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KC-Blätter · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 83

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Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 83 (sequence 11)
Language
German
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D meinem Urteil"in D.armstadt und Karlsruhe unmöglich;' der Prozentsatz der Leute, die -in die Viadrina'und Bademcr . eintreten, läßt sich nicht noch mehr steigern.' Ob die verschärfte Keilarbeit, die der-K. C. vornehmen will — wie weit das mir überhaupt unter dem heutigen'Zuständen im K. E. möglich scheint, darüber, folgen weiter unten Auseinandersetzungen — es fertig bringt; mehr junge und. erste Semester auf die Hochschulen in Darmstadt und Karlsruhe zu bringen (hierin liegt daS Hauptproblem!), das bezweifle ich sehr stark. Es ist schon oft-darum gebeten worden, junge Techniker nach Darmstadt zu dirigieren Stets erfolglos bisher. Warum, sollte das jetzt besser werden? Ich glaube also nicht an diese Möglichkeit, Darmstadt und Karlsruhe durch verstärkte Keilarbeit im Reich aufhelfen zu können. Bleibt aber noch eine dritte: Es erscheint mir möglich, durch Gründung von Verbindungen an den Technischen Hochschulen in Charlottenburg und München den Korporationen in Darmstadt und Karlsruhe einen Rückhalt zu schaffen, der ihre Lage günstiger zu gestalten vermag; denn je mehr Techniker in Charlottenburg und München aktiv werden, desto mehr werden einen Teil ihrex Studienzeit in Darmstadt und Karlsruhe verbringen. Allerdings dürfen die kläglichen Resultate, die bisher Sprevia und Licaria an den Technischen Hochschulen gehabt haben (vgl. Tabelle lä uno e), nicht als Ausgangspunkte betrachtet werden, um zu sehen, was intensive Keilarbett doch zu leisten vermag. Welche Aussichten haben Verbindungen an den Technischen Hochschulen Charlottenburg und München? 1. Berlin-Charlottenburg. m) Die durchschnittliche Besucherzahl der Universität Berlin seit dem Gründungssemester der Sprevia (Wintersemester 94/95) bis Sommersemester 1913 inkl. beträgt 67* *25 Studenten pro Semester"). Von diesen werden in^der Sprevia aktiv durchschnittlich 3,1 Studenten pro Semesters. Die durchschnittliche Besucherzahl der Technischen Hochschule Charlottenburg seit Wintersemester 94/95 bis Sommersemester 1913 inkl. beträgt 2400 Studenten (ausschließlich Hörern und Gästen) pro Semesters. Legt man den Prozentsatz der in der Sprevia aktiv werdenden Studenten zugrunde und nimmt man an, daß der Prozentsatz der Techniker, die gewillt sind, aktiv zu werden, gleich groß ist, so ergibt sich die Möglichkeit, im Semester 1,1 Studenten der Technischen Hochschule zu gewinnen. Die durchschnittliche Besucherzahl der Technischen Hochschule Charlottenburg weist für den Zeitraum von 94/95—13 eine höhere Zahl auf als der Durchschnitt von 1907—13; der ist nur 2093 Studenten. Ich will, — um die ungünstigsten Verhältnisse als Basis anzunehmen — die geringere durchschnittliche Besucherzahl der Berechnung' zugrunde legen. Dann läßt sich statt 1,1 nur 1 Student gewinnen"). Der Prozentsatz der bisher in der Sprevia aktiv gewordenen Studenten ist aber außerordentlich gering; er darf nicht die Grundlage bilden, um zu untersuchen', welche Aussichten eine Verbindung an der Technischen Hochschule Charlottenburg hätte. Denn der Prozentsatz der in die Sprevia eintretenden Studenten läßt sich gewaltig steigern. Für diese Behauptung einige Zahlen: «) In Berlin studieren auf der Universität durchschnittlich 