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KC-Blätter · 1920-04-01 · Heft 4-5 (April 1920) · p. Seite 48

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Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 4-5 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 48 (sequence 22)
Language
German
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ßWärken Grade der Intensität, mit der er für das Baseler Wr^ramm arbeitet, ... . Damit ist aber gesagt, .Aoaß man ein ausgezeichneter Zionist und ein sehr ^schlechter Jude sein könne! Wir werden uns dieses Zu- E geständnis merken! Wie aber wirklich religiöse Juden M^Mf solcher Grundlage.für die Zukunft des religiösen KrAudentums^ arbeiten sollen und können, ist nicht nur M'mns durchaus schleierhaft. Das ganze Büchlein enthält M'Widersprüche der ungeheuerlichsten Art. Auf der einen EL-' Seite wird die Einheit des Judentums betont, auf der .anderen jede gemeinsame Kulturarbeit abgelehnt! Man M - stelle sich das in der Praxis vor! Auf der einen Seite ^bekennt sich der Verfasser als Anhänger der Trennungs- W Orthodoxie, die jede Zusammenarbeit mit den liberalen E? "Juden verwirft und auf der anderen marschiert er höchst .einträchtig mit erklärten Atheisten, um die Grundlage .zum Aufbau des Volkes der Religion zu schaffen. Uns dünkt, daß diese Grundlage etwas morsch sein wird! > Barths ^Grundthese ist,' daß unbedingt Palästina die N-Lösung für die Judennot-sei und daß alles gefördert rverden müsse, was dem Aufbau des Landes Israel gilt. Er übersieht nur die eine Kleinigkeit, daß man bei aller . Sympathie für das Land der Väter der Ansicht sein könne, daß eine auf nationaler Grundlage erfolgte Auf- - Dichtung Palästinas für das Judentum eine Katastrophe rverden müsse. Barths Darlegungen mögen wohl in .Volksversammlungen, in den man nicht Probleme lösen, sondern Abgründe verkleistern will, „nichtendenwollenden" Beifall auslösen, einer ernsten Kritik Hallen sie nicht stand. Ci : *■ - Kleinsiedelung nnd Bewässerung. Die neue; Siedelungssorm für Palästina. Von vr. S. E. Soskin. 1920. Jüdischer Verlag, Berlin (Natiy- .. nalfondsbibliothek Nr. 4. Herausgegeben vom Haupt- . bureau des jüdischen Nationalfonds, den Haag, Heulstraat 5). Der Verfasser weist auf die unbedingte Notwendig- ^' feit einer großzügigen Bewässerung Palästinas als Voraussetzung für eine intensive Besiedlung^hin und entwirft einen interessanten Plan für Kleinsiedlung mit Garten- und Gemüsebau auf dieser Grundlage. Jizchok Leib Perez. Aus dieser und jener Welt.. Jüdische Geschichten. Deutsch von Siegfried Schmitz. 1919. R. Löwit, Verlag, Wien und Berlin. Ist zum Ruhme von Perez noch etwas zu sagen? Er ist einer der wirklich Großen, und sein Name gehört der Weltliteratur an. Stellt er doch auch die Verbindung - her mit der Welt des Westens. Wie Perez sich, ohne darum an Selbständigkeit zu verlieren, an großen Vor- , bildern des Westens herangebildet hat, so ist er auch der beste Dolmetsch für die Empfindungswelt seiner östlichen Brüder. Wer weiß von den Sorgen und Leiden der Ostjuden so plastisch, so humorvoll und doch so ergreifend zu erzählen wie er! Wer versteht das religiöse Leben in seinen Wurzeln und seinen Früchten so verständlich zu machen! Und wer wüßte wie er die ganze Größe und. Schönheit der in chassrdischer Denkweise schlummernden Werte zu offenbaren. Eine Erzählung, wie die im vorliegenden Bande enthaltene „Des Baßgeigers .Gebet", versetzt ganz von selber in die wundersame Stimmung, die „diese und jene Welt" mischt und die -den seelischen Urquell des Chassidismus aufdeckt. Der -Band enthält überhaupt Erzählungen, die — so verschieden sie stofflich sind — zu den besten gehören, die Werez