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KC-Blätter · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 178 (sequence 10)
Language
German
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* 's*' •-’' '• ■■■ * i' "•178;,V;k - :01 0‘3-\ ' MÄ" <-C£- Allein. Uber derarttge Bestrebungen hinaus machen sich «in ynseren Reiben Stimmen bemerkbar, die sich gegen unser bewährtestes Rüstzeug in unserem Kampf gegen die antisemitische Strömung in der Studentenschaft und gegen eines unserer besten Erziehungsmittel wenden. Mensur nnd Couleur. Die Bedeutung der Couleur für den K. C. in diesen Zeiten zu beleuchten, liegt kein Anlab vor. wenn, nicht ein Kb. in einem der Redaktion übersandten Beitrag „Zur Mensnrfragr" erklärt hätte, »auch im K. C. sei nichts anders und besser geworden", „die Verbindungen :m K. C. hätten sich in die vermoderte Kleidung l ä n g st d a h i n g e g a n g e n e r Jahrhunderte gebüllt....", wenn er nicht von „vermoderten Gewandern" und ..Maskerade" verständlich genug gesprochen hätte. Solche Auhcrungen zeigen eine geringe Vertrantheit mit der historischen und erzieherischen Bedeutung. die die Couleur für den K. C. besitzt. Nur. soviel sei hier gesagt: Unter den Ltammverbindunnen des K. C. haben mehrere schwere Kämpfe um das Recht des ConlenrtragenS führen müssen, und in dem Scnatsentscheid der Ruperto-Carola, durch den die alte Badenia — woklgemerkt auf Denunziation von sechs antisemitischen Verbindungen --- suspendiert wurde, stand zu lesen: „Daß B e st e h e n' e i n e r f a r b entragenden j ti d i s ch e n Studentenverbindung i st unvereinbar nt 11 bei» akademischen Friede n." - Dab die Couleur zudem ein hervorragendes Erziehungsmittel ist. dab sie ihren Träger ständig an seine Verpflichtung der Gemeinschaft gegenüber, deren Abzeichen sic ist. erinnert, und namcntuch unsere jungen Bundesbrüder unaufhörlich gemahnt, sich als selbstbewnbte Inden stolz zu bekennen und zu führen, wird in solchen pointierten Redewendungen offenbar gering veranschlagt. Sei dem. wie ihm wolle. — die Flagge, die wir manchenorts unter unsäglichen Müden und Opfern uns erkämpft haben, werden wir - nickt — zur Freude studentischer Antisemiten — streichen. und eine etwas vorsichtigere Behandlung solcher Tinge, die für uns teures Smnbol geworden find, wäre auch jungen K. C.cru z» empfehlen. Die Couleur ist für uns etwas ganz anderes als für andere Korporationen nnd darum auch nicht mit einigen radikalcit Wendungen erledigt. «Was Schandfleck war. ward unser Ehrenzeichen." heibt eS im Farbenlied der Svrevia. und das Ehrenzeichen wollen wir nicht ohne Not ablegcn. Auch die Besprechung der ..Meuiurfraae" sollte nicht die historischen und praktischen Gesichtspunkte auner acht lallen, unter denen allein wir als K. C.er sie würdigen können. War werden wird, wenn - was möglich ist —' das Dnell auch alS Verbrechen mit Gefängnis oder Zuchthaus bestraft wird und ans diese oder andere Art alS Kampfmittel dem antisemitischen Akademiker gegen- - über anSscheidct. braucht heute nicht erörtert zu werden. Einstweilen iedensalls wird aus allen Hochschulen — möglicherweise mit Ausnahme von Bonn — so munter gefvchten. wie nur je vor Krieg und Revolution, und man irrt in der Annahme, «andere Studentenverbände hätten den alten Zopf der Veräbrcdungsnnd Besttm- ' mungSmensur zum mittelalterlichen Gerumpel geworfen". wenn man nickt etwa — Wingolf und katbolische Verbindungen im Auge bat. die nie gekochten . haben. Tab die Reformburschenschastcn in praxi seit vielen Jahrzehnten die angeblich verworfene Bestim- ' mungSmensur als Berabredungsmensur überall, wo sie Gelegenheit hatten, wiederansgenommen haben und auch heute noch schlagen, sollte doch bekannt sein. Es soll andererseits nicht verkannt werden, daß 1 Demokratie nud Sozialismus auch >in der Studenten- ° schaft vielfach, nicht iiberall. an Boden gewonnen haben, und da» die Zabl derjenigen, die das Duell verwerfen. ■ in der Burschenschaft gewachsen ist. : Gälte unsere Arbeit -er Aufklärung der ohnedies im allgemeinen dem . - Antisemitismus fernstehenden .demokratischen ober so-?