KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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'V«4 ■ -- ' 152 •!.\Y >4. L es, daß er die-Warnung des Arztes nicht mehr so ' genau nahm und sich entschloß, auf Mensur zu . treten. Schon'damals bewies er, daß er ein ausgezeichneter Fechter war. Es war kein Wunder, daß ihn der Convent des Sommersennsters 1914 nahezu einstimmig zum Erstchacgierlcn machte. Wenn auch die Zahl der Aktiven klein war, so war sich doch niemand Im unklaren darüber, daß der Posten, auf den Marcus gestellt wurde, kein leichter lvar. Die Widerstände, die er zu überwinden hatte, waren leine geringen; und wenn ihm das fast restlos gelang, wenn es ihm > glückte, die Verbindung in. wahrhaft vorbildlicher Weise zu leiten, so hat er sich um diese unvergängliche Verdienste erworben. Einen deutlicheren Befähigungsnachweis für seinen Wert als' Bundesbrnder und K. Cer konnte er nicht erbringen. Da brock der Krieg aus. Die Rekrutendepots konnten die Scharen der. Freiwilligen nicht fasten, . kaum ein Thuringe lief ohne den bunten Rock hcrtlm, Marcus war nicht darunter. Das Herzleiden ließ bei den hohen Ansprüchen des Jahres 1914 an die körperliche llnthdeligkeit seine militärische Verwendbarkeit nicht zu. Wer ihn kannte, wußte, wie er darunter litt, zu Hause bleiben zu müssen. In, Wintersemester 4914/15 bekleidete er noch einmal die erste Charge. - So kam das Jahr 1917 heran. Marcus hatte inzwischen das Ptivsiknm bestandeU. Da wurde auch er anläßlich einer erneuten Landsturmnmste- ^rung eingezogen. Vorläufig blieb er noch g. v. 'Seine erste Ausbildung empfing er beim Fußartillcrieregiment 9, dann tat er nach rascher Beförderung zum Sanitätsgefreiten und Unteroffizier' im Breslauer Alterheiligenhospital Dienst. Im Mürz 1917 wurde er Feldunterarzt und am 2. April mit der Führung eines Leichtkrankenzuges betraut. Schon nach kurzer Zelt jedoch wurde er Jf. v. geschrieben mit) von seinem Posten abgelöst. Mit dem Reserve-Jnsanterie-Regiment 2 rückte er ins Feld, dis ihn eine Verwundung im September, 1917 in die Heimat zurückbrachte. Im Dezember 1917 ging er abermals zur Westfront. Hier machte er hauptsächlich die Schlachten in Flandern mit und erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das E. K. II, dem alsbald die Verleihung des Verwundetenabzeichens folgte. Im Frühjahr 1918 wurde er zum Feldhilssarzt befördert. Im Juli 1918 fmn er zum zweiten Mate nach Deutschland. Ein schweres Lungenleiden. das er sich durch Infektion während seines Dienstes ge-, holt hatte, war der Anlaß. Monatelang quälte sich unser lieber Bundesbruder im Lazarett. Da schien es, als ob sein Körper der Krankheit Herr geworden sei.: Er konnte das Bett verlassen und wieder seinem Studium nachgehen. .Jedoch die Eingeweihten-wußten schon damals, daß mit, einem i längeren Anhalten der Besserung leider nicht gerechnet werden könne, daß er in den Sümpfen i Flanderns den Todcskeim empfangen, hatte. Ein Rückfall blieb nicht aus. Das Frühjahr 1919 wirft . ihn von neuem aufs Krankenlager. : Die Ärzte schütteln den Kopf. Eine Heilung 'scheint nicht, möglich. Und so stecht Marcus langsam dahin, bis - ihn, der Tod'wn 16. Juni 1919, als schon längst : das Kriegsgeschrei verstummt war, von seinen Qualen erlöste. Wenige Tage daraus -gaben wir' Ihm das letzte Geleit. In Kaktowiv. der heimischen; Erde, liegt er bestattet. ' Als K. Cer und Thüringen ha'nm wir Marcus .schon gewürdigt. Was er als Mensch war, können nur. die ermessen, die ihn gekannt haben. Wohlseine schönste Gabe war sein nie versagender Humor. Mochte es ihm noch so schlecht gehen, seine fröhliche. Stimmung konnte darunter nicht leiden.: Aber er war gleichwohl alles andere als ein ober- . ' flächlicher Mensch. Strebsam in seinem Berufe, verständig in [cineih Urteil, klug in seinen Ansichten, dabei treu im.b aufrichtig feinen Freunden gegenüber, das waren wohl seine hervorstechendsten Eigenschaften, Und nicht zuletzt sc in mustergültiges Verhältnis zu seinen Eltern. Welcher Sohn hätte ’ von Vater und Mütter mit größerer Liebe ge-' sprochen! '' > ' ' ' ' . : Unermeßlich ist unser Schmerz über den frühen. Heimgang unseres Bundesbruders. Aber gibt es : Worte für den Gram seiner Elt cm, die in ihm ihr einziges Kind verloren haben? sAewiß achtet die Mitwelt den'Ausspruch der Äc.sie, daß der Tod für ihn eine Erlösung gewesen. Aber die Trauer um einen der Unseren, einen unsicer Besten kanir dadurch nicht geringer werden.' £ ' Di. Älsred Wolfs 1 (Bau . Thur.). Y ' , ' « " •> - ' •■■ ■ ■ ' - — ,$U(gemeiner deutscher s^ifftliriilg., Durch die studentische Presse geht über die ' 'Gründung eines allgemeinen deutschen. Waffen-. ringes folgende Nachricht: „Die Perbandlnnncn über die V'.iltniim deö All» flcutciucü deutschen Aaiscnringes tYubcn am 7. unö . H. -Kmmft auf dem Salierbause in >1ena statt. Per» treten war der S.C.. T.C., V C. W.S.E. und A. S. E. Zism ersken Vorsnrenden wurde canck. cNein. Thiemc. Brandenburgiac. zum zwiiten Vorsitzenden , Dr. Sack vom S. l5. aewadit. Ter T. C. war mit der Gründung deö Wgfscw - , ringes nickt einverstanden und verlictz den Saat nach eintägiger Verhandlung. ' ' Folgender Antrag des VorMn-iden wnrde an» genommen: „Ter Znsammenscklnü der Vokalkartellc des Waffenringeö auf Grund detz ^uerttner Entwurfs . wird angenommen." ' . : Tie Satzungen werden mit kleinen Abänderungen. genehmigt. Verbindungen werden ans hem Waffen» - rins ausgeschlossen, die satzunnsgeninh konkesßonkllen