KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2268830-2268917-2268923--2418-2271581- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1 ■ •- ™ •V.;V’ '•;V:V1 'f —-------- ' ■■■■■ ■■■■ y»!-— s ullscrcs Tendenzßaragraphen gefunden. So konnte auch von vornherein, ein freundliches Verhältnis zu. ' dein 1895 gegründeten V. I. St. nicht gefunden ^werden. Es blieb bei einer schriftlichen formellen ' Begrüßung der neuen Vereinigung Jüdischer .Studierender". Der gemeinsame antisemitische , Gegner zwang uns trotz der 'widerstrebenden Tendenzen häufig zil ßcmc'infnmci' 9tblvehr: Die Sprcvia gewährte den B. I: St.ern stets lvillig . den erbetenen Waffenschlitz, bis sie selbst sich eigene (schwere) Waffen zulegten. Eiil Zusammengehen ' bei den Lesehallenwahlen fand zwar nicht regelmäßig, aber gelegentlich statt und endlich kam es ini Jahre 1906 sogar zum Zusammenschluß einet losen „Bereinigung jüdischer Korporationen". Die 'ständige Verührnilg der beiden Teile, die gelegent- - liehen gemeinsamen Aktionen (z. B. in der Ausländersrage)' hinderten nicht, daß sich hie Kluft zwischen den „Parteien" -initiier mehr vergrößerte. Für den K. C. hatte sich, als der nakionaljüdische ' Gedanke immer lauter wurde, die Notwendigkeit ergeben, die vaterländische Grundlage linscrer ... Kampfidee in das hellste Licht zu rücken. Es waren imicrfte Gründe, daß die „Vereinigung Mischer Korporationen" ilach lvenigen Jahren auseinanderfiel, und als gar der Breslauer K. C.-Tag im i Jahre 1911 die Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands mit dürren, aber dein ' V. I. St. nicht nrißverständlichen Wortetl ablehnte, . wurde uns von dieser Seite der Krieg Märt: „Für' -uns kann cs nur heißen: Kampf gegen den K. C.; . gewollter Kampf!" Die SpreM hat den Fehdehandschuh nicht ausgenommen. Sie lehnt es i\ heute schroffer denn je ad, sich von ihrem eigentlichen Gegner ablenken zu lassen, dem sie das , Schauspiel des „gewollten Kampfes" zwischen. .Mischen Korporationen nicht zu geben wünscht. *• Geht ihr eure Wege — wir gehen die unsrigen! Für die Stellung der Sprevia zu den anderen . Korporationen ist nur zu sagen, daß wir überzeugt - sind, uns die gebührende Achtung erstritten zg haben. Eine Unmenge von Verrufen entstand, ' viele Berufe, wurden wieder aufgehoben, und oft genug zeigte sich wohl das Aufkommen liberaler Ideen in den Verbünden oder einzelnen Korpora- - tionen durch die freimütigere Stellungnahme zu - uns. Unrcc scknverstcr Gegner war lauge Jahre hindurch begreiflicherweise der V. D. St.;-jeder ältere K. E.er'weiß, wie die Sprevia mit ihm fertig ' ' geworden ist, wenn ich nur den Namen des (später tiefgcsirnkcuen) „Brcdereck" nenne. Seit 1912 gehört die Sprevia dem „schwarzen Waffcnring" an, der ausnahmslos, alle Korporationen mit eigenen . schweren Waffen umfaßt, so daß die Satisfaktions- , frage in befriedigender Weise gelöst ist. Im übrigen hat es sich Ne Verbindung nie nehmen lassen, an .allgemeinen, studentischen Feierlichkeiten und Aufv .Zügen teilzunehmcn; Versuchen, sie dahei nicht nach Gebühr zu behandeln, wurde nr.t Nachdruck und . . Würde begegnet (Friodeichshckn 190Ö!). An den Studentenparlamentswahlen hat sich die Verbin-. düng natürlich mit regstem Interesse beteiligt. Von - unserer „K. C.-Liste" würben in den beiden verflossenen Semestern dank eifriger Werbearbeit fünf; Namen gewählt, so daß wir in üer aus 120 Monn j f bestehenden „Studentenvertretuug" unsere Auf-'/.? fasfung mit allsreichendem Rache uck zur Geltung i x bringen können. Auch wurde einer unserer Bundes-, brüder unter den 13 Delegierten zum „Allgemeinen Studententag deutscher Hochschule r" in Würzburg - von der „Studeutenvertretung" u ngeordnet. » '' s- In der Berliner Philisterschuft vermochte Vre X Sprevia nur langsam Fuß zu fasst a. Der Zentral- V verein deutscher Staatsbürger jü ifchen Glaubens läßt ihr allerdings schon seit dem Jahre 1895 seine Unterstützung angedeihen; wir. sichen in den angenehmsten Beziehungen zu ihm und beteiligen uns; auch an seiner akademischen Ortsgruppe. Aber der Gedanke der Selbstwchr/und dir. Art seiner Durchführung durch die Sprevia wollte doch der breiten Menge der Berliner jüdischen Bürger nicht so recht ein'leuchten. Was wir heute bei unfern Neugriindüngen immer wieder erleben, criuhr die Sprevia nicht nur zur Zeit ihrer Entstehung, ja eigentlich noch bis in die Zeit vor dem Kriege — bis erst das große Erleben einem jeden iüe Aügen öffnete, : daß wir trotz aller Opfer auf X itvTunrfeit, ja auf. uneingeschränkte Gerechtigkeit nicht hoffen können,. - daß der Jud^ „auf sich selber ganz allein stehen"; muß, meun anders er sich in lllccht und Ehre bes hanptcu will. Allerdings bot heb der Sprevia;- selten Gelegenheit, in jenen Strei :en «uftlärend zu - wirken imb für ihre Godaccken zu werben. Die stets bescheiidenen Mittel erlaubten ihr immer nur 'bescheidene Kneiplokale, die zudci» meift in der '•*- sagen wir — welliger guten Gegend belegen waren. ' Das. hatte auf der anderen Seile natürlich wieder; das Gute, daß der studentische Geist und der gelm'itliche, buNdesbrüdcrliche Zusammenhang ge- > fördert wurde. Mag jeder Bnudesbruder ' beim * Lesen dieser Zeilen seiner Ku-'pe gedenken, mit s der sich gewiß die schönsten uild - esten Erinnerim-. . gen seiner studentischen Jugelid verknüpfen nicht; nur wegen manchen fröhlichen Trunkes, mancher heißen Redeschlacht, sondern weil er aus diesen \ Rälunen werwollste lauter nüt f»rtgenommen hat: Freundschaft und Festigung für ncri Lebenskmnpf. Bei der Gründung, der Sprwia wirkten drei Dadenen und ein Viudrine mit. Es versieht sich ' von selbst, daß der engste Zusammenschluß milden; Heidelberger und Breslauer -Mitstreitern geboten,i war. Es kam zunächst zu einen« .-Kartell mit diesen;. einzelnen Vechmdungen, im März 1896 -auch.mit . der 1895 von Sprcven begrüiwKen Licaria, bis s/ schließlich der Verband als Kartellkönvent der Der-- z . bindungen deutscher Studenten--:jlidischen Glaudenü. hh