KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 200 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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. ': ' - >-Xr-r' 200 > Shakespeare vor dem Forum dee Jurisprudenz. Bon :v Josef Kobler. -Zweite gänzlich umgearbeitete Auf- . .1 läge. — Mit einem Bildnis des Verfassers. Verlag , v. ' Dr. Walter Rothschild. Berlin-WilmerSdorf. Branr' brnburgifche Straße 4t. '.4- >38 Jahre »ack Erscheinen der ersten Auflage ist nun- . mehr dieieö so sehr angefeindete Glauzwerk JosesKoßlers ]'• in zweiter, neu. bearbeiteter Auslage erschienen. Rach seinen Worten im Vorwort zur ersten Auflage wollte - Kodier in diesem Werk einen Beitrag zur Universal» : geschickte deS Rechts neben und damit das Verständnis des grödten Dichters des RecktS erleichtern. Rack seinen Worten in dein Vorwort zur zweiten Auslage gibt er daS Werk gerade in diesen schweren Tagen un- -' sereS Volkes heraus, um gerade jetzt wieder ..allen Nationen immer und immer zu verkünden, daßwir in -' der Wissenschaft die ersten sind und die ersten bleiben werden". Und wenn üti hoffentlich nickt allzuserner \ Zeit wieder etwas mehr Objektivität in die Menschheit - eingezogen ist. wird anck der feindliche Ausländer zu» geben müssen.' daß Köhler hierin bewiesen bat. .was er beweisen wollte. Für nnS K. C.er bat dieses Werk eine zweifache Bo- ' deutnttg. Einmal vom äußerlichen Standpunkt des - K. E.ers. den es mit Stolz und Freude erfüllen muh. dah ' ' cS gerade ein Verdienst unseres Äbr. Dr. Walther Rotb- - fckild ist. dieses Werk wieder bcrauSgebracht zu haben, . das er Kodier zum 70. Geburtstag auf den Gabentisch legen wollte, dessen Drucklegung sich aber infolge der ,■ steten Streiks so verzögert batte, daß es zttm Sckcide- .' grub für den inzwischen verstorbenen Gelehrten wurde. Die zweite Bedentuug bat das Werk für uns als Juden. Den größten Teil nimmt die Behandlung des 4- Kaufmanns von Venedig, die sich naturgemäß in erster - Linie mit der Gestalt des Slnrlock beschäftigt. Köhler behandelt diesen jüdischen Wucherer mit einer glänzenden . . Obiektivität. Er sieht in ibm nickt den reinen Ber- : . . brecker, wie ihn beute leider mancher Ebaraktersvieler darstellt, er siebt in ibm auch nicht die zur Belustigung deS Publikums geschaffene Figur eines karikierten jüdischen Händlers, sondern er sieht in ibm und seiner Handlungsweise ein Bild des furchtbaren Kampfes * des unterdriirlten Judentums, das sich des Rechts bedienen will, wobei er jedoch bemerkt. daß allerdings daS Judentum gerade hier durch ein reckt unwürdiges , Exemplar seiner Gattung vertreten ist. ES muß uns gerade in heutiger Zeit angenehm berühren, daß ein Mann wie Köhler, der wohl der bedeutendste Dozent der Berliner Universität in den :° letzten Jabr.'n war. in jetziger Zeit für das Judentum ei ltritt, wo gerade einige seiner engeren . Kollegen die Führer der Hetze gegen uns sind. Im Anscklllß an den Kaufmann von Venedig werden Hamlet. . ' Maß für Maß. sowie einige andere Dramen vom Stand- ' vunkt des Juristen anS belencktct. An jede Betrachtung ' schließt sich ein Erknrs über daS in diesem Drama behandelte Rccill an. das dem jungen Rcchtsstudenten r--. - Gelegenheit »ibt. ans eine neue, den trockenen Lehr» biickern vorzu ziehende Art und Weise, seine Kenntnisse ' zu erweitern. Die populäre Darstellung, die schöne 4. Svrackc werden ebenso wie der hochinteressante Inhalt V für die Verbreitung des Werkes in den weitesten Kreisen v sorgen, denn Koblers Werk ist nickt nur eins der bervorragendsten juristischen Biicker, sondern auch eins der, •k°' besten der Sbakesvearesorschung. OScar Gvetz (Sil.). >».' Pro Palästina. Schriften des deutschen Ko- 4 miteeS zur Förderung der jüdischen >; Pal ästiuafiedl ung. Ackt Hefte. Heft 1 bis 5 ', im Jahre 1018. Heft 0 b>iS 8 im Javre 1010 erv ' . schienen; Heft 1 bei Reimar Hobbing. Berlin SW 61; ■ ‘ Heft 