KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 80 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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80;i<S.ttt beutelt. Die Hochschulringe deutscher Art sind ^Machdrücklichst zu unterstützen, wo noch keiner besteht, rift tie Gründung anzuregen. Von jeder sonstigen Ringbiümng ist abzusehen, außer wenn sich .diese Ringe zur Wahrung besonderer und engumgrenzter Interessen als notwendig erweisen. . Li« «euer Verband, der sich B. D. B (Verband Deutscher Burschen) nennt, wurde gelegentlich des 50 jährigen Stiftungsfestes der Gießener Verbindung Adelphia (1870,grün-weiß-gold) abgeschlossen zwischen dieser und der mit ihr schon langer in freundschaftlichen Beziehungen stehMen BurschMschaft Alemannia- Leipzig '<1861; schwarz-rot v. u. auf goldenem Grund) und der Allgemeinen Wissenschaftlichen Verbindung Marcomanniä-Frankfurt (1913; violett-gold-schwarz). Der Verband hat den Grundsatz der Duellbeschränkung, d. h. der an sich verworfene Zweikampf wird für bestimmte Fälle von Beleidigungen schwerster Art zugelassen. Zwei weitere Korporationen dieser Richtung, die Burschenschaften Cheruskia-Halle (1910; schwarzweiß-grün) und Arminia-Göttingen (1908; schwarzgold-violett) haben den Krieg nicht überlebt. Ungefähr auf dem gleichen Standpunkte stehen in Tübingen die Königsgesellschaft (1838; schwarz-rot-gold) und die Verbindung Normännia (1861; rot-gold-weiß). v Der Besuch der deutschen Hochschule«. Wie zu erwarten war, zeigt der derzeitige Besuch der deutschen Hochschulen ein beängstigendes Anwachsen der Studentenschaft. An den Universitäten ist ihre Zahl (einschließlich 8000 Frauen, auf 82 000, lan den Technischen Hochschulen auf 18000 (250 Frauen) und an den übrigen Hochschulen auf etwa 10000, insgesamt demnach auf etwa 110000 gestiegen, le einschließlich der Studierenden, die noch als Kriegsteilnehmer laufen. Bemerkenswert ist, daß im Laufe des letzen Jahres die Universitäten ihre Zahl etwas verminderten, während die Technischen Hochschüler in die Höhe gingen. Der Hochschulbesuch ist demnach zurzeit außerordentlich stark, so stark wie noch mie, und /wenn dieser Hochstand auch zu einem Drittel auf die Stauungen des Krieges zurückzuführen ift, so ist die Zahl, namentlich angesichts der Verkleinerung des Reichsgebiets und des Wegfalls zahlloser Anstellungsmöglichkeiten und der Beschränkung des Betätigungsgebietes innerhalb^ des Staats- und Gemeindedienstes wie im freien Berufs¬ und Wirtschaftsleben so groß, daß wir mit schwersten Sorgen in die Zukunft der jungen Akademiker blicken müssen. Es erscheint dringend notwendig, daß schon für die höheren Schüler überall planmäßige Berufsberatung geschaffen und ein akademischer Arbeitsnachweis eingerichtet wird. Die Verteilung der Studentenschaft auf die einzelnen Studienfächer und Berufe zeigt gegenüber dem Stande vor dem Kriege eine rasche Steigerung, des Zahnarzt-Studiums, eine starke Zunahme der Volkswirte und der Juristen, wie andererseits einey Rückgang bei den Theologen beider Bekenntnisse und Lei. den Pharmazeuten, während die Mediziner und die Lehramtsanwärter verhältnismäßig keine stärkere Besetzung aufweisen. In diesen Veränderungen kommen besonders die Abwanderungen der Kriegsteilnehmer inaussichtsreicher scheinende Berufe oder in Berufe mit kürzerer Ausbildungszeit und geringeren Ausbildungskosten, und die Berufswahl der jüngsten > Semester zum Ausdruck. Die Besüchsziffern der einzelnen Fakultäten und Studienfächer sind: Medizin 19534 (gegenüber 16048 im Sommer 1914), Philosophie, Philologie und Geschichte 17883 (14 436), Rechtswissenschaft 15525 (9842). Staatswissenschasten und Landwirtschaft 10335 (3876), Mathematik und Naturwissenschaften 10125 (8132), Zahnheilkunde.3307 (976). evangelische Theologie 3436 (4374), katholische Theologie 1666 (2058), Pharmazie 952 (1100), Tierheilkunde 544 (203), Forstwissenschaft 296 (211). Verschmelzung des Weimarer und Namnburger Kartells. Ws Göttinger Kartell (G- K.) wissenwissenschaftlicher Verbindungen an deutschen Hoch- I schulen im D. W. Vschlossen sich Pfingsten 1920 in Göttingen der Weimarer Kartellverband philologischer Verbindungen (W. C. V), gegründet 1879, und der Naumburger Kartellverband philologisch-historischer Vereine (N. K. B), gegründet 1884, zusammen. Dem Kartell gehören 21 aktive und 11 suspendierte Verbindungen mit etwa 500 Aktiven und 2000 Alten Herren an. Das Kartell bezweckt die Pflege von Wissenschaft, Freundschaft und vaterländischer Gesinnung. Den Vorsitz führt zurzeit die Neuphilologische Verbindung Brandenburgia zu Berlin. Verband der Studentinnen Deutschlands. In Jena fand am 6. August der 11. ^Verbandstag des Verbandes der Studentinnenvereine Deutschlands statt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage, wie der Verband inmitten verschiedener einseitiger hochschulpolitischer Strömungen an den Universitäten und ohne das Innenleben der Verbandsvereine .stark zu binden, doch seine Stellung über den Gegensätzen von Partei, Religion und Rasse bewahren könne, um die junge Studentin zum Verständnis für alle Volksgenossen und Geistesrichtungen zu erziehen und dadurch der Überwindung der inneren Zerrissenheit zu dienen. In dem Bewußtsein, in diesem Streben verbunden zu sein, wurden alle Unterschiede überbrückt, indem für oie Verbandsvereine, die sich in etwas abweichender Richtung entwickelt haben, die Möglichkeit einer loseren Ungliederung gefunden wurde. — Eine zarte Umschreibung dafür, daß auch in diesem Verband der Antisemitismus herrscht. N Lv Bflcber- und vlalterscdau. W M Mensche« im Abgrnnd. Roman von Jakob - * Fingermann. 1920. R. Löwit, Verlag, Wien- Berlin. — Fingermanns Buch ist eine eigentümliche Mischung von Schauerroman und Sittenschilderung, von Kino ünd Lichtbildervortrag. Er kennt sein Mllieu glänzend, das von der Knegsmoral verseuchte Judentum Polens, und er zeichnet gut! Schärf und klar nmrissen stellen sich die Menschen und die Dinge dar, in grellen Farben gemalt zeigen sich die demoralisierenden Wirkungen der Kriegswirtschaft J auf die vom russischen Drucke ohnehin zermürbten Juden, aber die Handlung, oder besser gesagt: die lose ineinander geflochtenen Handlungen nähern sich in ihrem starken Betonen des erotischen Moments, in ihrer Lust am Paradoxen, in ihrer Freude am Schauerlichen stark der Grenze des guten Geschmacks. fingermanns Roman bedeutet künstlerisch wenig, als ulturdokument wird er seinen großen Wert behalten. Engen Hoefttch, Feuer im Osten. 1920. E. P. Tal u. Co., Verlag, Leipzig, Wien, Zürich. — Eugen Hoeflich ist uns bekannt durch seine „Asien-