840 reichsdeutsche Juden pro Semester"). Bei Annahme einer neunsemestrigen Studiendauer im Durchschnitt kommen jedes Semester 93 neue reichsdeutsche jüdische Studenten auf die Universität*). Nach III w werden von ihnen 3,1 Mann bei den Spreven aktiv, das sind 3,5 % aller dort im Semester neu immatrikulierten reichsdeutschen jüdischen Studenten. /S) In Bonn studieren im Semesterdurchschnitt 65 reichsdeutsche Juden"). Bei Annahme einer durchschnittlichen neunsemestrigen Studiendauer kommen jedes Semester sieben neue reichsdeutsche jüdische Studenten auf die Universität. Nach IIL werden von ihnen bei den Rheno-Silesen drei aktiv, das sind 43% aller dort im Semester neu immatrikulierten reichsdeutschen jüdischen Studenten. ■y) In Breslau studieren im Semesterdurchschnitt 203 reichsdeutsche Juden"). Bei Annahme einer durchschnittlichen neunsemestrigen Studiendauer kommen jedes Semester 23 neue reichsdeutsche jüdische Studenten auf die Universität. Nach II k werden von ihnen bei den Viadrinen-Thuringen zwei aktiv, das sind 8,7% aller dort im Semester neu immatrikulierten reichsdeutschen jüdischen' Studenten. > Verhältnismäßig werden — die Prozentzahlen von «, ß, y untereinander verglichen — in Bonn mehr als zwölfmal so viel, in Breslau fast dreimal so viel reichsdeutsche jüdische Studenten in den dortigen K. C.-Verbmdungen aktiv als in Berlin bei den Spreven. ' . ' Zweifellos wäre es verfehlt, das geradezu fabelhafte Resultat von Bonn in Berlin verlangen zu wollen. Ein so hoher Prozentsatz aktiv werdender Leute ist nur möglich an einem Ort, der außerhalb des Korporationsbetriebs nicht viel Abwechselung bietet. Aber es ist sicherlich keine zu hohe Forderung, wenn man den Standpunkt verficht, daß in Berlin bei Anspannung aller Kräfte der gleiche Prozentsatz erreichbar ist, den heute Breslau aufweist. Das heißt, statt 3,1 müßte die Zahl der in die Sprevia eintretendcn Studenten der Universität 8 sein. Ich verkenne nickt die Schwierigkeiten, die sich dem Aktiowerden in Berlin entgegenstellen. Aber daß in Berlin noch viel zu tun übrig bleibt lehrt ja kraß das Resultat der Keile an der Technischen Hochschule Charlorrenburg. *) .Preußische Statistik. - Statistik der Landesuniversiläten." *)l3ö Mitglieder minus (8 Techniker -f- 9 Tierärzte [f. Abschn. vj) — 118 Mitglieder. 118:38 (Semesteranzahl) — 3,1. *) .Stat. Handbucv f. d. preuß. Staat m und iv* und .Jahrdf. d. Deutiche Reich". *) Nach (ih) bat die Sprevia nur 1/5 dieser Zahl erreicht! «) Durchschnitt der Semel'er 99. 99/00. 02. 02/03, 05, 05/06, <?8. 08/09, 11. 11/12; s. Tabelle IVt. h Da nur die Prozent ahlen untereinander verglichen werden sotten — unter ß unb y folgt ihre Berechnung für Bonn und Breslau — so ist es an und für sich gleichgültig für welche Studiendauer man die Berrchnung (die natürlich für alle Universitäten einheitlich sein muß) anstellt. Denn das Verhältnis untereinander bleibt konstant, ob man länger^ oder kürzere Studiendauer annimmt. Die Annahme einer durchschnittlichen neunsemestrigen Studiendauer ergibt sich als Mittel der in der .Statistik der LandesuntversttSten" durchgefüvrten Berechnung cher durchschnittlichen Studienzeit der Studenten der einzelnen Fakultäten Dabei ist zu berücksichtigen, daß die jüdischen Studenten hauvtsächlich als Juristen und Mediziner, seltener als Philosophen, gar nicht als Theologen, auf den Universitäten sind und daß die durchschnittliche Studienzeit in diesem Verhältnis zu berechnen ist.

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