haben. Wir haben unsere Mitglieder für diesen stampf wehrhaft zu machen gewußt, indem wir sie in den Waffen übten und in ihnen die Überzeugung stärkten, daß mir nicht sowohl gegen den Antisemitismus und für die deutschen Juden kämpfen, als vielmehr gegen einen unser deutsches Volk bedrohlich zersetzenden Haß und für den R e ch t s g e d a n k e n, auf dem allein heute mehr denn je die Zukunft unseres Vaterlandes sich gründen muß. So haben wir denn auch, soweit es in unfern schwachen Kräften stand, nicht ohne Erfolg dem antisemitischen Treiben entgegengewirkt und unsere Farben sind stets als offener Protest . gegen Verletzung von Recht und Gesetz getragen und erkannt worden. Wenn nun unsere Waffen nicht mehr, anerkannt werden sollen, so bedeutet das nicht mehr und nicht weniger als daß uns in der unsere Ehre i tu meisten berührenden Frage die Satisfaktion verweigert wird. Denn wer wird einem jüdischen Studenten ernstlich zumuten, im Falle einer antisemitischen Beleidigung den Schutz seiner Ehre lediglich antisemitischen.Stndenten anzuvertrauen, bei einer antisemitischen Korporation Waffenschutz nachznsuchen? Wir wissen sehr wohl, daß mit solchen Mitteln — was bisher auf geraden! We .e nicht erreicht wurde — der deutsche Student jüdischen Glaubens im Kampfe gegen Antisemitismus wehrlos gemacht werden soll. Das wird nicht gelingen! Gestützt aus unsere Überlieferung, aber auch auf das Verständnis, das die Edleren und Einsichtigeren unserer nichtjüdischen Mitbürger für die sittliche Grundlage unseres Strebens haben, werden nur fortfahren, unsere Mitglieder zum Kampf gegen das ehrverletzende Wirken des akademischen Antisemitismus zu erziehen. Wir jedenfalls werden dabei die Grundlage der Aufrichtigkeit, in der das deutsche Waffenstudentrntum bisher wurzelte, nicht verlassen und alle Versuche, uns die Waffe aus der Hand zu schlagen, zurückweisen: „wabrkatt und wekrkatt!" Satzungen des R. C. A. Der Si\ E. ist a v t e 11 c o n o c n t der Serbin - d u n g e n b t* ii t i d) e r Studenten j ü ö i i dj e n Glaubens). s i. Ter tt\ E. um saßt zurzeit folgende Verbände >K. E.-Verbände). 1. Die Verbinduiigeu iiu K. E. Thiiringia-Breslan. >" Bavaria.Heidelberg. <-) Sprevia Berlin, . d) Tirana München, ' , »*) Glübellinia-Freiburg. f) Rhenv Sitefia Bonn, gj Viadrina-Darmstadt. 10 Pndeiiia Korlsriche, i) Fribnrgia Künisjsberg. k) Sarobavaria-^eipzig, l) 'Aassovia-Frankfiirt. mi Rbeno Bavaria-Münster, ul Albingia-halle, "> Vifnrgia-Göttingen.?) Stanna-Gießen, <l) Silesra-Berlin,!’) Rheno-Valatia-Würzdurg, ») .hanfea-Rvstock, t) Maka ria-Greissn ald. '0 Rheno-Guestphalia-Eöln, v) .Hassii-Marburg, w) Sarouia-.hambnrg, x) Vineta-Eharlottenbürg, y) <Liievia-Hannover (iiii K. C. reiwncierendc Verbindung).l) 2. Die A. .h. V. A. .h. V. der zu l genannten Verbindungen. 3. Den A. .h. B. „Viadriua. Breslau." 8 2. Die Aufnahme neuer Berbindungeu in den K. E. erfolgt durch den o. K. E.-Tag 20>. Für die Aufnahme müssen ä/:i der aus dem K. E.-Taa vorhandenen Stimmen abgegeben werden. Die Ausnahme darf erst erfolgen, wenn die anfzunehmende Verbindung mindestens 2 Semester mit Genehmigung des Sl. E.-Tages int K. E. renonciert hat. Ausnahmen von dieser Bestimmung kann der o. K. E.-Tag mit. '' ', Mehrheit beschließen. Der W. A. hat das Recht, vorbehaltlich der Genehmigung des K. E-Tages, Verbindungen als -cenonrierende in den K. E. aufzunehmen. A'en gegründete A. H.V. A.h. V. von bestehenden K. E.-Verbindnngen bedürfen keiner Aiünahme in den Mf. G. § 3. Die Verbindungen im Jl. E. stehen auf dem Boden deutsch-vaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den stampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu felbstbewußien Inden, die im Bewußtsein, daß die dentfchen Juden einen durch Geschichte» Kultur und Rcchtsgemeinschaft mit dem deutschen- Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jeder Zeit bereit und imstande sind für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutrcten. 0 Dazu Rhenania-Aachen als K. C.-Stammtisch.