•: &:•/] 01 K -00000000 Kfr;' zialistischen Gruvven oder umgedreht auSistiiieblich de«)» ' Kampf gegen solche Verbände, die ihrerseits das Duel» und die Schlägermcnfur'verwerfen, so könmen ivir auf yXi Säbel und Schläger als Kampfmittel verzichten. Tie Dinge liegen aber anders: Unsere studentischen Hanvtgegner sitzen im Lager der schlagenden Verbände. In zähem Kamvs mit ihnen ist cs uns mit Säbel und Schläger gelungen, die hart bedrohte Cbre des jüdischen Studenten wiederberznstellen. Das ist das historische Verdienst der älteren K. C.-Verbindungen. Ohne diese strenge Wahrung der änberen Cbre mühte auf die Dauer die innere Cbre. der Stolz und das 0i Selbstbewuntsein des jüdischen Studenten auch heute R noch und beute wieder notleiden. denn wer sich un- -’-i gestraft, ohne sich zu wehren, immeriort beschimpfen und beleidigen labt, muß nachgerade eine schwere Er- . -ij schütternng auch seines Verhältnisses .zuin Judentum,: 0} bellen Ehre unser Strebest gilt, ersabrcu. Die Anrufung - des Kadi, selbst wenn lle in tedem Falle n> tikcmitischer . Kränkung zum Erfolg führte, wovon gar nicht die Redec sein kann, wäre in unserem Falle wertlos. Diese Er- : ’fc mägung gilt beute genau so wie vor lly Jahren, eben VS? weil die. die Verachtimg und Haß gegen uns predigen, .t vorzugsweise unter den schlagenden Korvvrattonen - ' üben. Sie gilt auch trotz der Abschaffung der Satisfaktion seitens des zionistischen K. I. B. Denn täuschen wir uns über eines nickt: Hätten die. zionistischen Ber- ' bindunaen früher schon den gleichen Standpunkt ein» ) genommen — sie tväre nie zu Ansehen, und erheblichem - * Cinfluh gelangt, und würden wir uns ans den gleichen '-Si oder auch nur -einen gegenüber unseren: früheren00 strengen Mensurstandpunkt neu: il derlei' Standpunkt. stellen, sö würden wir — als deutsche Studenten - - bald ' * unser Ansehen nach auhenund timen ein büken. i Man wird mir einwenden, dah ia niemand im K. C fick gegen die unbedingte Satisfaktion wende. Man de- .^ achte aber, dab z. B. Kb. Maier, einer ber Hauptwortführer, nnr „die Faust am Säbel" gehalten willen will und llck deutlich genug gegen die Schiägermensnr. die ia lebten Endes immer Berabredimns- oder BestimmnngSinellsttr ist. wendet. Selbst der erzieherische Wert der Ecklägermenlnr. den man mit einer Hand» bewegung beseitiaen zu können glaubt. wird von Erfahrenen, keineswegs so gering geschätzt werden. . Es ist ltim einmal nickt zu bestreiten, da» die Schlägermensur im allgemeinen die letzte Vorschule für die Säbelmensur ist. deren Gefahren im aauzen übrigens gewik nicht grüner sind als die der Schlägermenmr, Die absolute Selbstbeherrschung, die vom Festster riiii Mensur verlangt wird, hat ihren Wert, und mit voll m Reckt betont ein bekannter alter K. Cer in einem in den K. C.-Blättern vor Jahren verössenti'stst.en Feldpostbrief. dab die Vorschule, die nufere Jungen im K. C. einst genossen haben, auch auf der groben nnd furchtbaren Mensur des Weltkrieges.ihnen zustatten; komme. Der Hinweis auf die Leistungen der jetzigen K. C.er vor dem Feinde besagt dageaen nichts. Es ist ein anderes gezwnngenermaven draußen. in Reih und Glied, im Interelle der eigenen Selbstrri>altung seine Pflicht tun. wo unter Umständen Revolver und Maschinengewehre jede Leistung erzwing''«:, als freiwillig. ohne zu zucken und sich zu rühren. nc!« auf Mem'nr das „lange Meller" um Kovf und Anne und Nase schwirren zu lallen. Der als Kriegsopfer gefallene Will» Löwcntbal. der Tüchtigsten einer an« Mensur, der von Kriensansang an bis zum Zusammenbruch seiner Gesundheit Jahre hindurch, in.der Front stand, hat in A0'. einen: binterlallenen, aber der Zeitverbälrnille wegen - nicht veröffentlichten Aufsatz mit aller SRärse daraus. bingewicsen. ‘; v ‘ ä Der Kernpunkt der ganzen Erörterung liegt ower sür^ H- : den K. C. in folgendem: Die Frage-.nicht, blök der>--.-^' Schlägertnensurn. der Bestimmunss-, iiioie der. Ber-'i H.c. .abredungsmensnr,^ sonherns de.r''..nnMiilgten v'SatiS^.';• v* i.:'I' ^0^00.'' L.

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