KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 124 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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124 Zeitschrift zur Pflege der akademischen Interessen in Schlesien und Posen und des korporativen Lebens an den Breslauer Hochschulen Breslauer Akademischer Verlag W. Finsterbusch, Breslau II, Teichstraße 3l. — Akademische Turnzeitung. Zeitschrift des V. C-, des Verbandes der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen. August Hosfmann. Leipzig-N, Gemeindcstraße 5. — StudentischeNachrichten, VerbanvSblatt des Rothenburger E. C., Zeitschrift für schwarze schlagende Verbindungen an deutschen Hochschulen. August Hosfmann, Leipzig.-R., Gemeindcstraße 5—Akademisch e Sängerz eitun g, Zeitschrift für den Weimarer Chargierten- Convent (C. C). Verband deutscher Sängerschaften. Verlag Weim. C. C — Akademia, Monatsschrift des E V. der kath. deutsch. Studentenverbindungen. Germania Aktiengcsellichaft für Verlag und Druckerei, Berlin 6 2, Stralauer Straße 25. — Akademische und allgemeine Wachrichten. Kola. Oer prenLisede Justirminister hat die An-, recbnung des nächsten Zwischensemesters und des Wintersemesters der Universität Köln auf das juristische Studium durch Verfügung vom 28. Juli genehmigt. Studierende der Rechtswissenschaften finden im Uuiversitätsvorlesungsverzeichuis des Zwischenseraesters neben den nationalökononiischen eine Fülle juristischer Vorlesungen und Übungen. Vor Beginn des diesmaligen Wintersemesters am 1. Januar 1920 wird die juristische Fakultät der Universität Köln voll ausgebaut sein. Akademische Ortsgruppen des Zcntralvereins sind bisher in Berlin, Freiburg und Leipzig gegründet worden. Sie sollen jenen Studenten, die auf dem Standpunkte des Zentralvereins stehen, die aber nicht in den Jt. C. eintreten wollen, einen Sammelpunkt geben, damit sie für die Arbeiten und Ziele der Zentralvcreinsideett und für ein selbstbewußtes Judentum gewonnen werden. Ebenso sollen sie auch die Studentinnen herauzuziehen versuchen. Diese Ortsgruppen sind interkorporativ. Darum können und muffen ihnen auch die K. C.cr selber angehören, rntd es ist anzustreben, daß die Mitglieder der paritätischen Korporationen sich ihnen gleichfalls anschließen. Wenn auch die Erziehung in diesen Vereinigungen fast systematisch das jüdische Empfinden zu et sticken versucht und Indifferenz und Taufjudentum züchtet, so darf man doch die Hände nicht in den Schoß legen. Es muß alles geschehen, um auch aus diesen. Vereinigungen Mitkämpfer für die jüdischen Aufgaben heranzubildcn, und hierzu eignen sich die akade-- mischen Zentraloereinsortsgruppen am besten. Pflicht unserer Kartcllverbindungen ist es, überall solche Ortsgruppen zu . gründen und durch ihre Arbeit zu unterstützen. Sie sind auch aus dem Grunde notwendig, weil die nichtzionistischen Studenten bisher einer Organisation ermangelten, was sie gegenüber den glänzend organisierten Nationaljudcn stets ins Hintertreffen brachte. Antisemitismus im A. D. B. Der A. D. B.. der Verband der sog. Reformburschenschaften. galt bisher als liberal. Einige der ihm angehörenden Burschenschaften, wie beispielsweise die Nco-Germania in Berlin, haben Juden in großer Zahl als Mitglieder. Gelegentlich eines Streites nun, der sich wegen unserer K. V. Makaria in der Pommerschen Presse erhob, und in deffen Verlauf sich unser Kbr. Ludwig Vogelstein (Lic.. Vit. Mak.) sehr