KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 181 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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-trag»1-' j?;■ G?" :v - *•? .is.,« r. - v ",V. '!'•* •’i "”J 181 - ’• anschnuung, kein politischer Kampf, sondem es' ist ein Kampf gegen Feinde, die getragen sind von nichts anderem als Haß, von blind wütendem Haß.! Für uns muß die erste Erkenntnis sein bei unserem Angriff, daß kein Argument von den vielen, die unsere Gegner hervorbringen, berechtigt ist. Es gibt k e i n e n A n t i s e m i t i s m u 8, derberechtigtist! Verfehlungen' einzelner von uns sind gewiß zu tadeln. Aber sie geben ule und nimmermehr daS Recht zu einem Vernichtungskampf, wie er von jeher gegen die jüdische Gemeinschaft geführt wird. Daher genügt es nicht, diesen Kampf mit geistigen Mitteln zu führen. Mit anderen Mitteln müssen wir in den .Kampf eintreten. Und der K. C., dessen Aufgabe es ist, gegen den Antisemitismus auf den deutschen Hochschulen zu Felde zu ziehen, kann das nicht anders tun, als daß er sich der Mittel bedient, die unsere Gegner gegen uns anwenden. ' Sprechen uns. unsere Gegner den Mut ab, so' genügt es nicht, daß wir laut und volltönend, das Gegenteil erklären, sondern wir müssen dies mit der Waffe in der Hand beweisen. Sagen unsere studentischen Gegner, daß wir nicht Menschen sind wie sie. so müssen wir sie' durch äußere Zeichen vom Gegenteil zu überzeugen suchen. Deshalb' halten wir fest an den studentischen Mitteln, die uns Hilfe in diesem Kampfe sind. Wir lassen uns nicht beirren durch die, welche uns zurusen, daß jene Dinge nicht mehr in Einklang zu bringen sind mit dem demokratischen Zuge unserer Zeit. Mögen wir innerlich zu dieser Frage stehen, wie wir wollen; heute gibt es nur eins: an Mitteln, die uns die Not in die Hand gegeben hat, festzuhalten. bis wir unseren Erfolg errungen haben. - Wir haben die Ara des Antisemitismus in den achtziger und neunziger Jahren überwunden. Wir haben den jüdischen Studenten auf den deutschen Hochschulen zu Ansehen und Achtung verholfen, und wir sind gewiß, daß wir durch die Kraft unserer Arbeit auch diesen Anstürm des Antisemitismus überwinden werden. Ich möchte Ihnen nicht die Verhältnisse auf deutschen Hochschulen einmal auSmalen, die sich dann bilden würden, wenn der i?. C. von seiner bisherigen Kampfesweise abgingr. Gegen Haß gibt es nur Kampf b is zum au ß ersten. . Und dann noch eins: Sind denn jene Mittel in unserem Kampf wirklich nur Mittel zu einem Zweck? Sind sie nicht doch ein wenig mehr? Liegt nicht in jenen Formendes studentischen Lebens ‘ etwas geheimnisvoll Schönes, etwas, das uns gerade in dieser Zeit der harten Realität durchsonnt? Wir, die wir noch in anderen Jahren auf anderen Hochschulen gewesen sind, wissen, wie sehr wir alle von dieser Jugendzeit zehren, weil das Leben, , das wir damals/führten, so sonnig schon war. Lassen wirrmserer Jugend doch diese,Sonne!, Sie wird sie nötig haben! Sie wird ihr bis ins Alter hinein, was auch.»inner kommen mag, das Leben erleuchten! Arbeit, Kampf h e i ß t^d e r Weg des K. C. Unerhört Gewaltiges müssen wir voll- ' bringen und werden es vollbringen. Uns treibt die macht- und kraftvolle Begeisterung der Jugend. Und was kann Jugend nicht erreichen? ,. Notwendig ist n 6 e t! h e u t e u n d. ■, immer, daß w i r f e st st ehe» auf d etti Boden unserer Idee! Daß unser eg Idee Besitz nimmt von unserer^ ganzen Persönlichkeit! Noch einmal sei es ausgesprochen: Unsere Idee ' kann nicht gelehrt und gelernt werden, sie muß er-.' lebt und gelebt werden. Die Idee des K. C., sie sei die Glut unserer Seele, sie gebe die Kraft unserem Wollen! Auf die Idee des K. E., auf ihr Blühen, Wachsen und Gedeihen wollen wir nach altstudenttscher Sitte einen donnernden Salamander reiben! Die Festlichkeiten m Berlin. Die Jubiläumssestlichkoitcu nahmen ihren Anfang mit einer internen Festkneive der drei Berliner Verbindungen am Iubiläumstane. öem 22. Oktober. Eine grobe Anzahl A. H. A. H. batte lick oingefunden. so daß schon zu dieser Veranstaltung der Kneivsaal kaum ausreichte. A. H. Or. Solon hielt die Tendenzrede. Fuchs Preub sprach auf die A. H. A. £. Im Laufe des Abends erschien, von allen Anwesenden lebhaft begrübt, der an diesem Tage zum Ehrenmitglied ernannte Herr Geb. Iustizrat vr. Eugen FuchS. Vorsitzender des Eentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Ter Vorsitzende des A. H. B. „Svrevia", Remak, begrühte ihn mit ehrenden Worten, auf die A. H. Fuchs mit herzlichem Danke antwortete. Ter Abend verlief unter tätiger Mitwirkung der alten Herren in bester Sbimmttng. Die eigentliche Tagung wurde durch einen Frühschoppen im K. C.-Heim am Sonnabend, dem 1. November. eingeleitet. Abends rund in den Räumen des K. C.-Heims der vom Landesverband brandenburgischer : K. C.er gegebene Begrttbunnsabend statt. Obgleich Damen nicht geladen waren, reichten die Räume des K. C.-Heims nicht aus. um die grobe Zahl derer zu er- Men. die erschienen waren. Eine grobe Anzahl Kbr. - Kbr., ans allen Teilen Teutschlanbs berbeigeeilt. nahm daran teil. In angenehmen Gesprächen blieb man bis in den späten Abend zusammen und sab vor - allen Dingen 'immer wieder mit herzlicher Freude, wie . sich die Altesten ln frohem Wiedersehen mit ihren Jugendgefährten bearttbten. Am Sonntagabend fand,/ nachdem man den aanzen Tag fleißig an den Verhandlungen des K. C.-TageS teilgenommen batte, das vom ' A. H. B. ..Sprevia" veranstaltete gemeinsame Abendessen der Alten Herren statt. daS durch eine Reibe launiger Ansprachen gewürgt wurde. Nachmittags waren die Damen des K. E. zum Tee inS K. C.-Heim gebeten. Im Anschluß hieran erschienen auch die Aktiven auf der Kneive. um sich mit den Damen au* gemütlichem Beisammensein und Tanz zu vereinigen. Eine Begrllbungsansvrache von Frau vr. Henschke. die . im Verein mit Frau Remak und Frau vr. Rosenom das Arrangement des Abends übernommen batte, und , Gefangbarbtetungeu von Fräulein Felicitas Dtngmann, verfchönleu den Abend, *■£«?'.';• r /