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KC-Blätter · 1920-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1920) · p. Seite 4

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Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 1-3 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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auch zuversichtlich entgegen. Denn alle, die in diesen verworrenen Zeiten klär und gerecht zu denken nicht verlernt haben, sind unsere Bundesgenossen. Umsckau. 1. Vom Antisemitismus. Der Judenhaß, der gleich einer Seuche seinen Siegeszug durch Osteuropa — und Deutschland scheint ja wenigstens in diesem Sinne dazu zu gehören — angetreten hat, ist gewiß eine bitterernste Angelegenheit, geht es doch im Kampf mit ihm um Recht und Ehre, ja oft um das Leben. So grausig nun auch der Ernst ist, der hinter den oft fanatischen Ausbrüchen antisemitischer Leidenschaft steckt, ab und zu überschreitet der Haß die Grenze des Tragischen nnd in seinem hysterischen Aufkreischen schlägt er ins Lächerliche um. Nur selten kann man freilich aus vollem Herzen so lachen, wie es nach der Lektüre eines kleinen Artikels geschehen wird, den die Wiener „Deutsche Hochschulzeitung" in der . Nummer 34/35 vom 27. Dezeinber 1919 brachte und der in Folgendein der Vergessenheit entrissen werden soll. „Jüdische Studentenvereine an deutschen Hochschulen. Eine Zuschrift zu unserem Artikel in Folge 28 bringt mancherlei wertvolle Ergänzungen: „Nicht nur in Österreich haben die Judenverbindungen erschrecklich zugenommen, sondern auch bei uns im Deutschen Reiche. Der Kartell-Convent (K.-C.) farbentragender deutschen Tendenzverbindungen jüdischen Glaubens hat während des Krieges eine merkwürdige Zunahme erfahren, wogegen wirklich deutsche. Verbindungen vertagen mußten. Die angebliche Verpflichtung der K. C.er zu deutschvaterländischer Gesinnung wird kaum den Aufschwung so sehr beeinflußt haben, wie der Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und das Eintreten für volle Gleich-, lies V o r berechtigung, das von den reichen Juden (das Großkapital ist ja zu 80 Prozent bereits jüdisch!) sehr gut — honoriert werden muß denn sonst würde Platte bei den K. C.ern sein. Der K. C. hat sich ein . feudales Büro in Berlin S. W. 68, Lindenstraße 13, I., eingerichtet, was sich sonst ein 60 bis 100 Bünde starker Verband kaum leisten kann. Mer noch mehr! Es gab vor dem Kriege nur 10 kaum nennenswerte K. C.-Verbindungen, einige waren kaum lebensfähig, so die Breslauer Viadrina (gegr. 23. Okt. 1886, schwarz-gold-rot!), die in Heidelberg verhaßteste Verbindung Badenia (26. Okt. 1890). deren Erlöschen geradezu mit einem Aufseufzen quittiert wurde und die Dresdner Lipsia. Allein der Krieg und der Umsturz mit seinen Riesengewinnen führte auch dem wackeren K. C. neues Blut zu und vor allem Gssld, Geld und wiederum Geld. Gering gerechnetkostet heute die Auftuung e in er Couleur mindestens 30 bis 40000 Emmchen, der K. C. kann sich's leisten: es entstehen während des goldenen Judenzeitalters, genannt Weltkrieg und Umsturz, nicht weniger als 12 Verbindungen 3 K. C^-Stammtische und 3 neue A. H.- Verbände. Ja, Juda gibt viel Geld ftir Antianti! Das beste ist noch, daß Juden geradezu als feudale Geldprotzen auftreten, die Couleur zu Lockmitteln für arische „Flammen" benützen. Dank der großen Kriegsgewinne Judas sind viele Juden nun in der Lage zu strrdieren, bezahlen für Wohnungen jeden Preis. Die K. C.-Berbindungen sind so stark, daß sich sogar einige, wie Bavaria in Heidelberg in eine Gruppe A und B teilte. Es ist kaum zu wenig gesagt, daß das Jahresbudget des K. C. summa summarum 1[2 Mill. Märker beträgt. Schluß daraus: entweder sind die K.C.er Kriegsgewinnerssöhne oder wenn nicht, so Muß das Judentum ungeheure Verbrechen am Kerbholz haben, daß es so ungeheure Gelder in der Bekämpfung des Antisemitismus a n l e g t. Bezeichnend ist, daß der A. D. B. infolge der antisemitischen Welle gar nicht mehr als verläßlich prosemitisch gilt. (Siehe Dtsch. Bschfter.. Nov. 1919.)" Ahnungsvolle Unschuld! Wenn sie von den Sorgen der bedauernswerten K. C.-Kassenwarts etwas wüßte! Solche Reichtümer uns gerade in dem Augenblicke anzudichten, da der K. C. die Beiträge erhöhen muß, um auch nur das allernotwendigste zu leisten, da unsere Zeitschrift aus Sparsamkeitsgründen stark eingeschränkt werden muß, ist wirklich bitter. Man weiß freilich nicht, was an dem erheiternden Artikel mehr bewundert werden muß, ob die Gemeinheit der aus ihm sprechenden Gesinnung oder die grenzenlose Dummheit. Jedenfalls ist er für die Argumente und Kampfweise unserer Feinde durchaus typisch. Auch sonst wird der Judenhaß an Deutschlands Hochschulen immer stärker, und charakteristisch ist, daß nicht nur der einzelne Student und die einzelne Verbindung sein Träger ist, sondern daß die ganze Studentenvertretung ihn vertritt. Der Fall in Hannover ist freilich beigelegt. Nachdem bereits das Professorenkollegium dem Beschluß („Unter -deutscher Student versteht man nur solche.arischer Abstammung und nicht jüdischer Religion und Herkunft") die Genehmigung versagt hatte, hat sich die Studentenversammlung selber veranlaßt gesehen, ihn . wieder aufzuheben. Von' den Rückzugsgefechten gibt folgender Bericht Kunde, der dem „Hannöverschen Kurier" entnommen ist: Studenten-Berband der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Die am 12. d. Mts. stattgehabte Studenten- Bersammlung der hiesigen Tierärztlichen Hochschule befaßte sich erneut mit der Frage des am 25. Oktober beschlossenen Auss chlusses der Juden von der Wahl zum Studenten-Ausschuß. Der zur Versammlung erschienene Vorsitzende der „Vertretung der Deutschen Studentenschaft legte dar, daß, obwohl noch mehrere"Hochschulen bezw. Universitäten diesem Beispiel gefolgt wären, dennoch im Interesse der bevorstehenden Anerkennung der Allgemeinen Studenten- Ausschüsse (Asta) als einer öffentlich rechtlichen Körper-- schaft seitens der Regierung, sowie im Interesse der Erledigung, der Fragen der bevorstehenden Hochschul- Reform dieser Beschluß nicht aufrechterhalten werden könne. In einer sich hieran anschließenden 1 Vsstündigen lebhaften Aussprache wurden teilweise schwerwiegende Bedenken, sowohl bezüglich des für die Deutsche Studentenschaft wirMch. unvorteilhaften Zusammenarbeitens mit der heutigen Regierung, als auch besonders in nativ?

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