Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 179

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 179 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2268830-2268917-2268924--2448-2271612
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

faklion" überhaupt war für uns stets eine Frage der Takdit. Unsere praktische Stellünanahme zum Duell (einerlei auf welche Waffe) hat nicht das mindeste zu tun mit einem persönlichen oder kollektiven Werturteil lider Moral oder Unmoral des Dnellö oder der Mensur oder mit unserer persönlichen politischen Ansicht darüber. Wir batten allezeit politisch sehr weit linksstehende und, fortgeschrittene Kartelldriider — z. B. Sozialisten, zu einer Zeit, wo daö noch nicht Modesache war — im Verbände gehabt, die trotz ihrer radikalen persönlichen politischen Auffassung aus der Überzeugung von der taktischen Notwendigkeit für eine im Kampf mit dein Antistmitismus stehende jüdische Verbindung oft und gern auf Mensur traten. Das hat ihren inneren Menschen und ihre politische Stellung nicht im mindesten beeinträchtigt. Eine Minorität wird oft in ähnlicher Lage sein. Beispielsweise kann man entschiedener Gegner der Konfessionsschule sein, und doch gleichzeitig, solange Kvnsessionsschulen bestehet», gerade als Jude unter Umstünden für die Beibehaltung der jüdischen Volksschule cintreten. So haben ivir das Duell als hervorragendes Mittel, unsere Gegner > zum Respekt vor dem jüdischen Studenten zu erziehen, benutzt und erprobt gefunden. — Diesen erzieherischen Einsluh auf die Gegner erstreben offenbar auch nicht die Kartellbrllder, die gegen BerabrednttgS- und BestimmnngSmensur Sturm lausen. Sie übersehen nur zweierlei: Wenn'wir,nicht Gefahr lausen wollen, mit die Möglichkeit zu kommen, Säbel zu fechten, Müssen wir u n t e r U m st ä n b e n sogar Bestimm uugsmeilsur fechten. So liegen heute die Tinge. tSInc K. B.. die iu solche Lage kommt, wie z. B. s. Zt. die Nasiovia, wird vernünftigerweise nicht zögern-, anch BestilnmungS' oder Verabredungsmensur zu schlagen, um nicht iiberlianvt die Möglichkeit zu verlieren, gegebenenfalls auf Säbel Eatissaktion zu erhalten. Sodann aber beweist die Erfahrung, da» das grone Ansehen des K. E. bei den nichtiüdischen Korporationen gerade auf der Tatsache beruht, dah seine Angehörigeir bisher so gut wie ausnahmslos — meist Schläger auf Verabredung — gekochten und sich dabei als durchschnittlich besonders schneidig erwiesen haben, während umgekehrt das Ansehen unserer K. V. K. V. nach dem Kriege erweislich überall da zu sinken begann, wo aus irgend einem Grunde noch nicht wieder gekochten worden war. ' . Aber auch auf den Geist innerhalb der Korporationen hat bereits manchenorts daö Fehlen der Mensur nuverkeunbar ungünstg gewirkt, insofern die Disziplin und der innere Zusammenhalt dadurch eine gewisse Lockerung erfuhren. Demgegenüber die Augen zu verschrieben. wäre gefährlich. Kamvfverbittdungen wie die unsrigen bedürfen einer straffen Disziplin. Nichts fördert diese so sehr als ein strammer Fechtbetrieb. Umgekehrt ist eines, nicht zu leugndn: Man kann auf eine antisemitische oder sonstige Beleidigung scharf oder weniger scharf achten, man kann sie sogar „übersehen" oder ..