2 bis 8 bei der Buchabteilung des. Komitees,' Berlin SW 61, Grobbeerenstraße 17, verlegt. Die Hefte sind von verschiedenem Werte: teilweift find sie auch durch die. volttifchcn Ereignisse überholt. - Das gilt besonders von dem Vortrag Kobens (99eufe)-V; über „Die politische Bedeutung des Zi-7 oniSmuS " (Heft 1). Ballod spricht (oder vbanta»' - flcrtV) im zweitissr Hefte Über „Palästina als jüdisches AnsiebluugSland Der ge--, fchäftige Schulrat Otto Eberbard.Seminardircktor tu Greiz, erweist fick im dritten.Hefte aus . deutschen Gründen als Zionist und schreibt über den V „Zionsgedanken alS Weltidee und als . ' praktische Gegenwartsfrage". N Rein fach.', . kick sind Heft 4 und 5. in denen F r an» Carl^ E n d r e S über »Die wirtschaftliche Be-', d e n t u n g Pal ä st inasalS Teiles d e r X ü r fei" nnd Dr. Mnx Blankenborn über den-. „Boden P a l ä ft i n a s " schreibt. Einen guten Überblick über das von ihm behandelle. Problem gibt , das sechste Heft von Dr. R. Leo („ T o S O tt j u d e n -• : Problem und Palästina "), nnd am wertvollsten ist Heft 7/8 von D a v t S T r i e t sch : „ P a l ä ft t n a uhö dte Iuden. Tatsachen und Ziffern,", das sehr gutes Material bietet. Die Schriftenferie wirb danrit abgefchlosfcu sein, und bas aus. Nicktiuden bestehende Komitee dürfte nach der polnischen Wendung. die Deutschlands Einfluß im Orient leider vernichtet bat. seine Tätigkeit einstellen, sofern ec> nickt schon auf- > gelöst ist. Die Judennot ist zwar noch größer geworden, aber Zionsbegeisternna treibt man nickt um der schönen Augen der Juden willen, sondern zur Unterstützung . deutscher Politik. Und da ihre Sorgen beute Palästina nickt mehr mit umfassen, wird, für die Herren ' des..Pro-Palästina"-KomiteeS der Full erledigt fein. . Eigentlich tragisch, wenn man an den Wust von hoff-. unngSvvllen Artikeln der zionistischen stresse denkt, die ' sich an den ..gemeinsamen" Zielen bemühet und jüdischer -- Politik berauschten! .Die Schlüsse aus England liegen nabe. Wer freilich beute nickt auf die ewige Über» ' - einsiimmung zwischen englischer und jüdischer Politik begeistert schwört, ist ein „Verräter am jüdischen Volke". Aber wie lange noch? Vcsti«ja tmtnt! Wie sagt dock Heine im Rabbi von Backarack so schön?: „Wie schlecht geschützt ist Israel! Falsche Freunde hüten seine Tore von außen, und drinnen find seine Hüter Narrbeit und Furcht!" Die Weltbücher, eine jüdische Schriftensolge. 1/2: MvseS Mendelssohn. Jerusalem: 3:' Mnnasie ben "Israel. Rettung der Inden: 4/8: Samson Ravdael Hirsch, Neunzehn Briese über das Judentum: 8: Fritz Mordeshai Kaufmann, Vier Essais über ostjüdische - Dichtung und Kultur. 1010. Aeltverlag, Berlin. .. . Der junge Wcltverlag erwirbt sich mit der Heraus- , gäbe der Weltbücher unzweifelhaft ein großes Berv dienst. Mendelssohns „Jerusalem" sollte gerade heute, da das politische Ereignis die religiöse Idee in . den Schatten stellt, unserer jungen Welt als Lektüre dringend empfohlen werden,' und ebenso frisch und unverändert bedeutsam ist Manasie ben Israels „Rettung d e r I u d e n ", in einer Zeit, in der der Judenhaß wahrhafte Orgien feiert. Ein ebenso glücklicher Gedanke war es. Samson Raphael HirsckS „Neunzehn Briefe", das grundlegende Werk für das Verständnis ber Nenorthodorie in einer so schönen und handlichen Ausgabe neu zu veröffentlichen. Ebenso Gutes ist auch von dem letzten Bändchen zu sagen, das „Vier Essais" des Herausgebers der leider eingegangenen „Freistatt", F. M. Kaufmann, enthält. Aus seinen interessanten Ausstthrungcn. die sich mit geistigen Fragendes Ostindentums beschäftigen, sei der Aufsatz über des Dichters Agnon herrliches Buck '..Und das Krumme wird gerade" bervorgeboben, eine Erzählung, die bestimmt mit zu dem Besten gehört: was die moderne ' jüdische Literatur bervorsebracht hat. Druck und Ausstattung ber Bändchen find tadellos. die künstlerischen 4 >! Wh ■-s