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KC-Blätter · 1920-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1920) · p. Seite 78

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Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 6-8 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 78 (sequence 20)
Language
German
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-- - - 'V&l '£■ 78 r' - . keineswegs in k>er Lage mit allen seinen Anschauungen r übereinzustimmen; dennoch atmet seine Art, gegen den Antisemitismus sich zu wenden, Ehrlichkeit und Mut, und was er schreibt ist wirklich von überzeugender Kraft. Er zeigt seinen deutschnationalen Gesinnungsgenossen, wie ungerecht und töricht der Judenhaß in seiner Begründung, seinen Methoden und seinen Zielen ist. Gerade die Verbreitung dieses Buches muß als eins der besten Mittel bezeichnet werden, um dem Vorurteil entgegenzutreten. Broschüren, welche zusammenfassend sich gegen den Antisemitismus wenden und die sich zu Aufklärungszwecken in christlichen Kreisen ausgezeichnet eignen, sind ' ferner: „DieJuden, ein Wort an alle Deutschen", Herausgegeben von L. Eger, Chemnitz, und Wahrheit u n d G e r e ch t i g k e i t", ein Beitrag zur Volksaufllärung von Rabbiner Dr. Rosenack-Bremen. Auf diese Schrift und die von Jakob stützt sich auch „Zur Juden frage", Tatsachen von Dr. S. Freund-Hannover. Von arweren kleineren ^Schriften seien noch genannt: „Die d eutschen Juden im Weltkrieg" von Karl Hilmar, Berlin, im Selbstverläge des Verfassers, Flottwellstr. 7. Hier wird der Anteil der Juden an den verschiedensten Zweigen vaterläickischer Arbeit genau geschildert. „Was wollen die Antisemiten?" und „Der Haß gegen Christentum und Judentum" sind Flugschriften des S tadtmissio nars a. D. K- R o h s e, die vornehmlich den Gegensatz zwischen echtem Christentum und Judenhaß schildern. Im Neuwerkverlag zu Schlütern erschien eine schöne Untersuchung Don Professor Dr. Goldstein, Darmstadt unter dem Titel: „Zur Soziologie des Antisemitismus". Sie weist auf gewisse völkerpshchologische Entstehungsursache des Judenhasses hin. Im gleichen Verlage erschien von demselben Verfasser: „Rassentheorie und Nationalismus", eine ganz ausgezeichnete Untersuchung der Verhältnisse der im Titel genannten Begriffe. Ein spezielles Thema behandelt Kartellbruder Dr. Jakob in einer im Säulenverlag erschienenen Broschüre. „D i e I u denund das Berliner Tageblatt, ein Briefwechsel", ist ihr Titel und sie enthält höchst interessante Ausführungen über das für uns bewußte Juden so heikle Thema. Im Ernst Günther-Verlag zu Freiburg i. B. erschien: „Der Judenhaß und der Sozialismus" von Anton Fendrich, eine Schrift, die ihren Gegenstand klar und überzeugend behandelt. Das Verhältnis zu den freisinnigen Parteien schildert Arthur Sußmann. Chemnitz, in seiner im demokratischen Verlag zuBerlin SW. 11 erschienenen Broschüre „Demokratie und Judenfra &e"t Es ist ein reiches Material, das heutzutage bereits den Zwecken der Abwehr dient. Wir haben an dieser Stelle die Zusammenstellung gegeben, um den Kartellbrüdern zu zeigen, daß für fast alle Fragen Material in reichem Maße vorhanden ist. Aufgabe der Einzelnen ist es nun, es sich zu verschaffen und zum geistigen Eigentum zu machen. Die Bücher sind allesamt durch die Buchhandlung des Phlloverlages in Berlin zu beziehen. (Bgl. auch die Anzeigen in diesem Heft.) Akademische und aUgemeine iramriwlen. Bom B. Z. K. Anfang August fand in Berlin der erste Bundestag des Bundes Zionistischer Korporationen 08. Z. K ) statt. Es waren etwa '80 Vertreter und Angehörige der im Bund vereinigten zionistischen Studentenverbindungen versammelt. Die Tagung schuf dem neuen Kartell seine Organisationsform und setzte nach eingehender Aussprache die Grundzüge für die jüdische Erziehung seiner Mitglieder und für die jüdische Arbeit seiner Alten Herren fest. Die zionistische Tendenz des Bundes ist in folgenden Programmparagraphen niederlegt. „I. Der B. Z. Kwill seine Mitglieder im Sinne der nationalen Pflichten erziehen, die die Erneuerung des jüdischen Volkes, der Wiederaufbau von Erez-Jsrael und die Verbreitung der zionistischen Idee erfordern. II. Der B. Z. K. will dieses Ziel im Rahmen straff disziplinierter studentischer Korporationen auf dem Boden engster Bundesbrüderlichkeit erreichen." ' Dem B. Z. Kgehören an: Der Verein Jüd. Studenten Kadimah an der Universität Berlin, die Akadem. Zionist. Verbindung tasmonaea in Frankfurt a. M., die Akadem. Zionist. erbindung Zephirah in Breslau, die Akadem. Zionist. Verbindung Jvria in Würzburg, die Akadem. Zionist. Verbindung Betharia in München, außerdem - eine :, - Anzahl von zu Stammtischen vereinigter Bbr. Bbr. in - . Heidelberg und Hamburg sowie Altherreu-Verbände. - Die Leitung des Bundes, die bisher unter dem r. ' . Vorsitz von Dr. Walter Steinitz in Breslau ihren \-J Sitz hatte, wurde nach Berlin verlegt. Zum Präsi-;denten wurde Dr. Isaak Zwirn gewählt. \; - . Jrrderrfemdliche Studentenpolitik.. Wenn auch durch den Göttinger Beschluß die Dinge einigermaßen überholt sind, so sei doch daraufhingewiesen, daß an verschiedenen Universitäten antisemitische Anrempelungen der deutschen Studenten jüdischen Glaubens von geradezu unglaublicher Schärfe vorgekommen sirw. Hannover hat den Beschluß gefaßt: „Die Studierenden deutscher Wstammung und deutscher Muttersprache bilden die deutsche Studentenschaft. Studierende jüdischer Abstammung sind von der Zugehörigkeit zum Verbände ausgeschlossen." Diese Heldentat erregte besonders in München helle Begeisterung und die „Akademische Vereinigung im Schutze und Trutzbund", die der weitaus größte Verband der Münchener Universität sein soll, sandte ein begeistertes Glückwunschtelegramm. Genau dasselbe ist in Königsberg geschehen. Um" ein Bild zu geben, auf welche Art und Weise man in Königsberg gearbeitet hat, drucken wir den Bericht ab, den einer unserer Kartellbrüder uns über die Vorgänge an der dortigen Hochschule gibt: Antisemitismus an der Universität Königsberg. Es gab einmal eine Zeit, da waren die deutschen Studenten die Vorkämpfer der politischen Freiheit, der Gleichberechtigung, der Volksbefreiung: da waren die Farben der Burschenschaften das Wahrzeichen des jungen, freien 'Deutschland. Lang, lang ist's her . . Jetzt setzt sich die deutsche Studentenschaft lieber für Unfreiheit, Unduldsamkeit, Sonderrechte und Volksverdummung ein. Auch Königsberg, die Stadt der reinen Vernunft, und die Albertina, Kants alma mater, bleiben

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