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KC-Blätter · 1919-09-01 · Heft 9-10 (September 1919) · p. Seite 156

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Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 9-10 (September 1919)
Date
1919-09-01
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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Völkern, wobei ibn rin gc»vistcs Etwas die Völker meiden j lieft, die einen Monotheismus bekennen. Plötzlich be-! > gann er das iflamUifdic Neckt zu bearbeiten and bat ans I diesen» Gebiete ganz Bedeutendes geleistet: es scheint, das» er anfänglich dackle. cs könne ein Neckt innerhalb van Völkern mit volntheistrsckcn Glauben dadurch geben, das» eine gewisse Gottheit dicken nnzivilisierten Völkern das vertritt, was den modernen Völkern der Begriff des Nccklcs und der Gerechtigkeit ist. das» dagegen bei mono- >. thciftifcbcu Religionen solches schlechterdings nickt möglich lei. Aber dann zeigte es sich ibm. daß gerade der Monotheismus, als die über alles schwebendc Einbcit. gerade^ ' . mehr als iede andere Religionsart berufen ist. Recht" ' »», bilden und zu schaffen, und so griff er zn islamitischen' Reckten. Er »var unterdessen im Jahre 1888 nach Berlin geloinmen. ivas ihn aber i>» seinen Forschungen nickt be- ' irrte und ibn von seinen» Wege, nickt abdrängte. Fe ,, mehr er sich in das islamitische Recht vertiefte. ka»n ibm aber die Erkenntnis, das» dieses Reckt kein ursurlinalickes Recht sei. da« es anasi ein Reckt ans -»veiter Hand dar- - stelle. Wo aber »var das nrsvriinglicke Reckt, jenes von 'k »velckem die Sunniten und Sckcffiten geickövst haben? Rom »var.zn iveit. anck verriet .fast kein Strick in ibn» römische Art .und römisches Denken. Und er erkannte, er muffe diesen eigenartigen Uranell bei den Inden v.suchen. Also kam er znm iiidisckcn Reckte. Es »var in» < Jahre IMS. Auch als etwa'ein Jahrzehnt später das nltlntluiluiiifci)c Reckt der Geseke Hammnrabbis entdeckt »vurde und Nobler anck diesen seine Anstnerksamkeit z»>-! »vandte. anck dann bat er nickt anfgebört. die Inden als - die Vorläufer der Linken z» betrachten, da selbst babnloniscke Fvrlncn im islamitischen Reckte die Dnrckgangsband. die iiidiscke Vermittlung, deutlich verraten. Als er zum indischen Reckte greisen ivollte. da begannen die üblichen Hindernisse fick ibm entgegen- , zutürme», vor allem die sprachliche»», indein dock der Talmud und alle nacktaliiittdiichen Werke in arainäiscker oder hebräischer Svracke mit hebräischen Sckristzeichen > vorliegen. und - zur Schande der Juden sei es gesagt - . nickt einmal Versuche Vorlagen, im» in Übersetzungen de»» 7 Iitbalt dieser zahllosen Werke andentniittsiveise anck .mir anzngcben. Was er dennoch fand, das »var »vie er sagte Fabeln iiber Norttldarstellnnge,,. Perlen- ^^scknlire. »vo die Norinen aneinander, fremd »vie die? einzelnen Perlen auf einer Scknur. zusainmettgeheftet waren, keine Spur eines inridischen Geistes, keine Idee < eines ZusamlnenKanges. und fckoi» gar nickt juridische . Bearbeitilptt. iuridischc Forschung. Die vereinzelten besseren Arbeite»» des vorige»» Iabrbitnderts »varen njckt zu ibm gelangt, oder sie »varen ibm deshalb nickt smnvatbisck. »veil sie neben den inridischen Themen auch alles andere wie Ritual und Sitten bearbeitete»». Man möchte es »vnnicke»». ein geistiger Photograph zu fein, tim die Geistesverfassung Köhlers i»» jener Zeit verelviacn zu können, damit nickt-nnr seine Biogravhei», sondern vor allem unsere modernen Juden es seben konnten, »vie er. Josevb Köhler, von .diesen» indischen vom talmudischcn Reckte begeistert »var. mit welchem Feuereifer er strebte, dal» dieses Reckt erforscht »»nd klar gelegt werde - - inan »viirdc wahrlich unsere»» iiidische»» Brüdern clnvieblen können, es diese»»» Christen nack-? znalnnei» und zumindest tcillveise so viele Milbe für die selbe Arbeit a»»fzub>eten den»» Köhler bat »vabrlick nur die Basis gelegt, die grobe und langivierine Arbeit " selbst ist noch nickt voll »»eleistet. nickt ein»nal zn einem -: groben Teile begonnen. Als ibm ein Jüngling ans de»»» Cftcu gerade damals? - in den Weg lief, da bescknvor er ihn, da bettelte er ihn direkt an. dab. im Ramen der Wissenschaft., im Namen •J, des JudeiIttins. er. der Iud' des. Ostens, doch sein»' tak- . »nudischen .Keuntnissc in dieser Bezieh»»»« verwerte»» i " möchte — wer das nickt mitangeseben hat. wer das nicht mitcrlebte. der hatniemals die Hochbewertung des Talmuds und der jüdischen Werke« gesehen. Und seit darnalS begannen die Berösscntlichunae» über talnindisches Reckt in der Zeitschr. s. vergl. Rechts»».: fast kedes Jahr erschien zninindest ein. zuweilen sogar zwei Anfsäve. llnd noch «.