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KC-Blätter · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 84

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Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
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Mich Vas Resultat, daS BreSlau mit seinen 8,7 % erreicht hat, erscheint mir für Breslau nicht hoch genug; eS läßt ' Hch sicherlich auch noch steigern * *). n) Nimmt man den zu fordernden Durchschnitt non acht Studenten im Semester als möglich an und setzt man wie in (Ulm zweiter Absatz) die Verhältnisse an der Universität Berlin und die an der Hochschule Charlotten- .. bürg gleich t), so ergibt sich für die Keilarbeit an der Technischen Hochschule Charlottenburg ein möglicher Semestral- :erfolg von 2,5 Leuten. . In dieser Zahl von 8,5 Leuten stecken aber nach (Id Bemerkungen) noch 12,5.% Mehrbänderleute. Subtrahiert man noch deren Anteil, so bleibt Aussicht auf 2,2 unmittelbar eintretende reichsdeutsche jüdische Studenten. Mithin kann an der Hochschule Charlottenburg eine Korporation existieren, bei der die . Zahl der unmittelbar eintretenden Mitglieder in der Mitte steht zwischen der Zahl der Mitglieder der Viadrina und der der Friburgia-Ghibellinia bzw. Rheno-Silesia;. bei Viadrina, Fxiburgia-Ghibellinia und Rheno-Silesia ist aber in die Mitgliederzahl die Zähl der aktiven Mehrbänderleute eingeschlossen. - Zu einem ähnlichen Resultat-'kommt man noch auf einem anderen Wege: die Berechnung soll ebenfalls hier durchgeführt werden, um zu zeigen, daß meine Behauptungen nicht in der Luft schweben'). o) Vom Gründungssemester der Viadrina (Wintersemester 1903/04) bis Sommersemester 1913 inkl. hatte die Hochschule Darmstadt eine durchschnittliche Besucherzahl von 1371 Swdenten^). Von 1907 bis 1913 hatte Charlottenburg eine durchschnittliche Besucherzahl von 2093 Studenten^). In Darmstadt werden nach If aktiv l bzw. 1,5 Stuoenten pro Semester. Schematisch auf Charlotten- - bürg übertragen gibt das 1,53 bis 2,3 Studenten. Vorbehaltlos ist es nicht statthaft, die Verhältnisse einer Hochschule auf die einer anderen zu übertragen, da der Prozentsatz der reichsdeutschen Juden an den einzelnen .Anstalten sehr verschieden ist. Zahlenmäßig kann ich das wieder nur bei den Universitäten Nachweisen. Während der Prozentsatz der reichsdeutschen jüdischen Studenten zu den andersgläubigen reichsdeutschen Studenten im Jahre 1911/12 auf allen preußischen Universitäten 5,6 war, ist er in Berlin 12,87, in Breslau 9,09, in Bonn 2,34 gewesen. Es zeigt sich hier, wie stark die reichsdeutschen jüdischen Studenten die Großstädte bevorzugen. — Ich habe beim Vergleich der Verhältnisse an den Hochschulen Charlottenburg und Darmstadt den Prozentsatz der oort studierenden reichsdeutschen Juden als gleich angenommen. Das ist er aber sicher nicht. In Charlottenburg studieren sicherlich prozentual viel mehr reichsdeutsche jüdische Studenten als in Darmstadt. Da auch noch hinzukommt, daß Darmstadl im Gegensatz zu Charlottenburg Arbeitshochschule ist — die Tatsache ist wegen des Einflusses auf junge Semester sehr wichtig — so darf auch aus diesem Gesichtspunkt heraus die Forderung nach 2,2 unmittelbar eintretenden reichsdeutschen jüdischen Studenten nicht als übertrieben hoch angesehen werden. Als retardierenden Moment habe ich dabei nicht übersehen, daß die Lust, aktiv zu werden, in Charlottenburg geringer ist als in Darmstadt. 