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KC-Blätter · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 182 (sequence 14)
Language
German
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' Ar» Montan abend fand im Kaisersaal beS „Rbökn- Sold" dev Fettkommers statt. Ter grobe Saal wcsr fast V gefüllt, die (önU’vicn »luucn überfüllt. Ter Erstcharaierte der „Sorevia", Fritz Weltmann, erüfsnetc den , Kommers. In seiner Begrübungsanspracbe gedachte A. H. HanS Remak snnacirst der flir daS Vaterland gefallenen Svreven: jeder nckte Spreoe bat. seine Treue «um Vaterland mit dem Tode besiegelt. Er begrlihte sodann die zahlreichen ('Wie, vor allem die Vertreter der groben iiidil>hen Verbände, fernerhin die stattliche Neide der auswärtigen K. E.er und fchlieirlicb unter grobem Beifall der Anwesenden die an diesem Tage änsgenoinmenen lO neuen K. C.-Verbindungen. Die Tendenzrede hielt Kbr. De. Kurt Alexander, die an anderer Stelle abgedri'.ckt ist. 7 Aus die A. H. A. H. sprach der zweitchargierte a. B. Landet. Tie Tarnen feierte A. H. Kochmann. Dr. Bruno Weil (Lie.) sprach im Namen des G. A. und sämtlicher K. L.-Verbindnngen. Er wies ans die Freundschast und das ante Einvernehmen hin. daS von jeher zwischen der ..Srrevia" und allen K. C.-Berbindungen bestanden bat. uu5 hob des ferneren hervor, wie sehr fick der Gedanke des K. C. gerade in Berlin anSgebrvitet hat. feien doch noch zwei neue Berbindnngen in diesem Jahre in Berlin gegründet worden. Namens'deS <5. V. und des Verbandes der deutschen Inden sprach A. H. Geb. Jnst-inat l),-. Fuchs. Er wieS darauf bin. dab der K. E. auf der Universität, auf Vorposten stebe. im - ' Kampfe slir die Zvnthese von Deutschtum und Judentum. und dab er in diesem Kampfe wiederum die . ' Evntbese von Komment und Tendenz üerzustellen habe: für ibn sei beides untrennbar: Komment sei Form, Tendenz Inhalt. Der lebhafte Beifall, den diese Worte fanden, beweist, tvie sehr sie aus dem Herzender Hörer gesprochen waren. Jin weiteren Verlauf deS Abends sprachen der Vertreter des Akademischen Vereins für indische Geschickte und Literatur, fowoi Herr N.-A. . Stern namens der jüdischen Jugendvereine Grob- Berlins. Den Schlub des Abends bildete ein woblgelungenes Semesterreiben. ' Mit Rücksicht auf die bevorstehende Babnsverre musste noch in derselben Nacht eine grobe Anzahl der Auswärtigen Berlin verlassen, so dab der Familienabend am Tiensiag fast nur die Berliner K. C.er und ihre Angehörigen vereinigte. Trotzdem war der grobe - Saal des ..Rheingold" überfüllt. A. H. LoniS begrlibte ‘ die Gäste und gab das Zeichen zum Beginn des Tanzes. Im Verlause des Abends wurde ein von LoniS gedichtetes und eiuftndiertes Festspiel ausgesiibrt. daS groben Beifall errang und dem Dichter und den Darstellern mehrere Hervorrufe einbrachte. Um den Erfolg des Stückes hatten sich eine gröbere Anzahl Bnndesschwestern verdient gemacht. Auch in der Bereitstellmm leiblicher Genüsse habe» sie sich durch Herstellung und .Verwaltung kalter Büfetts während des Begrlibnngs» abeildS im K. E.-Heim. sowie während der-^ Verband-; hinge» im Herrenhaus grobe Verdienste erworben und sich unseren Tank gesichert. Gleicher Dank gebiiürt den ' A. H. A. H. l)r. Auerbach, Dr. Sternberg. De. Rosenow. die als StiftnngSfestkominission trotz starker beruflicher Inanspruchnahme die Festlichkeiten zu einem schönen ' Gelingen brachten und damit das Hauptverdienst daran ) haben, dab aste Festteilnebmer stets mit vollster Befriedigung an die ersten groben K. C.