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KC-Blätter · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 89 (sequence 17)
Language
German
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der Thora und nur nach deren Grundsätzen herangebildet werden können. F. G. (Thur., Saxobav.). Meudele Mocher-Sforim (Scholem-Haakew Abramorvitsch). Fischte der Krumme. Ein jüdischer Roman. Deusch von Alexander Eliasberg. 1918. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. Broschiert 6 M., g'e- ' bunden 8 M. „Fischte der Krumme" ist kein Roman im modemen Sinne. Die Handlung ist ganz schlicht und ohne tiefere Konflikte der Seele. Aber dennoch ist es ein wundervolles Buch, aus dem das ganze Wesen und Sehnen des Ghettojuden des Ostens spricht. Nicht redet zu uns der Ostjude, der die Verachtung einer Welt auf seinen gekrümmten Schultern trägt, nicht auch jener, der, in hohe Politik hineingezerrt, das Opfer seiner Freunde wird. Aus Fischke leuchtet das Bild des stillen, anspruchslosen und bescheidenen Ghettobewohners, der den kostbaren Schatz eines warmen fühlenden Herzens in sich trägt und hinter dessen wunderlichem Gebühren und eckigem, oft rauhem und schroffem Wesen die große Seele mit ihrer schlichten, erhabenen Güte sich birgt. Diese Erzählung von der Liebe und den Leiden zweier Krüppel konnte so nur von Abramowitsch, dem Dichter des Ghetto, der mit scharfem Auge in die letzte Falte des jüdischen Hebens hineinschaut, geschrieben werden; sie kann sich auch in dieser Gestalt nur im jüdischen Milieu abspielen. Alle Vorzüge des, Dichters erscheinen in diesem Buche im hellsten Lichte. Die Kunst einer liebevollen plastischen Kleinmalerei paart sich mit einer überlegenen, aber niemals verletzenden Ironie, um Bilder von vollendeter Harmonie zu schaffen. Abramowitsch ist wirklich ein großer Dichter, und es ist freudig zu begrüßen, daß die Welt des Westens, die bisher nicht immer die besten Werke ostjüdischer Dichter kennen gelernt hat — man denke an Scholaum Aschs „Gott der Rache" — durch eine musterhafte Uebersetzung in die Lage kommt, den Wert der ostjüdischen Literatur ebenso zu würdigen wie die sittliche Größe der jüdischen Welt. S. Zemach Jüdische Bauern, Geschichten aus dem neuen Palästina. 1919. R. Löwit Verlag, Wien, Berlin. Broschiert 5 M., gebunden 6 M. Von irgendwelchem künstlerischen Werte sind diese neun Geschichten ganz gewiß nicht; manche — wie beispielsweise „Geisteskrank" — machen sogar einen befremdenden Eindruck Aber interessant sind sie in hohem Maße; berichten sie doch von dem neuen Leben der jüdischen Ansiedler in Palästina, von dem harten Ringen mit dem Boden, der seine Frucht geben soll, von den Kämpfen mit den Arabern, die jedes aufblühende jüdische Werk mit feindlichen Augen betrachten. Man spürt gewiß eine Tendenz aus den Bestrebungen heraus; aber gerade sie gibt dem Buche seinen Wert. Ist es auch kein bedeutendes Dichtwerk, so ist es ein wertvolles; Zeitdokument, das die ungeheure Schwierigkeit der Besiedlung Palästinas ebenso beleuchtet wie den unverwüstlichen Optimismus derer, die das Werk unternommen haben. ' Bei der Redaktion eingegangen: Taufjudentum und Antisemitismus. Von vr. Felix Goldmann, Oppeln. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. 1914. Preis 3 M. Die Zukunft des jüdischen Volkes. Von H. H. van Kol, Mitglied des Holländischen Senats und des Exekutivkomitees des internationalen sozialistischen Bureaus. 1919. - R. Löwit Verlag, Wien und ’ Berlin. Preis 2 M. Eugen Fuchs. Um Deutschtum und Judentum. Gesammelte Reden und Aufsätze. Herausgegeben im Aufträge des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens von Dr. Leo Hirschfeld, Assessor in Berlin. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kaufs-; mann. 1919. Preis 6,60 M. Archiv für jüdische FamUienforschuug, Kunstgeschichte und Museums« esen. 2. Jahrgang, Nr. 4. 5 und 6. Verlag R. Löwit, Wien I, Fleffchmarkt I. Preis 5 M. Hugo Bergmann, Jawne und Jerusalem. Gesammelte Aufsätze. 1919. Jüdischer Verlag, Berlin. Jakob Klatzkin, Probleme des modernen Judentmus. Jüdischer Verlag, Berlin. 1918. Akademische Zeitfrageu. Student und Universität Zwei Vorträge über die Frage: Wie gestaltet der Student Studium und Leben auf der Universität. Von Privatdozenten F. E. Otto Schnitze in Frankfurt a. M. Verlag von Blazek und Bergmann, Buchhandlung, Frankfurt a. M. 1919. Sch. Gorelik. Golus. Zion und Romantik. 1918. Jüdischer Verlag, Berlin. Gewiflensfreiheit und Duldung in der Ansklärungszeit von Jos. Feiner. Leipzig, Verlag von Gustav Engel. 1919. Zur Besprechung werden diese Bücher nur versandt, wenn sie bei der Redaktion ausdrücklich verlangt,werden. Werbandsnachrichten. Thuringia. Die frohen Erwartungen, die wir am Schluß des Zwischensemesters für das Sommersemester gehegt hatten, wurden leider durch den plötzlichen Tod unseres l. Fuchsen Georg Aron, der erst wenige Wochen bei uns aktiv war, und unseres l. A.H. vr. Herbert Zimmt, der noch einen Tag vor seinem Tode floh in unserer Mitte geweilt hatte, schwer getrübt. Wir beklagen den Heimgang beider Bundesbrüder tief. — Das neue Semester erhielt seine äußere Präguntz dadurch, daß wir seit dem 1. Mai 1919 gleich allen übrigen Korporationen Vollcouleur tragen. ES herrscht ein reger, friedensmäßiger Betrieb, wir fechten viel, die ersten Partien sind am 24. Mai gestiegen. Unsere Aktivitas zählt 40 Mann, Keilaussichten sind weiter gut. In die Verbindung wurden ausgenommen: stad. med. Jmbach aus Bernstadt, stad, med. Jonas aus Bromberg, sind. med. Kwilecki aus Breslau, stud. pharm. Lax aus Kattowitz, stad. med. Melis aus Liffa, stad. med. Pilz aus Ostrowo, stad. iar. Stillschweig aus Ostrowo. Aus dem Verbände schieden aus: eand. pharm. David (Saxobav.), Fuchs Manaffe und Kosterlitz, aus der Verbindung a. B. Blocherts (Spreu.). L. K. V. Sprevia beurlaubte ihren a. B. Treitel nach Trier. Kbr. Hermann Lißner (Spreu.) meldete sich hier aktiv, Die definitiven Chargenwahlen ergaben folgendes. Bild: a. B. Epstein X, C. W., a. B. Michaelis XX, C.W., S.W., a. B. Herzberg XXX, 2. S.W., i.a. B.

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