2. München. p) An der Universität München waren vom Gründungssemester der Licaria (Wintersemester 1895/96) bis zum Sommersemester 1913 inkl. durchschnittlich 5415 Studenten immatrikuliert, von denen nach Tabelle II k sechs Mann Licaren wurden. An der technischen Hochschule München waren vom Gründungssemester der Licaria (Wintersemester 1895/96) bis zum Sommersemester 1913 inkl. durchschnittlich 2098 Studenten immatrikulierte Da der Durchschnitt der Besucherzahl seit 1902 aber höher ist als 2098 Studenten, und da die Aussichten berechnet werden sollen, die heute eine energische Keilarbeit zu erringen vermag, so gründe ich meine Berechnung auf die Zahl von 2297 Studenten: das ist der Durchschnitt der Besucherziffern vom Sommersemester 1907 bis Sommersemester 1913 inkl?). Nimmt man an, daß der Prozentsatz der reichsdeutschen jüdischen Studenten auf'Universität und Hochschule gleich groß ist und setzt man auch die sonstigen Verhältnisse gleich, legt man ferner zur Berechnung der Keilaussichten an der Technischen Hochschule den Prozentsatz der im Semesterdurchschnitt in die Licaria einttetenden Studenten der Universität zugrunde, so ergibt sich die Möglichkeit, jedes Semester 2.5 Mann zu gewinnen. Zieht man von diesen 2,5 Leuten wieder bie 12,5% in ihnen steckenden Mehrbänderleute ab, so ist der durchschnittliche . Semesterzuwachs unmittelbar Eintretender auf 2,2 Mann anzunehmen. * Aber ich glaube, daß sich auch in München die Zahl der Leute, die aktiv werden, noch erheblich steigern läßt. Zahlen kann ich für diese Behauptung nicht beibringen; ich bin auf einfache Ueberlegung und Schätzung angewiesen: Wer einmal während der Keilzeit in München war — ich habe sie dort fünfmal mitgemacht — der weiß, wie leichtsinnig dort mit dem Keilmaterial umgegangen wird. Intensiver bearbeitet, werden nur ganz wenig Füchse, an denen meinen Bundesbrüdern aus irgendeinem Grunde sehr viel gelegen ist: Entweder weil die Bettessenden sich auf dem Gebiet der Tendenz besonders interessiert zeigen oder weil sie eine auffallend gute Figur ausmachen, weil sie besonders sympathisch sind oder weil auf ihre Familie großer Wert gelegt wird. Der Rest aber, der wird in Massenbetrieb genommen. Auf einen mehr oder weniger kommt es dabei nicht an. Die Licaria kann sich den Luxus gestatten, so mit ihrem Keilmaterial umzugehen, weil die Leute, die ihr zur Verfügung stehen, so zahlreich sind. Schon jetzt treten in die Licaria so viel krasse Füchse, ein, daß die Korpol) 8® will nicht versäumen, in diesem Zusammenhang auf die schmierigen Verhältnisse von Königsberg hinzuweisen. Die durchschnittliche Anzahl reichsdemscher jüdischer Studenten beträgt dort pro Semesters?. Bei Annahme einer neunsemestrigen Studiendauer kommen jedes Semester sechs neue reichsdeutsche jüdische Studenten nach Königsberg. Um über Wasser zu bleiben, muß demnach m Königsberg — genau wie in Bonn — rin exttem hoher Prozentsatz aktiv werden °) Es ist anzunehmen. daß der Prozentsatz der reichsdeutschen jüdischen Studenten zu denen der reichsdeutschen anders- . . gläubigen Studenten auf Hochschule und Univerfltät gleich ist. So dürfen die BerhälMisse der einen Anstalt ohne weiteres auf die der anderen übertragen werden. < *) Die Berechnung wäre sehr vereinfacht, wenn mir die Zahlen der an den Hochschulen — und übrigens auch an äußerpreußischen Universitären — studierenden reichsdeutschen Juden bekannt geworden wären. Leider habe ich sie ttotz vieler Bemühungen nicht bekommen können. *) Bgi. Tabelle ivr. Für Charlottenburg ist der Durchschnitt von 1907—1913 genommen, weil er geringer ist als der von früher ab. *) Von 1907 ab bleibt der Durchschnitt nahezu völlig konstant; darum lege ich den Durchschnitt von 1907—1913 zugrunde. Im übrigen vgl Tabelle ivt.

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