KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 106 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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1 “* i* -s ,*"> "*'1?■ j j*. j. t! "l’~ e-!G«echü^M'^firEe-Meufch«r?M.-lmS Ende der HWe zu lehren und zu bewähren. — f~ . Alten Meinungsverschiedenheiten zum Trotz betrachten MM>. w.ir4Sie, verehrter Herr Professor, mit freudigem Stolz Ix.- .-als'eine der herrlichsten Blüten unseres Mischen Stammes, ' »derM allein sehrem jüdischen Glauben verdankt, daß im - Merlaus der Jahrtausende seine -Lebenskraft nicht versiegt Zst, sondern frisch' uich jung bleibt, wie am ersten Tage. .Sie krönen auf ruhmvolle Weise die stattliche Reche jener Männer, hie aus der Judenheit hervorgegangen, der Menschheit so viele hohe Kulturwerte schenkten und dem - ganzen jüdischen Stamme zur Ehre gereichten.- And bei näherer Überlegung, dessen-find wir sicher, werden'Sie. die Überzeugung gewinnen, daß es Ihrem ganzen Wesen angemessener gewesen wäre, sich mst uns zu einem Werk zu verbinden, dem Ihr Mame gewiß.mähr Wucht und Bedeutung perlisshen hätte. e 8. Die Wendung.*) Bon Hans Block (Äcariae). r Das Jahr 1920 bedeutet den Wendepunkt in der .Geschichte der' zionistischen Bewegung. In -San Remo wurde .der Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk , im Simre der Balfourschen Deklaration, d. h. mit der Maßgabe zugestimmt, daß dadurch weder die -bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender Gemeinschaften in Palästina noch die Rechte und die politische -Stellung der Juden in irgend einem andern Lande beeinträchtigt werden sollen. Damit sind die Voraussetzungen für die Realisierung der zionistischen Ideen gegeben. Während sich der Zionismus bisher im Stadium der Vorbereitung befand,' kommt jetzt die Verwirklichung. Die Situation ist.verändert. Die nächste Folge ist, daß die Juden, die dem Zionismus feindliche oder teiln ahmlos gegenüberstehen,, gezwungen werden, Stellung zu nehmen und ihren bisherigen Standpunkt der neuen Sachlage entsprechend zu revidieren. Aberauch für die Zionisten ist die Situation eine apdere. Auch sie sind gezwungen, sich! erneut uirter veränderten Umständen mitden Pwblemen auseinanderzusetzen. Der Zionismus nach 1920 ist etwas anderes, als der Zionismus vor 1920 war. Und so befindet er sich in einer' Krisis, wie sie seit den Jahren 1903—1906, als sich die Synthese zwischen den Herrschen Ideen und den kulturzionistischen bildete, nicht bestanden, .hat. •- Für heute beschränke ich mich, auf folgendes hinzuweisen: ■ 1. Wenn, bisher über den Zionismus disputiert wurde, so wurde entweder über Abstrakte gestritten — etwa darüber, ob die Juden eine Nation seien — und die Verständigung scheiterte gewöhnlich , schondäran, daßman sich über die Begriffe nicht *) Der Aufsatz ist bereits vor längerer Zeit eingesandt - worden. Die Red. einigen konnte 'Oder-aber die zionistischenPläne wurden als Utopie und Illusion zurückgewiesen.. Auch in Zukunft werden die Anschauungen über das Wesen des Judentums auseinandergehen. Aber' in absehbarer Zeit wird es aller Welt«offenbar sein, welche Zukunftsmöglichkeiten ein jüdisches Palästina bietet. Natürlich werden auch hierüber zunächst noch die Ansichten verschieden sein und Fehlschläge öder Hemmnisse werden von Fremrd und Gegner der . zionistischen Bestrebungen verschieden gewertet werden. Wenn ccker.erst die Erfahrungen mehrerer Jahre ungehinderter Kolonisation vorliegen, wird es klar sein, welche Aussichten die Mische Besiedlung Palästinas har. Und das wird dazu führen,- daß die Streitigkeiten über den Zionismusentgiftet werden, daß, man nicht nur— 'wie jetzt fast immer — das Trennende, sondern die gemeinsamen Ziele sieht. Das um so mehr, weil weit über die zionistische Organisation hinaus ein jeder Jude ein Interesse daran hat, daß die jüdisch^ Kolonisation in Palästina gedeiht und das palästinensische Judentum dem Gesamtjudentum zur Ehre gereicht und - nicht zur Schmach. 2. Der. Zionismus in Deutschland war bislang im wesentlichen eine akademische Angelegenheit.' Die., meisten seiner Führer, ein großer Teil seiner Anhänger sind Akademiker, die in ihrer Universitätszeit für den Zionismus gewonnen worden sind, und typisch ist die akademische Behandlung der jüdischen Fragen. Das hat gewiß zu einer tiefgründigen Erfassung der * modernen ' jüdischen Probleme beigetragen, andererseits ist der deutsche Zionismus nicht immer vor der Gefahr bewahrt geblieben, sich in spitzfindige Abstraktionen zu verlieren Auch in Zukunft wird man sich mit Prohlemen beschäftigen. Aber im Vordergrund wird die praktische Arbeit stehen. Und Fragen der Praxis, welche Menschen für -.Palästina taugen, nach, welchen Grundsätzen' kolonisiert werden soll, wie die Gelder beschafft, wie Kolonisten und Kolönistenfrauen ausgebildet werden usw. Es ist bedeutsam für eine Bewegung, wenn sie vop der Theorie zur Praxis kommt, wenn statt der Philosophen die Techniker, die Ökonomen, die Finanzpolitiker die Führenden sind. 3. Wieviel Juden in absehbarer Zeit sich in Palästina ansiedeln werden, kann heute niemand wissen, auch unter den Zionisten bestehen darüber Meinungsverschiedenheiten. Gerade, unter dem Einfluß der Kreise, die sich!. als die radikalzipnistischen bezeichnen, wurde brsher von der Mehrheit der deutschen Zionisten angenommen, daß die Besiedlung langsam vor sich! gehen werde. Neuexdings haben sich! die Ansichten gewandelt und der Delegiertentag der deutschen Zionisten, der im Juni 1920 tagte,, hat sich dahin ausge-