KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 98 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2268830-2268925-2268929--2592-2271759- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DüchWmrauMrenAufgabÄreis vorherettet. Mjtbemerkens- Meschick Moch^ünd rascher Erfassung der Sachlage IMKverstanden es die chbrigen'Berbände sich anzupassen. Die UHMorporationen sahen sofort ein, daß sie ihre Stellung an. D^Wer. Hochschule nur wüchen innehalten können, wenn sie MlMch nicht auf den Kreis ihrer Angehörigen beschränkten. U/'Wirsehen daher schon bald die Korporationen aller Rich- W-sWrgen nrit den ihnen nahestehenden Nichtinkorporierten zusanunengehen. Und nicht nur nrit Liesen! Besonders M.am rechten Flügel der Studentenschaft sehen wir Ber- Mp Lände zusanunengehen, bei denen man dies früher' nie pp/für möglich gehalten hätte, z. B. die Korps und Katholiken. t^pMan sieht hier bereits den Entwicklungsgang von der Bert -ttetung einer Korporation oder des Korporationsverbands K;jur Fraktion, wobei allerdings zu beachten ist, daß infolge p"; der eigenartigen Gliederung der Studentenschaft diese S/Fraktionen nie ganz so aussehen werden wie sonst im öffent- R^Älichen Leben. . ' ,;i . Auch der K,C. ist von diesem Entwicklungsgänge ' nicht unberührt geblieben. Wohl keine K. C.-Korporation >7, hat es auf die Dauer für zweckmäßig erachtet, ganz allein % ßür sich im Wahllampfe vorzugehen. Zunächst wurde ver- \) einzett der Versuch gemacht, zusammen mit den übrigen Korporationen, vo^ugehen, doch ist dieser Versuch fast M r^elmaßig an der bekannt feindsellgen Haltung der übrigen ^MÄorporationen gescheitert. Man mußte also eine Erweite- 5 rung der Basis in anderer Richtung versuchen, denn für , den K..C. als-den Vorkämpfer einer sehr-kleinen Minderi - heit war die Zusammenfassung aller verfügbaren Kräfte;? eine unbedingte Notwendigkeit. Hierfür kamen zunächst p die ihrer Weltanschauung nach auf dem Boden des K.C. j.v stÄhssnden Mischen Studenten in Betracht. Mit diesen -p : wurde ein Zusammengehen regelmäßig erstrÄt und erreicht.. Schwieriger und bedenklicher erwies sich schon ein j Zusammengehen mit den zionistischen Studenten, das I auch gelegentlich versucht, aber wenigstens in München bald / wiäer aufgegÄen wurde. ML Ich m,öchte nun im Folgenden die Hochschulpolitik k? ' des K.C. hauptsächlich vom Standpunkte dör Zweckmäßigk' ' keit aus einer Untersuchung unterwerfen. Mi Zunächst die Frage des Zusammengehens mit den Im8 Zionisten. Wie. bereits im Vorhergehenden erwähnt, k K-! wurde ein solches auch von unserer Seite aus angestrebt. H Doch ergaben sich bei beiderseitig unbestreitbar gutem H WAen von vornherein Schwierigkeiten. Und zwarSchwierigk: ketten, die in den Weltanschauungen der beiden Rich- II tungen lagen und die daher nicht zu beheben waren. Wollte »s man sich gegen einen gegen die Gleichberechtigung Mischer k .Studenten gerichteten Vorstoß verteidigen, so hatte der t K.C. er anzuführen, daß er nicht minder an seinem Bater- » -lande hänge und daß er den gleichen Willen zum Deutsch- «B-tum habe, wie der andersgläubige Kommilitone, der «, Zionist konnte hier Ehrlicherweise nur seine verfassungs- » «Mäßigen Rechte betonen. Der eine hatte hier einen kulk - turellen oder wenn man so sagen will, moralischen Begriff I «Ides Deutschtums, der andere einen staatsrechtlichen. Hieraus ly ergaben sich für den K. C. unliebsame Beschränkungen, seiner »MBerteidigungsfreiheit. Gewiß, an und für sich betrachtet, » .- .hätte sich auch auf dem Boden der. Rechtsgleichheit ein Ij gemeinsamer Standpunkt finden lassen, aber in einer » - Zeit, wo das nationale Empfinden der Studentenschaft »«/besonders hoch ging, wäre es unrichtig gewesen, den juri- |R~.. stischen Gesichtspunkt allein zu bewnen. Besonders gefähr- M. 'lich ist es aber ohne Zweifel wegen des Verhaltens der Zionisten in der Palästinafrage, wo derm Liebäugelei »/- mit England und Amerika sich wohl schwer mtt der Wahrung I -MGttrtscher Interessen vereinbaren läßt, ein Verhalten, das »A auch in wohlwollenden christlichen Kreisen starke Bedenken »Mausgelöst hat (vergl. die Ausführungen von Geh. Rat »/.