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KC-Blätter · 1920-04-01 · Heft 4-5 (April 1920) · p. Seite 38

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Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 4-5 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 38 (sequence 12)
Language
German
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A-M-C. SJtan sieht aber, wie notwendig eine Aufklärung wenn man in der deutschen Studentenschaft nicht Einmal vie bewußtjüdischen und die paritätischen Ver- ^Mindungen iauseinander^uhalten weiß. Ar." Sonst hat sich die allgemeine Presse mit dem .K. C. nur wenig beschäftigt. Unserer K. V. Rheno-Silesia ist— des^Scherzes halber sei es angeführt — in der K .„Wahrheit" der fürchterliche Vorwurf gemacht wor-? 7 Len, daß sie die Verbreitung dieser lieblich duftenden GNAeitMP- -gewaüsam dadurch zu unteMnden trachte, daß sie in Bonn sämtliche Nummern aufkaufe und G nunmehr die nach geistiger Kost lechzenden Antisemiten -schnöde verhungern lasse. Wir hoffen, daß unsere --Kartellbrüder ihr Geld verständiger anwenden und ^7 ruhig jedem die ihm entsprechende geistige Kost lasten. - - Ernster ist es schon, wenn die hessis ch e Volks- V kämm er sich mit Ausschreitungen gegen jüdische / Studenten beschäftigen mußte, bei denen es sich um ^Zusammenstöße unserer Staufia mit Schülern - höherer Lehranstalten handelt. Hier ist die Ruhe tuie* f der hergestellt worden. Gegen den Namen der Staufia -.. ist — wie die Hochschulbeilage der „Deutschen Zeitung" berichtet -— von der Gießener Studentenschaft Ein- . spruch erhoben worden. Der Senat hat jedoch selbstver- Ä/ stündlich die Beschwerde zurückgewiesen. Liebevoll f>e* schäftigt sich in München nach wie vor Herr cand. Phil. Braßler mit dem K. C. und der Licaria. Sein .. Organ „Der Völkische Beobachter" ist frei- ' lich für eine Zeit wegen seiner die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdenden Judenhetze verboten worden. Weit wichtiger ist, daß in der gesamten akademischen und antisemitischen Presse ein Artikel der - scheu Hochschulzeitung" nachgedruckt worden ist, in 7 welchem die Kriegsv erluste der studentischen Verbünde glossiert werden. Die Notiz lautet:; „Die Deutsche Hochschulzeitung" bringt in Folge 1/4 vom 20. Januar 1920 auf Grund des neuesten Aniversitätskalenders vom W.S. 1920 eine Zusammenstellung der Kriegsverluste der akademischen Berbände. Sie lautet: Prozent Wingolf 20 Akad. Turnbund 19 Burschenschaft 16—17 Sondersh. Verb. (Gesangv.) 16 Verein deutscher Studenten 14 Kösener S. C. 14 Landsmannschaft Schwarzburgbund 13,3 13 Weinheimer S. C. 12,5 Turnerschaft 10 Jüd. Verbindungen im K. C. 9 -Ver. jüd. Studenten 6 Bund der jüd. st. -Miss. Ber. 5 ' Die Angaben des Schwarzburgbundes und der 7 Vereine jüdischer Studenten stammen.aus dein Jahre 1917, die der Turnerschaft aus dem April 1918. 7 ^Diese Zahlen bestätigen nur, was schon jedermann weiß." ' Hierzu sei bemerkt, daß dieser Versuch weiter nichts < wie eine Verhetzung bedeutet. Schon an dem Umstand, daß zwischen dem Wingolf und der Turner- > schuft ein Unterschied von 10 % besteht, wird man . einsehen, daß es sich um - Berechnungen nach ganz .. verschiedenen Grundlagen handelt. Die "H -eine Verbindung berechnet alle Kriegsteilnehmer, welche . überhaupt die Uniform getragen haben und muß dem- Ugemäß einen niedrigeren Prozentsatz herausbekommen. UWie andere Organisation berechnet alle, welche mobilen Formationen angehört haben, die dritte alle, die tatin der Front gestanden haben. Letztere muß natürlich einen noch niedrigeren Prozentsatz