-ines: die erste gröbere Arbeit lieb er »Der Talmud und sein Reckt" benennen, damit dadurch offiziell dokumentiert »verde, daß diese Zeitschrift, daß deren Redakteure anerkennen, daß der io oft verlästerte »md insbesondere vom Staiidvnilkte des Gischtes und der Nngerecktigkeit verschriene Talmud ein eige»»es Reckt besikc. Dazu schrieb er mit Nainenszeichnung: ..Ter Wert des tal»nudischen Rechtes slir die allgemeine Rechts- »ujssenschast ist offensichtlich und dessen Darlegung jetzt, »vo die Zab! der gründlichen Talmndkenner abnimmt. : ein »ehr lobenswertes Unternehinen." -Wer den Geist der Hochschulen kennt, der »vird »vincn. »vas r--' heißt, daß der christliche Professor der Berliner Nnivcrsität cvram. »rntziico eine.ganze Talinudkenntnis ernninscht. Aber er kam noch »veiter. Ais Goidschmidt seine Übersetzung des bckbnlvnischen Talmuds herausaad. da konnte Köhler endlich ans eigener Kenntnis dieses Reckt studieren und beurteilen. Und das tat e» auch sofort, sa daß die Übersetz»»»»« der Abteilung ..Resitin". »det Scküde»». sofort mit seiner. Köhlers. Einleitung ver» össentlickt »verde»» ko»»»»te. Er arbeitete hier nack seinem besten Wissen n»d Geivisten. seine Schuld mar eS nickt, »venu der Iernsalemischc Talmud und »rock andere Talmlida»»elle»i ihn» nnbckannt bliebe», ivenn die iftm gebotene Übersetzung an »ilanchcn Stellen mangelhaft »var. oder dnß es dort »»nterlafken nn'ide. Parallelen solcher Uransgaben des Talinnds heran.»»»ziehen. die vo» »vicktjger. einschneidender Bedeutung sind. So kam es z»»i»> «»»oben Vavs»»s. daß Kohle» bei Darlegung der inristischen Persönlichkeit nach talmndisckem Reckte den Satz zitiere»» konnte: »Iljr lInden) werdet acian, sMensch) gebeibci» i>nd nickt'»verderi die Völker .der Welt jubun geheißen.sondern lrcknni.ililVi'Hs." TieserSab dermal»» den mittelalterlichen illeligivns-Disvntatioiicn iinmer den I»»dcn ins Gefickt geschlendert »vard, fand anck hie» seinen Eingang. Köhler fügte aber bei: Ter Geist des abschlieslenden Rgtionalismns beberrickte alle Völker jener Zeiten, die im Feinde, »»»»d noch n»ebr i»n besiegten Feinde, nnr den Sklaven sahen, ein ivii» Vieb gleich- »vertiges-Privatvbiekt. Anck die Juden konnten sich von der allne»ilcil»en Strölnung nickt ioslÖ'en. dabei sei aber hervorzttbeben. daß bei ihnen ück schon Ansätze finde».- die den späteren modernen Standpnnkt bereits anston»»»»«» lassen. Und er.führte auch B> »spiele für bas letztere an. Als fick der Sturm gegen diese ^lindcutring erhob, als von verschiedenen Seiten ncilhgen'ieicn wurde, daß der Zusatz ..ela bchetnah“ eine Interpolation fei, da dieser Zusatz in» Münchener Mannskriore gar nickt vor» hairden wäre, und dab der Sin»» der sei. daß der..Titel^ aclam, d. h. soviel, als» ein Gott genehmer Mensch, nnr den Juden beizulegen sei, wodurch alle Folgernngen in sich zusginmensgllen, da ließ Köhler den Separaten seiner . ..Darstellung des talmnbischcn Rechtes" einen Zettel beifügen, daß nack Ansicht vieler hier eine Interpolation vorliege, llnd er bezeigte seine Reverenz dein jüdischen Rechte dadurch, daß er in feilten iiber,ms zahlreichen Arbeiten, er bat deren zirka 20U0 veronentiicht. überall »vo er die abweichende Ansicht des talnindiscken Rechtes kannte, diese immer in einer Fußnote oder zuweilen gar in» Texte a»isübrte, wodurch er nick» nur zur Verbreitung der Tatsache beitrug. - daß es ein jüdischtalmudisches Meckt gäbe --- »vas zuweilen auch viele» unserer Glaubensgenossen erst gesagt und erzählt werden muß -^-, sondern, daß er dadurch anck die Wichtigkeit dieses Rechtes auf eine nie zuvor geahnte Wesse betonte» I; - yi'

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