-Festlichkeiten nach dem Kriege zuriickdenken werden. '? . Oscar Goetz (@il.); , Uiilscha».;v Der Autisemitismus nimmt in Deutschland eine i Gestalt an, wje sie abstoßender nicht gedacht werden 7 kann. Und Avi< sehr selbst ln den Kreisen' bet ' Judenfeinde das Bewußtsein lebendig ist, daß der , jäh auflodernde Haß gegen eine Klasse von Volksgenossen Deutschland in den Augen der gesamten. Kulturmenschheit heillos kompromittieren muß, er- V< gibt.sich daraus, daß man in der deuischnationalen R Partei das Bedürfnis empfindet, vom Radau- und 7 Pogromantisemitismus öffentlich abzmücken. 1 ji'h In den Kreisen der Studentenschaft, 7 - die ihrer Herkunft und sozialen Stellung gemäß >' s zu einem sehr großen Teile der deutschnationalen, antisemitisch festgelegten Richtung nngehört, ist ,V’> man freilich noch nicht so weit. Hier feiert der v; wildeste Judenhaß der Tat wahre Orgien. Ins- 7 '> besondere die kleinen Universitäten, lvie in erster V*! Reihe Rostock, bann aber auch, um einige Bei- , spiele zu nennen, Göttingen, Greisswcilo, Marburg, V- Gießen und Münster sind Zeugen haarsträubender 77 Vorgänge gewesen. Abgesehen davon, daß Stuj* deuten mit verlogenen Flugblättern und dem ganzen Rüstzeug der Straße gegen das Judentum als ganzes in aufreizendster Weise gehetzt haben, ist es in nicht wenigen Teilen geradezu zu Tat- ’/hi;' lichtesten gegen Einzelne gekommen, llufcrc K. C- Verbindungen haben einen unendlichen schweren. s/‘-■■ Kampf zu bestehen. Der Gegner setzt sich über .-}/ allen studentischen Anstand rücksichtslos hinweg, X ■ und die Mittel, mit denen der Streit von der •>:, kleinen Schar selbstbewußter deutscher Juden i' ■ jüdischen Glaubens ausgefochten wird, haben den 5 akademischen Charakter oft längst verlieren müssen. Der Judenhaß beherrscht das akademische 5/., Leben, jener Judenhaß, der wie so oft das Volks- / tümliche Werkzeug der politischen Reaktion ged worden ist. Wie man einst die Befreiung der . Bürger und Bauern im Anfänge des achtzehnten Jahrhunderts als das Werk der Juden hat in #}■•/ Mißkredit bringen wollen, wie, die Erhebung von X: 1848, die für den preußischen Bürger die Verfassung an Stelle des Absolutismus setzte, von der y/;: Reaktion als eine Verschwörung von Juden und G Ausländern charakterisiert wurde, so bedient sich auch heute der bisher herrschende Klüngel wieder //■ der alten antisemitischen Verhetzung der Volks-, instinkte, um die prüfenden Augen der Nation von < seinen Sünden abzulenken und um die Herrschaft 's.'., zu behalten. Und der getreuste Schild-^/: knappe d e r R e a k t i o n i fl ein großer \; Teil der deutschen Studentenschaft. // Der reaktionären Masse hat sich ein neues Glied hinzugefügt, dessen Werdegang typisch genannt werden kann. Der A. D. B., der A l l g e m e i n c .R DeutscheVurschenbund, hat bei seiner, j4." Tagung im Oktober den Beschluß gefaßt,: . Jud en nicht mehr aufzu nehmen! R.7 Begründet wurde das etwas schamhaft mit der für >1/ die Erziehung erforderlichen Einheitlichkeit deS Verbandes. Ursprünglich als biberale Or<'Pganisütiön Anfangs der achtziger JährL7gegründch. U

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