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KC-Blätter · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 177 (sequence 9)
Language
German
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'■ Unsere Bewegung ist erst im Anfangsstadium. Sie ist > Noch nicht abgeschlossen. Der am 16. November in , Berlin stattsindende Berbandstag der Kameraden, zu dem bereits 25 Vereine mit MMl Mitgliedern trotz des sechsmonatigen Bestehens angeboren, wird sich mit der Frage beschäftigen, ob wir nicht auch anders geartete Organisationen, also rein wissenschaftliche Vereine, um- - fassen können: denn daS Hauptziel unserer Bewegung ist. die gesamte antizionistischc Bewegung in einem Verbände zusammenzuschliekcn. Nur wenil uns dies gelingt, wird der zionistischen Ingendvrovaganda. die sy tiefgreifend ist. wie ich sie schon vorhin anSeinandergcsctzt habe, ein Tamm entgegengesetzt. Drei Gesichtspunkte lassen den jetzigen Augenblick als ganz besonders giinstig erscheinen. Einmal rüttelt die Stnrmweüe des Antisemitismus auch die indifferentesten Kreise ans. Durch den Ausschluß von Juden aus den Wandervogel- Vereinigungen sieben viele Kinder, die das Wandern gewohnt sind, unschlüssig da. wohin sie geben sollen. Der Blan-Wcik weist ihnen den Weg. Sollen wix diese Kinder verlieren? Zweitens. Durch die Jugend gebt ein ungeheurer Drang. Sport zu treiben. Der Staat unterstützt diese Bestrebungen in Erinnerung daran, daß nach dem Untergänge Preubcns 1806 die Turnbewegung die. Geister zu neuer nationaler Grobe aufries. Drittens sucht die jüdische Jugend nach einem Ideal, nach dem sie streben kann, daS sie begeistern kann. Wir - sagen Ihnen nicht Theodor Hcrzl. sondern Hermann Coden und Gabriel Nieder. Nicht Nationaliudentum. sondern religiöses Judentum: Wenn Sie, wie ich. in vielen Versammlungen iiefeöeu hätte». m<tt welcher Begeisterung die Jugend diesen Idealen folgt. Sie würden eben o wie ich für die Kameraden einireren. Wir streben, an allen Orten Deutschlands Kame- . ■ rade ivereinigungen. verschieden nach der Art, gleich in der tendenz. zu gründen. Wir sind solche Optimisten, zu glauben, daß wir uns in ganz Dutschland in Kürze durchsetzen werden. Freilich hoffen wir, dab der Zenlralverein so einsichtig sein wird, uns die nötigen Geldmittel zur Bersiigung zu stellen^ Wad nun die Stellung des 5k. E. z» den Kameraden anbetrifft. so ist für mich eins klar. Jeder in der Kameradenbewegung .erzogene Junge mnb 5k. C.er werden, was etwas ebenso Selbstverständliches ist, als dab ein ehemaliger Bl.-W.er K. I. V.er werden mnb. Es werden infolge des Unterrichts in den Kamcradenvercinen Hunderte von jungen Leute,«, ohne dab «vir sie keilen brauchen, von selbst in den K. E. eintreten. Das ist nicht eine Behauptung, die ich blob ansstelle, sondern schon in wenigen Monaten unserer Tätigkeit haben «vir eine Anzahl ' Oberprimaner in den K. C. einreihen können. Es treten die iungen Leute, die aus den ...Kameraden" hervorgesangen sind, nicht aus dem Grunde in den K. C. ein. um die schöne Mütze zu tragen oder der gesellschaftlichen Vorteile ivegcn. die ünser Verband bietet, sondern weil sie von Jugend an zu selbstbewußten Juden und deutschen Patrioten erzogen worden sind. So erspart sich der K. C. durch die „Kamc- . raden" eine umfangreiche Arbeit, und gewinnt Mitglieder. die vom Tage ihres Eintritts an den Ernst und die Bedeutung unserer Tendenz erkennen. Er gewinnt aber auch Mitglieder, deren Körper gestählt ist und die darrnn hervorragende Fechter werden. Ich werde de»n K. C.-Tage eine Resolution vorlegen , folgenden Inhalts: Ter 5k. C.