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KC-Blätter · 1920-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1920) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 1-3 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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. - n-.^..-.-m>. >-> -i——r ■! -"r"■ "'- - "" liSüollen Wesen hat viele der Arbeit entfremdet und >ie plötzliche hemmungslose Freiheit hat in manchen köpfen Verwirrungen eingerichtet, unh so ist die Massen- »shchose der allgemeinen Arbeitsunlüst noch lange nicht >on uns gewichen. ~ ' In all dieses fallen die Streiks! Ich will nicht ünmal erwähnen, daß diese-langsam aber stetig unser Wirtschaftsleben töten, unsere Konkurrenzfähigkeit mit »em Ausland untergraben, aber ich will da diesem streikfieber entgegentreten, wo das Allgemeinwohl der öevölkerung darunter zu leiden droht. Gottlob sind nicht alle Arbeiter bereit, den dauernden Streikparolen zu folgen, aber nicht immer können sie »em Streikwillen radikalster Elemente allein entgegenreten und müssen Unterstützung breiter Bevölkerungschichten finden. Besonders gefährlich wird ein Eingriff n die lebenswichtigsten Betriebe, wie Gas, Wasser, Aektrizität, von denen das Wohl und Wehe großer. Volksschichten abhängt. Um diese Gefahr von der Allgeneinheit fernzuhalten, ist die Technische Nothilfe ins L^ben gerufen. Lassen Sie mich jetzt Mit einigen Worten das Wesen »er T. N. erklären. Die T. N. ist eine Einrichtung, die auf breiter sozialer Grundlage aufgebaut ist und per Allgemeinheit das zum Leben nötige Licht und Wässer erhalten will. In vielen Städtm Deutschlands pat sie ihre Zweigstellen, und hat des öfteren eingedriffen, wenn die Umstände es dringend erheischten. Die E. N. ist ein Unternehmen, das dem Reichswehrministerium nur insoweit unterstellt ist, als jenes die Sicherheit der Nothelfer, die Bereitstellung von Verpflegung uitb Arbeitszeug gewährt und die T. N. finanziell unterstützt. Die T. N. ist keine militärische Truppe, sondern ein wirtschaftlicher Verband, der von Fachleuten, Ingenieuren und Technikern geleitet wird. Über die sonstigen Fragen verweise ich auf unsere Fachliteratur und an unsere Auskunstsstelle in der Technischen Hochschule (Zimmer 157). Denken wir einmal kurze Zeit zurück. Da traten die Arbeiter wichtiger Betriebsanlagen in den Streik. Die Versorgung Berlins mit Gas, Wasser, Elektrizität schien zu stocken, als die T. N. eingriff. In diese Zeit fiel der Anfang der Tätigkeit der T. N. an dev Technischen Hochschule-in Charlottenburg. Wieder einmal mußten wir die Einsicht und die Arbeitsfreudigkeit unserer Kommilitonen anrufen. In )en ersten Tagen kamen wenige, dann aber, als die Kot aufs Höchste stieg, vertauschte manch einer sein Studierzimmer mit der Fabrikwerkstatt, um dort zu beveisen, daß auch der geistige Arbeiter praktische Dienste 'eisten könne. Aber es waren lange nicht alle, die ür ihre Mitmenschen hätten helfend eingreifen können. . Woran liegt es nun, daß nicht alle von dem Ge- »anken des Unbedingthelfenmüssens durchdrungen vären? Blicken Sie in unsere Hochschulen, was sehen sie da? Rücksichtsloses Strebertum, ein Jagen nach »em Examen. Wie mit Scheullappen versehen, rennen nanche dahin, den Blick stier auf einen Studienbeschlußl icrichtet. Diese Menschen übersehen aber, daß es neben >em Beruf auch noch andere Pflichten gibt, denen sie, ich nicht entziehen dürfen, wenn sie jemals einen Anpruch kdavauf erheben wollen, die erworbenen Kenntnisse einmal zweckdienlich zu verwerten. Was nützt es . B., wenn ein Student ein noch so gutes Examen gerächt hat und dennoch keine Stellung erhält? In dem ier schlecht angewandten Wissensdrang übersah -er ganz, aß die gesellschaftliche Ordnung um ihn herum sich ollständig verändert hatte. Arbeiten wir an uns