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KC-Blätter · 1920-04-01 · Heft 4-5 (April 1920) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 4-5 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 31 (sequence 5)
Language
German
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„Ist der ein Held, der stark ist?" — „Nein;, der schwach ist, aber so glühenden Geistes, daß er sich dennoch die Krone erringt" —. Fritz Meyer (Bavariae). Alfred Wolff (Nhen.-Sil.—-Rhen.-Bav.). Gedanke an dich wird uns...und alle, die dich gekannt haben, stark machen und nicht erlahmen lassen im Kampfe fürs den K. C. Hellmut Herzfeld Max Eichenwald (Rhen.-Bav.) (Rhen.-Bav., Nhen.-Sil.) ' ** Ernst Nassau (Nassoviae). Als einer von denen, die sich im Felde den Keim einer tückischen Krankheit zugezogen haben, starb nach langem, schmerzvollem Krankenlager unser lieber Leibbursch. In dir hat dev Tod ein hoffnungsreiches Leben frühzeitig zum Abschluß gebracht. An deiner Bahre trauern alle, die dein ausgeglichenes Wesen, deiner: köstlichen, fernen Humor in Münster und Bonn kennengelernt haben, besonders wir, die wir in dir unseren treuesten Freund und Führer verlieren. Du warst einer, der es verstand, in der (neugegründeten Rheno-Bavaria den Geist der Bundesbrüderlichkeit zu wecken, der alle Rheno-Bavaren jener Zeit in echter, treuer Kameradsch aft zusammen geschweißt hat, die uns selbst jetzt, wo wir in alle Winde zerstreut sind, fest und unerschütterlich zusammenhält. Du wußtest nicht nur in deinen Tendenzfuchsenstunden in unsere Herzen die glühende Begeisterung für die Ziele und Gedanken unseres Verbandes zu legen, sondern wir lernten auch vor, allem jene Ausgeglichenheit von Tendenz und Komment von dir, die das Erstrebenswerteste für einen echten K. C. er bildet. In steter Hilfsbereitschaft standest du mit deinem reichen Wissen und deiner Opferfreudigkeit gern und freudig allen Bundesbrüdern zur Seite, wenn sie deiner bedurften. Nach 4 Vs jährigem Krieg warst du einer von denen, die .trotz der schweren Zeiten, trotz der verlorenen Studienjahre Mühe und Aufwendungen nicht scheuten, um dem K. C. in Münster eine neue Heimstätte zu schaffen, eine Heimstätte, der in kurzer Zeit ein so glänzender Aufstieg beschieden sein sollte. Durch die Arbeit, die du dort'geleistet hast,klebst du weiter; durch sie hast du trotz deines kurzen, unvollendeten Lebens neue Werte geschaffen, die nicht vergänglich sind. Nicht erlahmte dein Eifer selbst auf dem schweren, qualvoller: Krankenlager. Stets rafftest du dich zusammen, wenn dich die Bundesbrüder besuchten und deine Ansicht über jedwede Verbindungsangelegenheiten hören wollten; begierig folgtest du bis zuletzt allen Vorgängen in deinen Verbindungen. Der Gedanke an dein Wirken, lieber Leibbursch, erfüllt u:B mit gerechtem Stolze, zugleich aber mit tiefer Trauer, daß diese unerschöpfliche Tatkraft, diese wahre Freundschaft und Treue uns nun für immer verloren sein sollen. Der Die blutigen Märzwirren haben unser um die ersten Kräfte der Genesung ringendes Vater- I land in neue Leiden gestürzt, zu den alten schweren Wunden neue Wundmale hinzufügend. Gerade auch unser Verband, der zu den Opfern des Krieges '-7* weit über seinen Anteil hinaus durch die Hingabe - seiner Besten blutigen Tribut gezollt hat, hat erneut schweren Verlust zu beklagen. Wir westfälischen K. C. er trauern um einen z! unserer besten jungen Brüder. Ernst Nassau ist * j am 19. März 1920 in den Reihen der Essener Einwohnerwehr gefallen, znm Schutze seiner Vater- K stadt sein Leben einsetzend. Die Ferientage' hatten ihn aus dem Kreise seiner Frankfurter Bundesy brüder zu uns geführt, als plötzlich, ausgelöst durch das Berliner Verbrechen an Verfassung und z- Recht, auch der heimatliche Jndustriebezirk von 7 den schwersten Unruhen heimgesucht wurde. Nassau > stellte sich, obwohl nur vorübergehend hier weilend, unaufgefordert der Einwohnerwehr zur Verfügung, um in der vordersten Linie Leben und Eigentum £ seiner Mitbürger zu schützen. Auf besonders ge- ,'7 sährdetem Posten hielt er bis zum letzten Augen-?? blick aus. Die Aufforderung seines Kameraden, den Posten zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen, wies er zurück, in eiserner Pflichterfüllung der ihm gestellten Aufgabe getreu. Ein < Kopfschuß brachte ihm allzufrüh den Tod. Ein tragisches Geschick, daß der junge Held, der Don der Schule weg ins Feld gerückt war, der die letzten Kriegsjahre als Marine-Seeflieger seinem Vaterlande gedient hatte ur:d zur Freude seiner Angehörigen und Freunde aus des Krieges Not 7 und Gefahr wohlbehalten heimgekehrt war, jetzt V daheim im unseligen Bruderkrieg sein Leben lassen mußte! Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern . 7empfinden auch wir westfälischen K. C. er — ebenso wie seine Bundesbrüder in Frankfurt und - •?. Münster — tiefen Schmerz über den Verlust dieses aufrechten K. C.ers, von dessen Persönlichkeit r wir uns für unsere Sache Besonderes versprachen. ."'Z Die Essener Einwohnerwehr widmet dem Ver- L blichenen, ebenso wie den andern Opfer:: der Unruhen einen warmen Nachruf. Se^ehn Mitglieder der Einwohnerwehr sind es insgesamt, denen diese Worte dankbarer Erinnerung, gelten, < unter ihnen zwei Juden; außer Ernst Najsan 4

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