tatkräftig des K. C. angenommen hat (Ostsee-Zeitung v. 10. August 1919). hat ein alter Herr der Greifswalder Burschenschaft im A. D. B. Arminia, der sich kräftig gegen den Vorwurf wehrt, sie sei eine Judcnverbindung, enthüllt, daß es im A. D. B. Verbindungen gibt, die auf einem ganz üblen rassenantisemitischen Standpunkte stehen. Aber laffen wir den Herrn Zahnarzt Ulrich Cordes selber reden (Pommerschc Tagespost v. 30. Juli 1919): „Armmia hat in ihren Satzungen: Die Greifswalder Burschenschaft i. A. D. B. Arminia nimmt jeden reichsdeutschen Studenten auf. Studenten jüdischen Glaubens oder solche, deren Väter noch Juden waren, werden nicht aufgenommen. Diesen Paragraphen hat die Judeninnung Arminia! Er ist vom Bundestag des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes genehmigt und jeder Burschenschaft ihre Stellungnahme freigestellt. Der .jüdisch-christliche Studentenbund' nimmt also nicht einmal getaufte Juden, die sogar in Öen Korps und Landsmannschaften willig Eingang finden! So sieht es aus, Herr Einsender! So sind die Reformburschenschaften, die ,iki erster Linie Juden und getaufte Juden' aufnehmen!" Dann rühmt Herr Cordes der antisemitischen Arminia nach, daß sie weit judcnfeindlicher sei als Korps und wirkliche Burschenschaften: ..Zum Schluffe möchte ich dem Herrn Anonymus Mitteilen, daß er leider in einer Beziehung recht hat und ich persönlich ihm ganz zustimme. .Die Juden tnachen sich auch in der deutschen Studentenschaft breit.' Aber leider können sie es nicht im Greifswalder A. D. B.. deswegen hat sich jetzt im alten, früher judenreinen Gryps die jüdische Verbindung .Makaria' .aufgemacht. Wäre Arminia nicht, dann wäre diese Judenverbindung von den anderen studentischen Vcrbinduugen schon anerkannt worden! Die.jüdischen' Arminen sind gegen die Juden, die .antisemitischen' S. Cer oder D. Ber für die Juden! So steht es in Greifswald. Darauf sollten Sie, sehr geehrter Herr Anonymus. Ihren Blick richten, da liegt das Verderben für die deutsche Studentenschaft." Wir empfehlen diese Bekenntnisse einer schönen Seele sehr dringend den jüdischen Kartellbrüdern des Herrn Ulrich Cordes zur Beachtung! Ein wie wundervolles Gefühl muß es für Herrn Cordes und die nicht wenigen Juden des A D. B. sein, sich beim nächsten Vcrbandstag treu und bieder die Hand zu drücken und sich Herr Kartcll„bruder" zu nennen. Ader Scherz beiseite! Uns erfüllt brennende Scham! Daß Juden sich soweit erniedrigen können, die Kartellbrüder eines Herrn Cordes und seiner Gesinnungsgenossen zu bleiben, ist ein schmachvolles Kapitel in der Geschichte des modernen Judentums. Unsere K. V. Makaria sei bei dieser Gelegenheit noch nachdrücklichst auf die seltsamen Machenschaften hingewiescn, die ihr gegenüber unternommen werden und bei denen die Burschenschaft Arminia eine nicht kleine Rolle zu spielen scheint. Verband der jüdischen Jugendoereine Deutschlands. Aus den Beschlüssen der vierten Hauptversammlung vom 15. und 16. Juni teilen wir die folgenden mit. Besonders zu beachten ist die Aenderung des Tendenzparagraphen im Sinne des Bekenntntffes zum Patriotismus. 1. Der Verband der jüdischen Jugcndvereme Deutschlands macht es seinen Mitgliedern zur heiligen Pflicht, ihre ganze Kraft für den Wiederaufbau des Vaterlandes einzusetzen. Er erwartet, daß jedes seiner Mitglieder nach Maßgabe seines Könnens und innerhalb seines natürlichen Wirkungskreises zur Erzielung und Festigung des