heraus-? bekommen. Ferner wird ja zugegeben, daß die An-; gaben über die V er eine iü bischer Studenten zugegebenermaßen aus dem Jahre 1917 stammen. Was nun den K. C. enbetrifft, so ist di« Zusammenstellung falsch. Es ist zunächst einmal der Prozentsatz falsch berechnet. Er beträgt in Wirklichkeit 11 %, wobei als Kriegsteilnehmer. der weite Kreis aller derjenigen bezeichnet ist, die nachden Bestimmungen des Kriegsministeriums als solche zu gelten haben (ausgeschlossen sind also im wesentlichen nur die an Heimatlazaretten beschäftigten Ärzte usw.). WenDalle Verbindungen nach demselben System ihre Berechnungen vornehmen, wird sich erweisen, daß der K. C. hinter anderen Organisationen nicht zurückbleibt, insbesondere wenn man noch zwei Dinge in.Betracht zieht. Zunächst gab es zu Beginn des» Krieges unter den K. C.ern nur verschwindend wenige (acht) bayrische Reserveoffiziere, während die anderen Verbände zum größten Teil aus Reserveoffizieren bestanden. Während des Krieges sind auch nur 118 K. C.er zu Offizieren befördertworden. Die. Offizierverluste waren aber in der ersten Zeit ungeheuer stark und an ihnen konnte der K. C. naturgemäß -nicht in gleichem Maße beteiligt sein. Ferner aber besteht der K. C., der Zusammensetzung der jüdischen Studentenschaftentsprechend, die durch Zurücksetzung in die freien Berufe gedrängt worden ist, zu einem sehr großen Prozentsatz aus Medizinern, bei denen von vornherein die Verlustziffern nicht so groß waren wie bei den Juristen usw , die in der Front standen. Der K. C. hat 40 % Mediziner, eine Zahl, die keiner der „deutschen" Verbände aufweist. Bei getrennter Aufstellung der Kriegsteilnehmer und der Kriegsverluste nach Medizinern und Veterinärmedizinern einerseits und Nichtmedizinern andrerseits würde sich, soweit der K. C. in Betracht kommt, nicht der geringste Unterschied in den prozentualen Verlusten gegenüber den „arischen" Verbänden ergeben. Die ganze Notiz charakterisiert sich demgemäß als eine grobe hetzerische Täuschung. In diesen Blättern ist bereits von dem Verhältnis des K. C. zu den Kameraden die Rede gewesen. Die neueste Nummer der „Kameraden" der „Bundeszeitschrist des Neichsverbandes der Kameraden" «enthält nun Linen Artikel über den K. C. von unserem Kartellbruder Josef Hirschberg. Wir veröffentlichen aus ihm einige Abschnitte, welche Anlaß zu einer gewissen Auseinandersetzung geben. „Und nun die andere Seite der Beziehung: wieweit gehört der Kamerad in den K. C.? Zur Beurteilung dieser Frage kommt wohl nur der Wanderbund in Betracht, da vornehmlich er in der Hauptsache ein Bund von Schülern ist, die nach Abschluß ihrer Schulzeit -vor die Frage gestellt sind, in eine studentische Verbindung einzutreten. Für den jungen Kameraden) der jahrelang schon in der Tendenz der Synthese von! Deutschtum und Judentum erzogen worden ist, kommt m. E. nur eine studentische Verbindung in Betracht, wo er Gelegenheit hat, diesen Gedanken weiter zu pflegen und ihm zu dienen. Das aber geschieht nur im K. C-, wo den jungen deutschen Juden Gelegenheit gegeben, ist, die Überzeugung, die.sie während ihrer Kameradenzelt gewonnen haben, zu verwerten. Insofern geben die „Kameraden" eine Vorbildung im K. C.-Gedanken, und nur so ist gewiß die verschiedentlich bekannt gewordene Auffassung zu verstehen, .daß die natürliche Entwicklung den Kameraden zum K. C. führen müsse. Damit schließe ich mich aber dieser Auffassung ganz und gar nicht an; Venn dex K. C. benötigt zur Erreichung seiner Ziele einiger Mittel, die dem Geiste

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