selber, Härfen wir unseren Blick für das Gegenwärtige und neu wir Helfer in der Not. Gerade wir Akademiker Znnen und müssen an dem wirtschaftlichen Wiederaufau regen Anteil nahmen. Denken Sie daran, wie viele unserer Kommilitonen 1914 für unser Vaterland eingetreten sind. Damals drohte uns der äußere Feind und heute ist er mitten unter uns im Innern. Anarchie, Hungersnot und unausdenkliche Gewalttätigkeiten sind sein Gefolge. Und was Studenten von 1914 geleistet haben, was sollten wir heute nicht können? Heute nicht, wo unser Leben auf dem Spiele steht, heute zu einer Zeit, wo unser weiteres Bestehen als Deutschland davon abhängt, ob wir unser stockendes Wirtschaftsleben wieder in Fluß bringen? Kommilitonen, entgegnen Sie mir nicht, ich malte zu schwarz; ich war nie ein Pessimist, aber die Gefahr ist da, näher als die meisten von Ihnen auch nur ahnen. Sagen Sie mir nicht, wenn die notwendigsten Betriebe stocken, dann werden wir kommen und helfen. Dann ist es zu spät, denn Eile tut not und ein wirksames Arbeiten der T. N. ist erst dann möglich, wenn die Vorbereitungen vorher genau getroffen sind. Drum zögern Sie nicht länger, eilen Sie und treten Sie der T. N. bei. Zeigen Sie durch Ihr Beispiel, daß wir Akademiker den Arbeiter unterstützen, helfen Sie den Abgrund zwischen Hand- und Kopfarbeit zu überbrücken, leisten Sie soziale Arbeit. überflüssige Aufregung.— In der Nummer 8 der „Jüdischen Rundschau" vom 30. Januar 1920 zerbricht sich Herr P r i n z-Oppeln, übrigens einsiebenzehn - jähriger Unterprimaner (!)_ den Kopf der „Kameraden" und des „K. C." Änknüpfend an die Meinungen, die Kbdr. Rechtsanwalt Schlesingerin seinem Korreferat auf dem K. C.-Tage vorgetragen hat (K. C.-Blätter Nr. 11/12 Seite 175 ff.) beklagt er die armen „Kameraden", daß sie, vom K. C. vergewaltigt und betrogen, gewissermaßen Kadettenanstalten für den K. C. darstellen müssen. In dem üblichen Jargon ganz .junger Zionisten spricht er davon, daß die Gründung von Kameradengruppen durch K. C.er die „gröbste Täuschung" der Jugend sei, und durch ein Fragezeichen bezweifelt er. daß die „Kameraden" die Erziehung der Jugend zu selbstbewußten Juden bezwecken! Den Eifer, mit dem der junge Herr den „bösen" K. C. bei den armen betrogenen „Kameraden" denunziert, vergeben wir in mildem Verstehen. Er ist erst vor kurzer Zeit aus den „Kameraden" ausgeschieden, um zum Zionismus überzutreten, und bekanntlich schießt der heilige Renegatenzorn nur zu leicht über das Ziel hinaus. Das gibt sich später wieder. Sachlich haben wir aber zwei Bemerkungen zu machen. Zunächst stehen die „Kameraden" ebenso wie der „K. C." satzungsgemäß auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung, und die grundsätzliche Übereinstimmung in Ideen und Zielen wird naturgemäß eine Interessengemeinschaft begünstigen. Wie aber im einzelneu das Verhältnis der „Kameraden" zum K. C. sich gestaltet, geht außer den beiden beteiligten Organisationen keine Mensch enseele etwas an! Wir sind zwar tief gerührt von dem uneigennützigen Interesse des Herrn Prinz und derer, die so denken wie er, aber die Kameraden sind selber Manns genug, um sich zu wehren und ihre Grundsätze zu wahren, falls sie ihnen gefährdet erscheinen sollten. Innere Gegensätze tragen wir untereinander aus. Unser Kartellbruder Schlesinger hat seine Anschauungen über Jugendbewegung und Kameraden dargelegt. Dieselbe Nummer der K. C-Blätter. hat im öffentlichen Hefte durch den Artikel von Kbdr. vr. Krombach, in der vertrauliche «Beilage durch den Artikel des Gründers der Kameraden, unseres Kbdr. Iosef Hirschberg gezeigt, daß es sich! tum eine Frage handelt, in der auch die in der Kameradenbewegung wirkenden K. C. er keineswegs einer Meinung sind. Kameraden wie K. C.er dürfen

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