-/Prof. Strack im Oktoberheft von ,Fm Deutschen Reich"). P Ein Zusammengehen in dieser Richtung erscheint somit '-'vorläufig als vollkommen ausgeschlossen. Es blieben somit zunächst nur die dem K. C. sinnesverwandten Mischen Nichtinkorporierten. Ein Zusammengehen.' mit diesen, besonders.in der Form einer studentischen Ortsgruppe des Zentralvereins erwies sich, als förderlich. Schwierigere Jnteressenskonflikte lagenhier nicht vor, wir sehen die Bereinigung mit Nichtinkorporierten bei allen Richtungen geübt, wie denn wesentliche Differenzen zwischen Inkorporierten und Nichtinkorporierten in den. Studentenausschüssen meines Wissens nicht vörgekommen sind. Aber auf dieser Basis läßt immer nur eine kleine, unbedeutende Fraktion sich erzielen. Und dies ist von großer Wichtigkeit, denn auch politische Auswirkungen bedürfen eines tragfähigen Fundamentes und es ist nicht so, daß die Qualität der Köpfe es allein ausmacht. Man denke bloß daran, daß nur . Fraktionen von einer gewissen Stärke im Altestenausschuß sitzen, daß es unmöglich ist, einer kleinen Fraktion Sitz und Stimme in sämtlichen Kommissionen zuzuweisen und daß gerade in diesen Institutionen die wichtigste Arbeit geleistet wird. . Es ergibt sich daher angesichts dieser Sachlage die wichtige Frage: Haben solche kleine Fraktionen überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Soll man die Vertretung der Interessen nicht anderen Verbänden Überlassen, welche, wie z. B. die »Freie Studentenschaft" für die Gleichberechttgung aller Studierenden eintteten? ' . Um uns darüber klar zu werden, haben-wir zunächst einmal zu bettachten, welche Arbeit von der kleinen Fraktion im Asta geleistet werden kann.- Es ist zuerst ersichtlich, daß bei der Stimmabgabe unter den heutigen Machtverhältnissen nichts, erreicht werden kann, denn bei der übergroßen Mehrheit der Studentenausschüsse (oder allen?) verfügt die rechtsstehende, nun fast gleichbedeutend mit antisemitischer Studentenschaft, über eine kompakte Majorität. ' Sie ist daher nicht imstande, bei den gewöhnlichen Entscheidungen das Zünglein an der Wage zu bilden, noch eine qualifizierte Mehrheit von sich aus zu verhindern/ ja auch nur die für ausgesprochene Minoritätsrechte erforderliche Stimmenzahl zusammenzubringen. Sie hat daher ihre Wirkung auf andere Weise auszuüben.. Hier wäre in erster Linie psychologische Einwirkung zu nennen. Sie würde damit also die Politik der Korporation mit anderen Mitteln fortsetzen, denn auch sie würde bei ihren Gegnern in erster Linie Achtung zu erreichen suchen, aber nicht dadurch, daß sie ihre Vertteter. nach körperlichen Gesichtspunkten aussucht, sondern dadurch, daß sie sich aus klugen, gewandten und aufrechten Leuten zusammensetzt, aus Leuten, die gewillt und befähigt sind, an der Lösung studentischer Aufgaben mitzuwirken. Dies allein kann aber kein befriedigendes Tätigkeitsfeld abgeben, da ja der Kreis der Einwirkungsobjekte ein außerordentlich' kleiner, wenn auch wichtiger ist. Eine Auswirkung über die Grenzen des Asta hinaus ist der Fraktton oder hier besser gesagt, der Partei nur bei d.en Wahlen zum Asta möglich. Hier kann eine zielbewußte, sich der Propagandemittel geschickt bedienende Wahlagitation manches erreichen. AE vornehmste Aufgabe aper käme in Betracht die Einwirkung durch sachliche Aufklärung, doch selbst, wenn man annimmt, 'daß die im Studentenausschuß sitzenden Studierenden eher die Befähigung sachlicher. Würdigung haben als die große Masse, so erscheint.diese Aufklärungstätigkeit doch außerordentlich erschwert dadurch, daß es jetzt unter deutschen Studenten nicht mehr darauf anzukommen scheint, was einer sagt, sondern wer es sagt und daß er um so mehr Beifall haben wird, eine je längere arische Ahnenreihe er aufweisen wird.' Werden doch selbst Theorien von höchster wissenschaftlicher Bedeutung (von wissenschaftlicher Bedeutung zum mindesten schon in bezug auf die Probleme, auf die sie sich beziehen.) nach Konfession oder Rassengehörigkeit ihrer Urheber beurtellt, so daß selbst der Vorstand der deutschen Studentenschaft sich kürzlich zu der Erklärung veranlaßt sah, daß die wissenschaftliche Forscher- und Lehrtättgkeit nicht in den