-Tag begrübt die jung aussl redende Kameradenbewegung, weil diese/ auf deutsch-vaterländischer Grundlage stehend, die Er« » ziebnng der jüdischen Jugend zu selbstbewußten Juden , n bezweckt. DeL 5k. C.-Tag fordert die einzelnen Verbindungen auf. dahin z» wirken, daß an jedem Orte einer. K. C> Verbindung eine Kameradenvereinigung7 entsteht. Sämtliche K. C.er werden um Mitarbeit in der Kameraden» bewcglmg aufgeforhert. / Nur dann wirb eö den Kameraden gelingen, zu einer mächtigen Bereinigung der gesamten anttzionistischon Jngend zu werden, wenn alle K. E.er Monn Mr Mann sich bornüben, die einzelnen Komeradenveretne zir unrerstützen. Zeigen Sie drrrch ebenso mutiges und energisches Eintreten für die Kameradenbewegung, dab in Ihnen der Geist der alten Viadrina lebt, die mit einigen wenigen. Studenten die mächtigste vvUüscke studentische Bereinigung irrö Leben gerufen bar. ' Helfen Sie uns. .Kameraden, dann bauen. Sie das Gebäude unseret Zukunft ans. Ich rufe dem K C. die Worte Goethes zu: „Du mußt siegen und geroinnen oder fallen und verlieren. Hammer oder Ambob sein!" Die schließlich angenoiyniene Resolution des K.0- Tag« lautet: . , j Der K.C. macht allen seinen Mitgliedern die Mitarbeit in denjenigen jüdischen Engend- Organisationen zur Pfjfcht, deren Erziehungs?- arbeit auf die PHege bewußten Judentums und die Festigung des deutsch-vaterländischen Oemeinscnaftsgefühls gerichtet ist. Der K. C. begrüßt daher die jung aufstrebende Kameradenbewegung und wiederholt zugleich seine früher gegebene Anweisung zur Mitarbeit im Verband der. jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Soweit eine Zusammenfassung dieser auf dem Boden des bewußten Judentums und der deutsch-vaterländischen Oesinnung, stehenden Jugend noch nicht erreicht werden kann, ist dahin zu wirken, daß diese Verbände ohne gegenseitige Störung nebeneinander arbeiten. , : - . - Die Mkichirsragt. : Bon Dr. Mar Ma t nzer (Bad.»Gpr.). Die Revolution, die soviele dabin unabänberlich erschienene Einrichtungen -in Staat und Gesellschaft geändert oder beseitigt bat. kann daS akademische Leben und die studentischen Lebensformen nicht unberührt lullen. Auch der 5k. E. wird von der revolutionären Strömung berührt, wie ein Blick in die Vertrauliche Beilage der Mai/Juni-Nummer unserer Blätter genugsam zeigt. In der Tat lab« fhfi dem Verlangen nach Reform nickt jede Berechtigung absprecken. Namentlich die Stellung der Füchse lndarf einer Änderung in mancher Hinsicht, und auch der; überkommene Trinkkomment sollte wenigstens soweit revidiert werden, daß feine Durchführung die Gren.en desjenigen nickt mehr zu Überschreiten gestattet,, was wernünstige Burschen, und insbesondere einsichtige Kneioleiter und Fuchsmajore längst als Marimum zuzumutender Trinkleistungen betrachtet haben. Ter Temperenzler darf nickt mehr aus unserem Bunde a.priori sich ausgeschlossen fühlen müllen, und ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, bah selbst ein als Abstinenzler zu uns kommender Mulus bei uns auf die Dauer wirb Aufnahme finden müllen. freilich vielleicht um in der Regel als Temperenzler, nickt selten auch als feuchtfröhlicher. Zecker zu enden. Freie Konzession an den Zeitgeist und, eine vernünftige Rücksicht auf taktische Erfordernisse gegenüber der zionistischen Konkurrenz nach dieser Richtung berührt nickt unsere Ziele und Zwecke, den Kampfs gegen den Antisemitismus und die Erziehung zu aufrechten Juden und guten-Deutschen. Uber das Ausmaß der Reformen muß.hier eine Berstanbiguna unschwer zu erzielen ,:*j .

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