überhören", ohne daß fick das immer kontrollieren lätzt. Wir aber können nur Männer gebrauchen, die auf jede Beleidigung unter allen Umständen vrvinpt antworten. Wer dazu durch die Mensur erzogen ist. wird in dieser Beziehung durchschnittlich nun mehr Gewähr bieten, als wer die Mensur für seine Person ans welchen Gründen immer ablebnt. AnS diesen Gründen wird der K. C. auf die Gefahr bin. von Uneinsichtigen als ..reaktionär" verschrien zu werdet«, ia sogar persönlich wertvolle Menschen zu verlieren. seinen alten Mensurstandvnnkt unverändert stramm weiter zu betätigen haben. Er braucht deshalb keineswegs von 'K. C. wegen die Bestimmungsmensur einzusubren. Das wäre bedenklich und unklug, an - manchen Orten auch unmöglich aus Mangelan. Pauk- . Paukverhältnisien. ist also von vornherein undurchführbar., Dagegenmüssen die einzelnen K. B. K. B.,' wie die der Vergangenheit, so auch in der Zukunft, -in der Lage sein, entsprechend ihrem örtlichen Bedürfnis vvn ihren Mitgliedern eventuell ,-itch Antreten auf Wer« abredtlngS- oder Bestimmung .nenfur unweigerlich zu verlangen. Das öntfpricht bem Herkommen trn ganzen? K. C. und jeder praktisch deutbaren Möglichkeit. Die Generalversammlung des A. i>. B. Badenia trug dem Nechrinng. indem sie für den K. C.-Tag folgenden Au-: trag einbrachte: - »Der K. E. stellt fest: Wer trotz Bestimmung seiner Verbindung sich an» zutreten weigert.'verstvht gegen das H e r k o m »n e n i m K. C. n n d g e g e n d t e T t f - - zivlt ii." Tiefe Fassung stellt d«rs bi statisch Gewordene fest, wie es sich für alle K. B. K. ergibt. Daran ändert auch nickt ein in den K. E.-Alöi«ern seinerzeit berichteter, ans A n lab eines Ein; elfalleS gefakter Beschluh der K. B. Gliibettinia vom März 1tz13. wonach ein Gbibelline unter bestimmten Umständen im Einzelfalle das Antreten auf Bestimmung eine gewisse Zeit vor dein Termin verweigern kann. Tenn der gleiche Convent der K. B. Gbi bettin ia erklärte dem St. B.. der. fick anzutreten geweigert batte und dem der Beschlutz galt, kür nicht mehr bekäbiat. Tendenzfuchsmajor zu bleiben. Damit war bewiest». datz der in Betracht kommende K. B. durch seine Weigerung, anzutreten, auch in den Augen seines Eonvcnts sich deklassiert hatte.! Ans eines darf fchlietzlich nock bingewiesen werden: Alle! Anzeichen deuten darauf bin. datz unter dem Einfluß 1 derselben Kreise, die feit Mcnüten die grotzange'egle Judenheve betrieben und gen,'l>rt haben, die jüdischen' Verbindungen von dem Ailm» einen Deutschen Waifend ring lA. D. W.1 prinzipiell afamiert werden sollen.:! ES gäbe nichts Törichteres, -ls wenn wir die Be-! strebungen der Drahtzieher d»r st eine Lockerung nnkerer- ' Menfurdiszivtin sozusaaen rechtfertigen würden. Kommt aber trotz aller Maßnahmen, die der G. A. gegenüber der nicht zu unter schätzenden Gefahr treffen wird bzw. getroffen hat. die vriinivielle Satiskaktivns» veriveigerung dem K. C. gegenüber. dann werden wir dafür sorgen müssen. dan sticht wir die Leidtragenden bet ienem Beschlni e i werden, und darum gilt es ietzt schon, nicht b!> » die Handhabung unserer alten blanken Waffen, sondern auch die Führung der Faust in Angriff und Abiv.hr zu üben, entsprechend dem Beschlüsse des G. A. Manch einem wird viel-: leicht heute die Bedeutung dieser Matznabme klar. Sie wird tzem .guten Geist in unseren Reiben nur Mörderlich, stin..' , ■ ■" Tcndkiizrrde gehalten auf dem FestlomtM's zum 25, Jubiläum der -.Sprevia" am 3. Naaember 1919. voll Dp. ,Kurt Alex a.nder (Bau., Rheno-Sil., Nass.). / Meine Damen und Herren!'V : f r Liebe Kartellum) Br.-Br! , In Tagenin denen die furchtbare Not uns zwingt, jHen Schritt, dm ,«'ir vorwärts und aufwärts tun, zu erkämpfen, ist es schwer, indiesem Ringen eine Ruhepause emireten zu lassen: Und .doch ist es gut, einmal einen Augenblick zu verweilen, und es' ist gut, einmal daran zu denken; daß nicht alle Idem, .die jetzt lebendig sind, von? heute und gestern sind/ sondern daß? uns auch Ge-I . ftdVMAAAV« Vl It CaU f/««»f JMifcShM*« (IYVam Tj£m

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.