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KC-Blätter · 1920-04-01 · Heft 4-5 (April 1920) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 4-5 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 42 (sequence 16)
Language
German
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* r V:-';: , •: f-X-- ^,k.S-öK->F-'r''- -'7 ''- /•.42 *.-■ " - 1 4 •*:-~g ^■. „ f5i WK Bolksgemeind^ über den der Religion^ gesellsch aft Hinaus erweitern könnte! Das behaupten.nicht wir, sondern das erweist der Zionist Zollschau. Wozu das Geschrei, wozu die.Agitation? Wenn schließlich dieVölksgemeinde sich doch von der Kultusgemeinde höchstens durch idie Form der Organisation, Keineswegs aber '.durch d.as Tätigkeitsgebiet unterscheidet, wozu um einer bloßen inhaltslosen Phrase willen das Judentum zerklüften, die Religion schädigen, den Haß der Welt verewigen? „Wir ‘toäreit weiter gar nicht in der Lage, irgend welche sachlichstofflichen Inhalte für eine nationale Autonomie zu nominieren. Die, unter diesem Gesichtspunkte behandelt, lächerliche Bedeutungslosigkeit der Selbstverwaltung auf dem untergeordneten Gebiete .der bisherigen Kultusgemeinde, selbst wenn dieselbe in Zukunft auf das Großartigste ausgestattet würde, bedarf gar nicht dieses Mittels und rechtfertigt vor allem in keiner Weise die . ... protzige Pathetik, mit der man diese Liliputsache unter Anwendung einer vagen Zweideutigkeit zu dem notwendig auf eine ganz - ändere Perspektive eingestellten Prinzip der nationalen Autonomie in Beziehung setzt; eine auch nur die wichtigsten Belänge des staatlichen Lebens umfassende nationale Selbstbetätigung ist aber für die Juden in der Diaspora gar nicht denkbar." Die nationale Autonomie, für die so viel jüdische .Kraft verschwendet worden ist, um derentwillen soviel jüdisches Blut geflossen ist, ein Phantom! Wahrlich, die Väter des Gedankens, der von ihrer Assimilationssucht und. Torheit eher als von ihrem jüdischen Empfinden -zeugt, sind um ihre Verantwortung nicht zu beneiden. Klipp und klar spricht Zollschan aus, was ist. Man will „das Streben des Feindes zum eigenen Programmziel machen", man will „ex 1e§v eine Sonderstellung der Gesamtjudenschast für alle wesentlich in Betracht kommenden Länder für ewige Zeiten schaffen." Die Leiden des Judentums sind wahrlich groß genug. Es ist nicht nötig, durch .den Schrei .nach nationaler Autonomie „dem erklärten Gegner selbst die gesetzlichen Handhaben zu bieten", dem gemeinsten Antisemitismus in die Hände zu arbeiten. ' Jubelnd haben unsere Feinde jeden (Antrag dieser Art begrüßt, wußten sie doch, daß er dem verhaßten Judentum das Grab schaufeln hilft. Als Dr. Stricker im österreichischen Abgeordnetenhause bei der Volkszählung die Möglichkeit eines Bekenntnis zur jüdischen Nation zu erwirken suchte, wandten sich alle Freunde der Kultur, alle ' Vertreter des Rechts mit Schärfe dagegen. Nur die Christlich-Sozialen unter Führung des gefährlichen Antisemiten Dr. Gimpel traten begeistert dafür ein. Kurz.nachher haben sie freilich den -zweiten 'Antrag gestellt, die Juden von der Wehrmacht auszuschließen und sie zu den öffentlichen Ämtern und - den Schulen nur im Verhältnis ihrer Volkszahl zuzulassen. So sehen die Freunde der nationalen Autonomie aus. Manche andere bittere Wahrheit für unsere Nationaljuden enthält das Buch. Bei aller Anerkennung der guten Absichten, weiß doch Zollschan auch das.Menschliche, das Allzumenschliche aufzuspüren, und den Anteil des „Mandatshungers der nationalen Führer" schätzt er anscheinend nicht gering ein. Milde für die Gesinnungsgenossen klingt es nicht, wenn er von den Forderungen der Nationalisten sagt, daß „die geplanten Statuierungen eine Fälschung der wissenschaftlichen Wahrheit und der Tatsächlichkeit darstellen würden". Daß er sehr wunde Stellen im Organismus seiner Parteibewegung berührt hat, beweist auch das Echo seines Buches in der zionistischen Presse. - Entweder hat man es totgeschwiegen, vielleicht mit einigen Redensarten abzutun versucht, oder maw hat geschimpft. Teils höhnisch bitter, teils mild herablassend, teils indem man in Zollschan einen Hochverräter, teils einen harmlosen Narren sah. Auch als „Assimilanten" hat man ihn verdächtigt. Wo nämlich Argumente fehlen, stellt sich zur rechten Z eit der Vorwurf des Assimilantentums mit Sicherheit ein. Damit sind geistige Kämpfe mach der-Anschauung mancher Leute spielend zu erledigen. - Zollsch ans Buch gibt nicht nur die Bemerkungen zur Revision des pr aktischen Programms, mit denen wir uns beschäftigt haben, sondern es erstreckt seine Kritik auch auf die theoretische Begründung des nationalen Begriffs., -Auch hier wird man seinen Anschauungen meist zustimmen können. Eine. genauere Darlegung in diesen Blättern sei für später Vorbehalten. Jetzt freilich sei schon gesagt, daß die Erklärung Zollfchans für das Judentum, in dem er lediglich' eine «ethnische Einheit erblicken will, schon um dessentwillen Widerspruch erfahren muß, weil die Erhaltung . eines solchen Wertes keineswegs den Lebensinhalt einer Menschengruppe ausmächen kann, weil aus ihm sich die nun einmal deutlich sichtbare Tendenz zur Selbsterhaltung nicht erklären läßt. Mögen die geistigen Strömungen im Judentum auch in Färbung und Richtung divergieren, ihr Dasein ist unbestreitbar und ihr Quell kann keineswegs ein rein mechanischer Begriff, die bloße Feststellung einer ethnischen Einheit sein. Zollschans rein retrospektive Überlegung erklärt nichts, sie macht aus einer zukunftsfrohen, lebendigen Gemeinschaft einen Familientag, der sich nebenher vielleicht an einer großen Vergangenheit berauscht. Zollschan stimmt mit Klatzkin darin überein, daß beide als Inhalt des jüdischen Nativ n a l is m us n ur Pal äst ina g e l t eftt

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