geschrieben hat. Neben diesem Lobe der guten Auswahl ist der vorliegenden Ausgabe noch manch ein anderes zu machen. Die Übersetzung ist vorzüglich, sowohl was die Treue der Gedanken wie die eigentümliche ^Färbung des Stils, die schön wiedergegeben ist, an- Detrifft. Daß Druck und Ausstattung hervorragend is;;. siird, braucht bei Erzeugnissen des Löwitschen Verlags kaum hervorgehoben zu werden. Erster Almanach des Welt-Verlags. Berlin 1920, 5680. / Im Juli 1919 begann der Weltverlag seine Tätigkeit, in einer Zeit, die wegen der hohen Papierpreise und der ins Ungeheuerliche gesteigerten Löhne für ein solches Beginnen denkbar ungünstig schien. Gelöst hat er aber die Aufgabe, die er sich selber gestellt hat, auf das Glänzendste. Gediegene Werke sind in großer Zahl in tadelloser Ausstattung herausgegeben worden. Von dem Erreichten und dem Gewollten berichtet nun. der erste Almanach der . eine ganze Reihe von Auszügen aus veröffentlichten und noch herauszugebenden Verlagswerken bietet und durch literarische Proben ebenso wie durch die beigcfügten Bilder einen guten Überblick über die Fähigkeiten des Verlags gibt. Fünf Jahre im Lande Neutralien. Schweizer Kriegserlebnisse eines jüdischen Schriftstellers von Sch. Gorelik. 1919. Jüdischer Verlag, Berlin. Sie lesen sich gut, diese Feuilletons, die zuweilen amüsant, meist aber mit der Wehmut der Selbstverspottung jüdische Menschen und Zustände schildern. Gorelik lebte während des Krieges in . der Schweiz, wo sich schon vorher Juden aller Art ein Stelldichein gaben; fanatische Politiker, die vor der russischen Verfolgung geflohen sind, ehrliche Pazifisten, die vor der'Kriegsfurie im neutralen Lande Ruhe suchen und finden, Flüchtlinge, die der Krieg im Auslande überrascht hat, reiche Leute, die ihr Gut in stiller Beschaulichkeit verzehren wollen, sie alle schildert das Buch mit den Mitteln einer scharfen Beobachtung und eines halb stolzen, halb gütig und lächelnd verzeihenden Verständnisses. Es sind Feuilletons, aber sie sind nicht für den Augenblick hingeworfen. Sie werden, wenn das trübste Kapitel der Kriegsgeschichte, das Los der Juden, einmal geschrieben wird, dein Historiker reiches Material liefern. Und man darf hinzusügen, daß die Judenheit sich dieses Materials nicht zu ichämen braucht! M. M. I. bin Gorion (Berdhczewski). Z w e i Generationen, Erzählungen. 1918. R. Löwit, Verlag, Wien und Berlin. Der Titel bringt den Grundzug, der diesen Erzählungen gemeinsam ist, zum Ausdruck. Sie gelten dem Kampf zwischen zwei Generationen, der selbstsicheren alten Zeit innerer jüdischer Festigkeit, die die Welt nicht braucht nnd sie nicht kennen will, und den neuen Tagen mit ihrem unsicheren Vorwärtstasten und ihrer Ungleichung an Güter, die um so begehrenswerter erscheinen.;e weniger man ihren wahren Wert kennt. Das eine Mal, in der „Geschichte vom steifen Kragen", demonstriert Berdhczewski diesen Gegensatz an dem Leben einer Gemeinde, das andere Mal („Daneben, die Geschichte einer Abtrünnigen") an den Seelen zweier Liebender -Obwohl über der ersten Erzählung der ganze grimme Spott dessen liegt, der die geschilderten Verhältnisse in sich überwunden hat, obwohl sie in eine billige Farce ansläuft, ist sie ebenso ernst wie die zweite, wie sie einen Einblick in die Gefühle einer Übergangszeit gewährend. M.J. bi« Gorion (Berdhczewski). Vom östlichen Judentum (Religiöses, Literarisch e s , P o l i t i s ch e s). R. Löwit, Verlag. 1918. Das Büchlein enthält siebenzehn anregende kurze Abhandlungen über die im Titel angedeuteten Themen. Besondere Beachtung verdienen die beiden Skizzen über den Zionismus, die, ganz originelle Gedanken bieten.

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