KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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V von seinen Leuten das Letzte und Äußerste an Aus- Harren und Disziplin zu verlangen. Für laschen und lauen Betrieb ist im K. C. kein Platz! Aber ebensowenig Platz für jene, die den K. C. seines innersten Wesens entfremden und jüdisch-nationalistischen Geist in irgendwelcher Form in ihn hineintragen wollen. . Aber trotz allein ist vieles ungelöst geblieben. Und zum Bedauern nur allzu vieler — insbesondere jener, die mit diesem K. C.-Tag einen neuen, anderen Geist in ihren K. C. hineingebracht zu sehen wünschten — mußte der Kartell-Convent auseinandergehen, ohne in grundlegenden Tendenzfragen ganz zur Klärung gelangt zu sein. Zu diesen vielen zählen aber fraglos auch die besten unserer jüngeren Kräfte. Und ihnen kann nur zugerufen werden: „Geduld! Auch an euch komnlt die Reihe; aber man muß die Zeit reifen lassen!" Der Geist der Zeit soll auch im K. C. zu spüren sein. Aber nehmt von ihm das Gute und nicht das Böse. Und dieses Böse sei warnend genannt, weil es in manchem verflucht viel'Ähnlichkeit mit dem hat, was von Reformern als gut für den K, C. gepriesen wird: Es ist der Geist der Disziplinlosigkeit, des Sichgehenlasseus, der Autoritätslosigkeit und der Schiefheit. Und mit ihm Hand in Hand jener uürrisc^e Zug von Uberindividualismus, der fiel) selber immer als zu groß, zu eigen, zu begabt, zu besonders und zu tief angelegt vorkommt, als daß er mit anderen Gemeinschaft haben und darum einer Sache ehrlich und treu dienen könnte. Das Gut« aber des Geistes dieser Zeit ist das Sichbefinncn, das Klären früher gedachter Zusammenhänge, das Wicdergutmachen und daS Neuaufbauen mit alter ungebrochener Kraft. Die gilt es auch für uns, in diesem Augenblick der Not eluzusetzen. Mag man noch so verstimmt sein, weil einem subjektiven Drängen und Begehren in diesem Augenblick nicht nachgekommen ist. Hier gilt es etlvas ganz anderes als Meinungsverschicsenheiten. Gegenüber der ganz unerhörten Judenhetzc in deutschen Landen gibt es nur eines: Fest zusanunenstehen und sich das Heft nicht aus der Hand schlagen, das Recht nicht zerreißen und das Herz nicht verbittern lassen! Wehe uns, wenn wir in dieser heißen Probe nicht einen eisernen Wall und Willen bilden, 'getragen von straffester Manneszucht. Im Augenblick, da das Band der Disziplin zerreißt, sind wir verloren. Unsere Sache ist stets nur für die Wenigen gewesen. Mit leuchtenden Bildern, lockender Pracht paradiesischer Zukunft auf fremder, ferner Erde dort im Osten haben wir niemals zu gewinnen oder bester zu betören gesucht. Unser Gedanke ist schlicht und einfach, weil er nichts ist, als der Ausdruck des sittlichen Willens, sich, selbst zu behaupten. Aber es sind nicht die schlechtesten Zeiten gewesen, daß wir mff wenigen Kerlen die Achtung für den/jüd.^ schen Studenten vor mehr als '30 Jahren wieder errungen haben. Und sind wir statt einer heute auch 25 stattliche kampfbereite Verbindungen ln deutschen Landen, so sind wir gegenüber der furcht- - baren Übermacht bösen niederträchtigen WollenS doch nur eine bitter kleine Streitschar. Schon ein- - mal haben es die Wenigen geschafft. Der Kartell-. Convent hat sich als der alte, ewig junge gezeigt: - Bei der Stange bleiben! Wir werden es zwingen! lind doch! [ Zur Beachtung. f ■ Technischer Schwierigkeiten halber ist es 3 3 nicht möglich. dieReferaie vom K. C.-Tag bereits 3 3 in dieser Nummer vollständig zu veröffentlichen. 3 3 Insbesondere das Referat von Dr. Holländer 8 3 kann erst in nächster Nummer erscheinen. | Referate vom K. E.-Tag. K.C. und Jugcndbewrgung. Ter SJlefctent Krombach fTbur.) führt auS. fehl Bericht wolle jenseits der engeren Verbandslraaen einen Komplex degesamten jüdischen Lebens zeigen, der für die Zukunft der deutschen Judenhcit im gleichen Sinne siir den K. C. und die Ausbreitung feiner Idee von außerordentlicher Tragweite sei. I. Tie Ansicht, der K. (5. bade sich auf fein* ut* eigenste Ausgabe — studentische Erziehungsarbeit in den Verbindungen und Abwc bearbeit im Rahmen der Studentenschaft — zu beschränken, ist nickt zn billigen. Die Erziehungsarbeit ist nach der ausdrücklichen Weisung unserer Satzungen darauf zu richten, dab unsere Mitglieder jederzeit bereit und imstande Nnd. für unser Neckt einzufreten. Gerade, wenn die Zeit des Lernens und der Vorbereitungen vorbei ist und daS Leben und die Gemeinschaft mit ihren Forderungen an den einzelnen herantritt, ist ganz besonder? zu verlangen, dab der K. C.er die bei uns aevsleaten Grundsätze in daS öffentliche Leben hinaustrage und in fruchtbringender Tat bewähre. In dieser Hinsicht hat der K. E. und feine Erziehungsarbeit bisher allzuli.hr versagt. ES gebt nicht länger an. dab der K. C.-Bursche in dem Augenblick, wo er Band und bunte Müde abgelegt bat. seine Pflichten erfüllt zu haben glaubt und den K. C. fortan nur noch als Geselligkeitsverbanb betrachtet, der ihm durch gemütliche Stiftungsfeste frohe studentische Erinnerungen vermittelt. K. C.er sein beifit Pionier sein deS K. C.-Gedankens. und legt jedem die Pflicht auf. überall zur Stelle zu «fein, wo an der Zukunft des Judentums gebaut wirb. Es ist Sache der Verbindung rarbeit. das Jnterene und Verantwortlichkeitsgesübl für die allgemeinen jüdischen Dinge zu vertiefen. Es must vor allem die Aufgabe der Landesverbände und der Ortsgruppen fein, das gewaltige brachliegende Kapital von jüdischen Interessen bei unseren Alten Herren und Inaktiven zu nutzbringender Arbeit zu sammeln und, soweit notwendig, durch den disziplinarischen Zwang einer ftraifen Organisation für unsere Arbeit lebendig zu erhalten.; * Tiefe Forderung gilt besonders für die gegenwärtige Zeit, da draußen eine ungebeureBelle neuenJudenbalfeS droht, im inneren die jüdische Gesamtheit, durch die er-