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KC-Blätter · 1920-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1920) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 6-8 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 77 (sequence 19)
Language
German
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75 halten. Man kann darauf,, zumal, wenn man Delitzschs Schüler war, nur mit Schmerz sagen:. Es tut mir lang schon weh, daß ich Dich in der Gesellschaft seh." Dr. Dienemann-Offenbach a. M. flbwebriiterotur. Unsere jüdische Abwehrliteratur ist an Umfang noch nicht allzu bedeutend. Es ist eine der bedauerlichsten Rückschläge in der Bekämpfung des Antisemitismus, welchen wir der Beeinflussung, durch nationaljüdische Gedankengänge verdanken, daß die Aufklärung als wichtigste Waffe gegen den Judenhaß in geraden sträflicher Weise vernachlässigt worden ist. Aus dem ganz falschen Gedankengang heraus, daß der Antisemitismus entweder angeborene Veranlagung oder reine Böswilligkeit sei, hat man die großen Scharen der' Verführten vergessen, deren Abneigung gegen die Juden einfach, auf Unkenntnis beruht. Die Selbstisolierung, in welche sich das Nationaljudentum begeben hat und die leider, wie andere Schlagworte dieser Bewegung auch, die Gegner des nationaljüdischen Standpunktes zu ähnlichem selbstmörderischem Tun verleitet hat, bedeutet einen Verzicht auf eins der besten Mittel den Judenhaß zu mindern. Aufklärung und wieder Aufklärung! Es kann nach dieser Richtung gar nicht genug geschehen, und so ist es denn außerordentlich erfreulich, daß der Philoverlag in Berlin (S.W. 68, Lindenstr. IN endlich einmal Abwehrliteratur in größerem Maße verlegt hat. Er erfüllt damit einen doppelten Zweck. Einerseits gibt er uns Juden das Material in die Hand, damit wir persönlich die Beschuldigungen des Gegners entkräften können, andererseits' aber sorgt er dafür, daß. das Licht in alle Kreise der Bevölkerung tzineingetragen wird. Und dem Lichte folgen Verständnis und Versöhnung. „Waffen im Abwehrkampf" betitelt sich eine Schrift des ehemaligen Feldrabbiners Dr. Italiener, die dem vaterländischen Bund jüdischer frontsoloaten gewidmet ist. Sie stellt ein kleines ompendium dar, behandelt einen größeren Teil der gegen Jüden gerichteten Angriffe, gibt schöne Übersichten über jüdisches Wesen und jüdische Lehre. Gewiß ist das Büchlein weit von der Vollständigkeit entfernt, und es etwa als einen ausreichenden Katechismus zur Bekämpfung des Judenhasses betrachten zu wollen, wäre verkehrt, aber als Lektüre wirkt es ungemein .belehrend und anregend und für viele Fälle bietet es glänzendes Materien. Spätere Auflagen werden hoffentlich manche notwendige Ergänzung erfahren. Von Hans Goslar rührt ein Buch her, das sich „Jüdische Weltherrschaft" nennt. Geschickt geht der Verfasser der verhetzenden Phrase zu Leibe, daß die Herrschaft der Welt von den Juden ausgeübt werde. Ein ebenso wichtiges Thema hat Dr. A. Lieb er mann in seinem Buche behandelt: „Zur jüdischen Moral"; es führt den Untertitel: „Das Verhalten von Juden gegenüber Nichtjuden nach dem jüdischen Religionsgesetz" und zeigt in glänzender Form einfach den Quellen folgend, was die jüdischen Schriften über das Verhalten zu Andersgläubigen sagen und welche Jrrtümer und Fälschungen auf diesem Gebiete zu verzeichnen sind. Ein Sonderkapitel aus diesem Gebiete behandelt Friedrich Caro in seinem Buche „B o m I u d e n g o t t". Er setzt sich vornehmlich mit Theodor Fritzsch