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KC-Blätter · 1920-04-01 · Heft 4-5 (April 1920) · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 4-5 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 47 (sequence 21)
Language
German
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zählen 3333 gegen 1544 oder 17,8 gegen 12>6 o/o. Bergbau und Hüttentvesen studieren 577 oder 3,0 o/o .gegen 576 — 4,7 o/o, S ch t f f s- und S chiffs- Maschinenbau 302 (1-6 o/o) gegen 234 (1,9 o/o) und sonsti g e, überwiegend allgemein bilde ndeFächer 816 (4,3 o/o) gegen 493 (4,0 o/o). Hieraus ergibt sich nicht bloß eine äußeroroentliche Steigerung der Techniker im allgemeinen, sondern insbesondere eine bedenkliche Verschiebung innerhalb der Studienfächer und eine Häufung bei Maschinenbau, Elektrotechnik und Naturwissenschaften. Dir Verteilung der Techniker auf die e in z eine n H ochs chul e n ist von besonderem Inte esse, da sich auch hierin eine Umstellung gegenüber de^ Friedenszeit zeigt. An der Spitze steht Ch a rl o tt tzWä b ur g Nlit 3168 Studierendem dann folgt Mü n cherM mit 2811, sodann H annover mit 2572, Dreschens mit 2163, S tli t tg ar t das vor dem Krieg erheblich weiter zurückstand, mit 1602, Karls ruh emitE 1538, D a r m st a d t mit 1487, Aache m mit 994^M Braunsxhweig mit 872, Danzig mit 800 nutz zuletzt Breslau mit 679. Das Polytechnikum inH Cöthen ist von 930 Studenten und 510 Gästen besucht. - AnroW Zwerg, Drei Erzählungen. Berlin 1920, Welt-Berlag. — Unter dem anspruchslosen Sammelnamen „Drei Erzählungen" läßt Arnold Zweig sein neuestes Buch erscheinen. Wer es sind nicht nur schlichte Erzählungen im landläufigen Sinne, sondern Kabinettstücke moderner ErMmngskunst. voll feinster, ja spitzfindigster Seelenanalysen und voll Spannung und Konzentration, die den Epiker A. Zweig auszeichnen im Gegensatz zu seinem dramatischen Schiffen. Die erste und Umfangreichste Novelle des Buches : „Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer" erinnert in ihrer stillen beherrschten Art an Thomas Mann und seine Buddenbrooks, schön der ähnliche Borwurf bringt einen Vergleich nahe. Mit dem gleichen zwingenden Pessimismus wie Th. Mann berichtet A. Zweig die Geschichte einer Familie durch 4 Generationen und ihre Auflösung. Es ist die Geschichte einer jüdischen Familie, deren Gründer ein Bauer war. Ein jüdischer Bauer, der „schweigsam und sehr groß hinter dem Pfluge herschritt, den zwei Ochsen zogen, sein stolzestes Eigentum — ein Riese vom Wuchs und Breite". Hier spricht vielleicht ganz verstohlen der Zionist A. Zweig, der,sonst in seinen No-. Vellen völlig zurücktritt, trotzdem er gerade in diesem Buche ausschließlich Schicksale und Erlebnisse jüdischer- Menschen erzählt. Die beiden letzten Skizzen, durch ihren gleichen Inhalt zusammengehörig, werfen grelle Schlaglichter auf das Elend russischer Progrome. Ganz wundervoll versteht es Zweig, die seelischen Vorgänge. in einem halbwüchsigen Knaben deutlich zu machen, dessen Vater im Progrom erschlagen würde. In solchen unendlich feinen, bis ins kleinste ausgearbeiteten pfhchologlischen Analysen seiner Gestalten liegt Zweigs eigentliche Begabung und Bedeutung als Erzähler. Gr. . Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugend- Vereine Deutschlands. Sondernummer. C h r i st e.n' und Juden in-Deutschland. Bericht über eine vom Verbände der jüdischen Jugendvereine Deutschlands veranstaltete Aussprache am 25. November 1919 in Berlin (Redaktion und Geschäftsstelle Berlin 0. Burgstraße 26). Der Jugendverband hat eine Aussprache über das Thema Judentum und Cristentum veranstaltet, über die ein stenographischer Bericht vorliegt. Es sprachen: vr. Johannes Müler, Dr. Paul Nathan, Geheimrat vr. Gttuck, Rabbiner vr. Baeck, Oberverwaltungsgerichtsrat vr. Weymann, Prof. vr. Ludwig Stein, Prof Hoensbroech, Frl vr. Berliner. Frl Else Luders, vr. Jsmar Freund, Studiosus Lechler (vom Wandervogel). Die Fülle der Namen weist auf eine Fülle von Richtungen, Meinungen und Gedanken, deren Menge emer Wiedergabe spottet. Auf sie sei verzichtet, auf das Heft sei aber hingewiesen. Hermann Cohen von Jacob K l a tz k i n. Mit einem Bildnis nach einer.Radierung von Hermanns Struck. 1919. Jüdischer Verlag, Berlin. — Id Ein etwas peinliches Buch! Trotz der fast kriecherischen Unterwürfigkeit des Schülers doch-wieder Urteile von unglaublicher Anmaßung. -„Es war zuweilen schmerzlich, der Niederlage dieses Riesen zuzusehen, mit dem selbst, ein Zwerg aus dem Lager der Zionisten und Nationalisten aufnehmen und seine von komplizierter:~J Geistesarbeit zeugenden Ansichten im Handumdrehen zu' widerlegen vermochte." Man kann gewiß das innerliche Vergnügen Klätzkins begreifen, sich an Buber, der in^I erster Reihe in Betracht kommt, reiben und ihm seine. F Zwergenhaftigkeit bescheinigen zn können. Wer aber, wieI. er, in der kleinlichen Beschränktheit seines engen Parteid standpunktes befangen ist, sollte sich nicht an die Persönlichkeit eines Cohen machen. Dazu ist das Buch rechts flüchtig zusammengestellt. Das Kapitel „Deutschtum mk % Judentum" ist der fast unverärcherte Abdruck eines Ar--I tikels, der nicht recht in den Zusammenhang paßt und .oft überflüssige Wiederholungen des zweiten Abschnitts' „Philosophie des Judentums" bringt. Dieser Teil des. Buches ist, wenn man von der vollständig erscheinenden.^ Bibliographie absieht, der beste. Denn er gibt in schöner,- *1 klarer Sprache eine gute Übersicht über des Denkers!^ Meinungen vom Judentum. Im Kapitel über Deutsch- „y tum und Judentum hat sich aber Klätzkin eine wichtige K Tatsache entgehen lassen.' Daß Cohen seltsamerweise^ und ' hier setzt Me, Kritik von uns er e r. Seite ein, . D deutsche und jüdische Kultur als miteinander vergleich? bare Werte, also beide als Nationalkulturen betrachtet, hätte er bei seiner Stellung nicht übersehen dürfen. Was , Klätzkin einwenöet, sind Kleinigkeiten, die das Wesen der Frage kaum streifen. Den Kern läßt er unberührt. ^2" Es wird einmal notwendig sein, Cohens Jdeengänged über Deutschtum und Judentum kritisch nachzuprüfen'. - ~ Man wird dann sehen, wie seltsam Klätzkin in die Irre 'M geht— 'M Br. Aron Barth. Orth odox i e und Zionis-Imu s. 1920. Welt-Verlag- Berlin. — Ein ernstgemeinter Scherz! Das Buch „beweist">'?tzz daß Orthodoxie und Zionismus sich ausgezeichnet mit-d einander vertragen. Für die zuweilen etwas witzig H anmütende.Art mir ein Beispiel: Man bekämpf 5ert;| Zionismus damit, daß man von religiöser Seite, rckßM auch orthodoxer, fragt: Kann man nach der AuffassungW des Zionismus nicht ein guter Jude sein, wenn mümH antireligiös oder Atheist oder gar Christ sei? DarauM . antwortet Barth: „Man kann überhaupt nichtdavor^ß sprechen, daß nach der Anschauungdes ZionismpM irgend jemand ein guter Jude sei; es kann nach der AnM schauung des Zionismus nur jemand ein besserer ode^ schlechterer Zionist sein, je nach dem mehr oder mindeW rZ

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