KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 183 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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hat der A. D. B. seinen zahlreichen jüdischen Mitgliedern. — manche Verbindung wie die Neo-Germania in Berlin hatte deren besonders viele — Unendliches Zu verdanken, und wenn es auch nicht für einen Juden besonders ehrenhaft erscheinen konnte, einerseits nur nach einer gewissen Prozentnorm ausgenommen zu werden, andererseits aber erklärte antisemitische Kartellbrüder zu haben — denn viele Burschenschaften im A. D. B. nahinen seit Jahren keine Juden auf — so fanden sich doch immer wieder Glaubensgenossen, die ihren paritätischen Idealen sehr grobe Opfer brachten. Die Entscheidung ist gefallen und im Interesse politischer Reinlichkeit begrüßen wir sie sogar. Der A. D. B. hat seinen antisemitischen Charakter ln den Satzungen sestgelcgt, wozu sich bekanntlich die eigentlichen Burschenschaften, der große Verband der „D. B." (Deutsche Burschenschaft) trotz seines praktischen Antisenlitismus noch nicht aufgeschwungen hat, von Den Korps ganz zu schweigen. Und wir sind nur neugierig, was die zahlreichen jüdischen Alten Herren des A. D. B. tun. Ob sie die Konsequenzen ziehen und austreten werden? Man darf es wohl bezweifeln, gibt es doch auch Zahlreiche jüdische Alte Herren der D. B., die iin jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben eine hervorragende Rolle spielen und die trotzdem mit dem Bande einer judenfeindlichen Verbindung geschmückt sich im Kreise ihrer antisemitischen jungen Bundesbrüver außerordentlich wohl fühlen. Was diese von ihren „anhänglichen" Juden — Alte Herren hinauszuwerfen haben die aktiven Burschenschaften keine Handhabe — sagen und denken, darüber schweigen wir lieber und rücken nur wieder einmal diesen für die Psychologie des modernen deutschen Judentums so charakteristischen Zug in die verdiente bengalische Beleuchtung. Im übrigen aber tobt sich der Antisemitismus in den W a f f e n r i n g e n aus, von denen in diesem Zusammenhang nur kurz die Rede sei, da die ganze Angelegenheit ausführlicher behandelt werden muß. sobald volle. Klarheit vorhanden ist. Jedenfalls steht fest, daß die örtlichen Waffenringe, denen auch K. C.-Verbindungen angehörten, bei ihrem - Zusammenschluß zum Allgemeinen Deutschen Waffenring (A. D. W.) eine verhüllt antisemitische Bestimmung in ihre Satzungen aufnahmen. Sie schlossen konfessionelle Verbindungen aus. Das ging deutlich gegen den K. C.. der zwar nicht in dem Sinne konfessionell ist, daß er positive religiöse Ziele verfolgt, der aber immerhin sahungsgemäß nur Mitglieder einer Kon^ fession umfaßt. Katholische und evangelische Verbindungen, die wirklich konfessionellen, ging der Beschluß nichts an, da sie Mensurverbot habeüi Und daß der K. C. gemeint war, ging daraus hervyrdaß man der „jüdischen" Verbindung S a l r a. (WürWig) WädW das Verbleiben imWürzbutger Ringe verstattete. Daß die Jrwen ln der Salia sich diese „Ehre" nicht verbaten, nt übrigens auch ein. ' Beitrag zur modernen jüdischen.Psychologie! Die Herrlichkeit dauerte freilich jitdjt lange! Man iA'J wollte ja gar nicht den Kj C. e r, sondem kn' :f V; Juden treffen, und hinaußweisen. So wurde JVdenn bei der nächsten Zusammenkunft der erste Be-^-chch schluß dahin interpretiert, occh man unter konses» ' sionellen Korporationen so!-zu verstehen habe, .) die nach Satzung oder Z a 's ammensetzung konfessionell seien! Das guig gegen die paritatisehen Verbindungen, denen der einsame Renom-' 7 mierchrist nicht mehr Helsen konnte, und auch die Salia ist sanft, aber entidjiikn hinausgesetzt warj ,;.' . den. Schnöde werden, die Paritätler trotz des, > schönen, rühmenswerten'interkonfessionellen Eifers ■; mit den von ihnen halb verachteten, halb > verhaßten K. C.ern auf e nt Stufe gestellt und sie bleiben ausgeschlossen! Hie Situation entbehrt jetzt übrigens nicht einer gciMen Komik! Wenn es. auf die Z u s a m m t n s etzung onfommt, müßten nämlich viele Kcag und andere .Korporationen, die nur aus Pr»-.stanten bcftefie», auch aus dem Waffenringselysium verbannt sein. Hat .vielleicht — so könnte ein ironischer Beobachter , fragen — die D. B., die dein Waffenring nicht beitrat, vor der Prüfung ihrer konfessionellen Zusammensetzung Furcht gehabt, als sie sich aus- - schloß? Jedenfalls hat sie sich ferngehalten. Welches die wahren Gründe finb,. nt nicht recht klar. Böse ' Gegner behaupten, sie sei bei der Vorbereitung des Zusammenschlusses nicht genügend geehrt worden, . sie selbst gibt in einem Artikel der „Burschenschaftlichen Blätter" an, der Wcisfenring sei keine Ein-m^: richtung, die dem von der D.' B. .'erstrebten^ dentischen Fortschritt diene. Und darin wenigstens . muß man ihr beipflichten! Von den verschiedensten Universitäten liegen v *, bereits Meldungen vor, welche allesamt darin^ M übereinstimmen, daß aus antisemitischen Gründen - A! die Stellung der organisierten und nichtorgam-'^ sterten jüdischen Studenten vom Wafseming bedroht wird, daß mmt die Satisfaktion erschwert oder-' .> gar unmöglich macht. Man hat sich anscheinend. bereits so weit erniedrigt, w e es kn Österreich.durch '? - den Waidhofener Beschluß geschehen ist. Denn nachi vorliegenden Meldungen haben manche Waffen- \ ringe — wie beispielsweise der Münchener — die >. Erklärung abgegeben, daß f-i.e Inden weder Satisfaktion gebe . n o ch solche v bn -ihnen verlange. Wir gehen schweren Zeiten j entgegen. / Die große Welt wirb! freilich die Wichtigkeit der. - Waffenringsfrage noch nicht'erkennen können. Es geht aber hier ähnlich wie mit dem leidigen Reserveoffizierproblem, das ratv vorrevolutionären; Deutschland soviel Federn und Zungen in Be--^ wetznng setzte? Gewiß Däb s eg. Juden», dieauch