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KC-Blätter · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 122

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Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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K. 6. und deutsche Burschenschaft. In der vorigen Nummer der K. C.-Blätter ist von einem Beschluß der D. B. Kenntnis gegeben worden, der ihren Angehörigen die Heirat mit „jüdischen" oder „farbigen" Frauen verbietet. Die Zusammenstellung läßt klar erkennen, daß der Beschluß nicht eine sachliche Stellungnahme in der sogenannten Rassensrage bezweckt. Seine ehrabschneiderischcn "Absichten sind mit Recht bereits in der Umschau der vorigen Nummer aufgedeckt worden. Wir halten es hiernach für selbstverständlich, daß unsere Verbindungen nicht nur von jedem waffenstudentischen, sondern schlechthin von jedem' studentischen Verkehr mit der D. B. absehen. Der Geschäftsfübrende Ausschuß de» A. L. Wahrhaft und wehrhaft! Lln (Dabnwort zum Austritt des k. C. zu Berlin aus dem örtlichen Waffenring. Von Dr. Solon (SprcviaeV Der Darlegung unjeres Standpunktes schicken wir eine kurze Schilderung der Tatsachen voraus. Nachdem die Landsmannschaften in Koburg und die Burschenschaften in Eisenach im Laufe des Jahres 1U20 beschlossen hatten, den jüdischen Korporationen die Satisfaktion, zu verweigern, hat nunmehr vor kurzem der Deutsche Waffenstudententag in Jena den dem Allgemeinen Deutschen Waffenring angehörenden einzelnen Waffcnringen vorgeschrieben, „die Waffen der jüdischen Verbindungen in Zukunft nicht mehr anzuerkennen". Da der L. C. und die D. B. zu Berlin uns gegenüber in diesem Sinne handelten, so brachten wir bei dem Berliner Waffenring, gegen dessen Satzungen sie hierdurch verstießen, eine Interpellation deswegen ein. Entgegen der Geschäftsordnung erhielten wir zur Begründung der Interpellation nicht das Wort. Vielmehr erhob sich ein Vertreter der Burschenschaft, nicht etwa, um das Verhalten seines Verbandes mit den Beschlüssen der Eisenacher Tagung zu begründen, sondern um zunächst durch einseitige Darstellung von einzelnen Vorkommnissen in Ehrenallgelegenheiten uns in der Meinung der Ansitzer der Waffenringsversammlung herabzusetzen. 3&ie soll man es neunen, wenn man lms vorhält, es sei „natürlich" eine Anzahl von Partien abgedreht worden, aber dabei verschweigt, daß wir nur zwei, die Gegenseite drei Mitglieder im E. G. hatte? Welch Maß von Urteilslosigkeit gehört dazu, uns aus dem Umstand einem schweren Vorwurf zu machen, daß einer unserer Bundesbrüder alis beruflichen Gründen um die Verlegung eines E. G. kurz vor dem angesetzten Termin bat, wo doch dieser Bundesbruder als A. H. nicht nur sich dem E. G. in gleicher Angelegenheit gestellt. sondern auch genehmigte Partien ausgetragen hat! Wie oft ist in den vergangeneil Monaten von der Gegenseite gegen diese Formalien verstoßen lvorden! Ganz besvllders wurde gerügt, daß bei einer Mensur, auf der lvir wegen Stellung abführen mutzten, einige scharfe Tuschs von unserer Seite fielen; welch' unwürdiges Verhalten der Corona auf Gegenseite den Anlaß dazu gegebeil hatte, wurde selbstverständlich nicht berichtet. Durch solche Übertreibungen, Entstellungen ulld Verdrehungen glückte es, die Stimmung der Versammlung derart zu beeinsiussen. daß es unserem Vertreter, als er endlich das Wort erhielt, infolge ungebührlicher Störungen unmöglich gemacht wurde, unsere Rechte wahrzunehmen. Da der Waffenring seine Gründe nicht hören wollte, und ihm für seine Ausführungen nicht einmal der erforderliche parlamentarische Schutz zuteil wurde, erklärte er noch während der Sitzung unseren Austritt aus dem Waffenringe. "Mehr noch als durch dies geschüstsoronungswidrige Verhalten wurde uns durch die in der Sitzung zu Toge getretene Gesinnung unserer G e g n e r der Austrit aus de»n Wafsenring, denr wir seit seiner Gründung angehören. erleichtert, ".'instatt ehrlich, sich auf die eingangs erwähnten Beschlüsse des L. C., des D. B. und des A. D. W. zu beziehen, verschynzt man sich hinter gesuchten Vorwänden. Anstatt die rassentheoretischen und parteipolitischen Gründe jener Beschlüsse zu bekennen, bemäntelt man durch Hervorholung vereinzelter Vorfälle seine wahren Meinungen: Es war bisher nicht der Stolz des deutschen Waffenstudenten, seine Gedanken durch Worte verbergen z n k ö n n e n! "Allerdings erscheint das gerügte Verhalten unserer Gegner, sein Streben, uns ins Unrecht zu setzen, fast begreiflich, wenn man die Schwäche ihrer wahren Gründe würdigt. Der L. C. stützt seine Stellung in einem Brief an uns auf unser „Verhalten im Kriege, während der Umwälzung und gegemvürtig". Was unser Verhalten imKriegeanlangt, so denken wir an die große Reihe unserer gefallenen Bundesbrüder und schämen uns für den Gegner, der ihrem Andenken die ge-

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