KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 172 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'■•.*«■•'» - '■ *.? ‘ V'.v'- ’ ‘ * ' ’. ' i ’r^-~'.-2' 172 .j 5ä' '■'IR; v siandm im Brennpunkt der Auseinandersetzung, die! i alten fragen von Komment und Tendenz, deren I unzertrennliche Einheit das Wesen des K. C. von! - jeher ausgemacht und ihn von jeher als Sonder-! erscheihung einziger Art im deutschen studentischen! Korpotationsleücn hat ansprechen lassem Und nur wenn diese beiden Fragen klar beantwortet werden konnten, durfte dieser K. C.-Tag seine Aufgabe für erfüllt Aalten. für jede wichtige Einzelsrnge fleißige Refe- Tenten^bestellt tnaren, so war eS ein guter Griff der Vorbereitung gewesen, für diese beiden Hauptfragen, entsprechend ihrer Bedeutung, auch unsere bedeutendsten und wirksamsten Führer als Sprecher heranzuziehen: Mainzer sprach über die Kommentfrage, . insbesondere des Mensurwesens,,; und Hollaender über das Wesen des K. C. Und Mainzer sprach wie immer mit dem unvergänglichen Schneid des alten K. C.ers, der weiß, was die Waffe in der Hand bedeutet, und hart und deutlich gegen jene, die sie noch nicht zum Kampf geführt. Aber auch die Zeit hat ihren Einfluß nicht verfehlt. Der Gemüter waren nicht so wenige, die ehrlich glaubten, daß die Zeit der bunten Bänder und Mützen sowie des mutig schlagenden freien Burschen vorüber sei. Merkwürdig, gerade die Jungen und Jüngsten — und wahrlich nicht die schlechtesten —, die in blutiger böser Zeit zu Erwachsenen geworden waren, trugen den stärksten Sturmlauf gegen diesen einen Pfeiler des K. C., seine unerbittliche straffe Durchführung strengen. Komments, vor. Wer aber näher hinsah/konnte. ° erkennen, daß dieser Sturm gar nicht gegen das' Wesentliche dieser Erscheinung ging, sondern auf Änderung seines Inhalts drängte: diese oder jene einzelne Bestimmung sollte nicht mehr gelten, andere neue Einrichtungen sollten an ihre Stelle treten. Einig aber wusste man sich darin, daß das Wesen dieses Kommen,8 nichts anderes bedeutete, als das unerbittliche Verlangen strengster Disziplin, und daß dieses Verlangen für eine Gemeinschaft, die von ihren Anhänge, n Einsetzen der ganzen Persönlichkeit fordert, unerläßlich sei! Dinge, die niemals im K. C. zu Hause waren ' und niemals das Wesen des Komments als solchen ausgemacht hatren, konnten daher mühelos und ohne Bedauern fallen gelassen werden. Die Bestimmungsmensur als solche konnte nicht eingeführt werden. Und vielleicht war das Einbringen dieses weitgehenden Antrages auch mehr als „Überstürzung" ' bon Forderungm des gegensätzlichen Strebens nach : immer größerer Befreiung von Sitte und Disziplin, das sich seit dem Kriege immer breiter geltend ge- . macht hatte, auzusehen. Die Antwort des K. C.- ) TageS nach beiden Seiten aber war eindeutig . und klar: Daß es der Tradition : u n d dem W e s e n des K., C. entspricht, Eisenharte Disziplin von seinen Mitgliedern 1 zu verlangen; datz ' das Einsetzen der Persönlichkeit j|. bitterster Ernst ist und daß man da- * her von jed e.m eintet n e n fordern muß, daß er seine Pflicht tut und seinen Posten- Versieht, an welche' Stelle immer er v o n seinem Konv ent gest ellt sein rn a g. Hollaender aber lenkte die Richtung seiner Gedanken aus letzte Nagen, die an jede Gemeinschaft 'J;,-; herantreten, auf die Frage, was diese unser tj : kleine Welt „im Innersten zusammen halt". Und mit erfreulicher Deutlichkeit zeigte er, daß nicht der Kampf gegen den Antisemitismus als solcher der J , eigentliche K. C.-Gedanke, sondern daß den Geist t■ des K. C. vielmehr jener Gedanke ausmäche, die ganze Persönlichkeit des jungen Juden zu erfassen - und ihn zu starkem, in sich gefestigtem Charakter zu erziehen. Den Typ eines solchen in sich gefestigten 7 --. selbstbewußten Juden zu schassen, ist oas Ziel des . K. C. Der Kanipf gegen den Antlseuutismus wird .'Sj, im Bilde dieser Betrachtung die notwendige Folge,.Yf. dem inneren in sich gefestigten Wollen entspringend, > sich seine Wesenheit nicht zerreißen und schünden zu v:. lassen. „Wer mir das Recht aus mein deutsches Vaterland bestreitet, der bestreitet mir daL Recht auf .^ meine Gedanken, meine Gefühle, aus die Sprache, . " die ich rede, die Lust, die ich atme, und darum muß ■>' ich mich gegen ihn wehren wie gegen einen Mörder!* \; Auch Fragen der Tendenz nahmen in den De-' batten einen großen Raum ein. Aber unverkennbar ' war der Wille, daß, ebenso wie im Komment, auch, in der Tendenz die straffe Durchführung geistiger -' - Ausbildung aller Mitglieder gefordert werden mußte. Und auch nach dieser Richtung soll das Höchstmaß von den einzelnen K. C .cm gefordert t; -- werden. Die.Ausbildung in der Tenornz hört nicht ' s auf mit dem Abschluß der Fuchsenzeit und der Ver-;,ü leihung des Burschenbandes. So war es in ein»-fe zeinen Verbindungen schon von jeher gewesen, jetzt aber soll es im ganzen K. C. Ernst A. und Wahrheit werden. Mer Köpfe und Hände \y müssen sich regen, um auch aus diesem Gebiete den -n * K. C.er zu jenem gefürchteten Gegner zu machen,, als der er auf dem Gebiete des Fechtens und der Satisfaktion seit Jahrzehnten m dcrnr deutschen Korporationsleben bekannt ist. V, Zwei Fragen also sind klar und deutlich beantwortet worden^ Einmal, daß der K. C. auch im erneuerten Gewände, auf dem breiteren Boden, der nun über fast alle deutschen Hochschulen sich erstreckt, wie er nach dem Kriege wieder erstanden ist, die alte Wollensrichtüng des deutsch vaterländisch •,£/; gerichteten jüdischen Studenten bleibt, oem die Ge- ' fühle politischer Zusammengehörigkeit mit denen seines Stammes und seines Glaubens fremd sind und fremd bleiben, s Er bleibt aber äuch der M alte stramme Bursch, dex es sich nicht nehmen Wt, D