auseinander, dessen Schmähschrift „Der falsche Gott" (Beweismaterial gegen Jahwe)., in manchen Kreisen schwere geistige Verwirrung ange^Z richtet hat. . '? Kbr. Dr. Felix Go l dmcrnn untersucht in einer Schrift, welche „Vom Wesen des Antise- , mitismus" betitelt ist, die Grundlagen der Bewegung. Er behandelt die psychologischen Ursachen des Antisemitismus und schildert kurz den Judenhast als historische Erscheinung. Seine Ausführungen klingen in eine theoretische Rechtfertigung der Ziele und.Methoden des Zentralvereins und der ihm gesinnungsverwandten Korporationen aus. Neben diesen größeren Schriften sind vom Philoverlag eine ganze Masse von kleineren, wenige Seiten umfassenden Broschüren herausgegeben wordendie besonders geeignet sind, wenn es sich um eine schnelle Aukflärung und Belehrung handelt. „Die Wahrheit über das jüdische Schrifttum" legt die Verwerflichkeit und Unwahrheit der gegen den Talmud gerichteten Angriffe dar. „Die Juden im Heer", eine Kriegsstatistik von Dr. Walter Leis er tritt jenen Anschuldigungen entgegen, die den Anteil der Juden an dem vaterländischen Kampfe bekritteln und herabsetzen.~ „Iuden Weltkrieg, Revolution", eine Aufklärungsschrift von Dr. B. Lange, und „Krieg, Revolution und Judentum" von Kartellbruder Dr. B. Jakob in Dortmund behandeln ihrer Überschrift gemäß die brennenden Fragen des Tages und besonders die vornehme und gediegene Schrift von Jakob verdient es, in den allerweitesten Kreisen verbreitet zu werden und dort ihren-Segen zu stiften. Im Pihiloverlag erscheint schließlich eine Zeitschrift, welche unter dem Titel „Das Licht" nur der Älbwehr und Aufklärung dient. Heft 1 heißt „Juden imden Kriegsgesellschaften" nach amtlichem Material von Hans Falk. Kein Antisemit, der nur einen Funken von Gerechtigkeitsgefühl noch hak, wird nach der Lektüre dieser überzeugenden Darlegungen die alten Ladenhüter gegen die Kriegsgesellschaften hervorholcn. Noch überzeugender wirkt das 2. Heftchen „Judenregierung und Spartakus" nach amtlichem Material von Hans Falk- Hier wird den Angaben der Antisemiten, daß die Regierungen alle verjudet seien, daß der Kommunismus nur von Juden propagiert werde, zu Leibe gegangen und das Ergebnis ist fraglos ein mehr als günstiges. 'Diesen Schriften des rührigen Philoverlages reihen sich' noch manche andere an, die ihre Verwendbarkeit im Kampfe bereits erprobt haben. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus hat ein Abwehr-ABC herausgegeben, das nachStichworten geordnet, besonders die modernen Beschuldigungen widerlegt. Über die Ostjudenfrage orientiert eine im Weltverlage erschienene Broschüre „Die Einwanderung der OstjNden". Sie enthält viel Material, das mit Vorteil den so absolut unsachlichen Angriffen gegenüber v.rwendet werden kann. „Deutscher Geist und Judenhaß" Äußerungen nichtjüdischer Zeitgenossen ist ein Werk des Volkskraftbundes, das im Kulturverlag Berlin W. 80 erschienen ist. Es enthält Äußerungen " von hervorragenden Christen aller Richtungen und' aller Berufe. Seine, oft herzerquickenden Anschau-- ungen sind ein Beweis dafür, daß die antisemitische Seuche doch..noch nicht alle Kreise unseres Volkes ergriffen hat. Bei der Deutschen Berlagsgesellschaft für Politik und Geschichte zu Charlottenburg erschien: „Antisemitismus?" eine unparteiische Prüfung des Problems von Friedrich von O ppeln-Bronikows ki. Der Verfasser ist deutschnational unjd Monarchist, und wir sind -'A

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