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KC-Blätter · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 82 (sequence 10)
Language
German
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*’ " /■ ' . > u 3=r T von -anderer Seite ist. ein ähnlicher Versus gemacht worden, d«.für unsere Zwecke sehr lehrreich ist. Seit 1885 arbeitete die preußische Ansiedelungskömmission in Posen daran, deutsche Bauern aus allen Gauen in den Ostmarken anzusiedeln. Hinter ihr stand das 70-Millionenvolk der Deutschen; sie brauchte nicht erst Städter zu Bauern zu erziehen, denn ihre Siedler waren von uraltem Bauernstamm, gehörten zu den tüchttgsten Bauern der Welt, überragten die alteingesessenen polnischen, an deren Platz sie treten sollten, an Körperkraft, Tüchtigkeit und Fachkenntnissen um Himmelshöhe, und brauchten .sich nicht erst in neue Verhältnisse und itr ein neues Klima hineinzuleben; die Kommission hatte zu ihrer Versügung einen unvergleichlichen Apparat von Verwaltungsbeamten, die Macht einer gewaltigen Regierung und die Klinke der Gesetzgebung". Im.Verlaufe von dreißig Jahren hat sie zu Siedelungszwecken über eine Milliarde Mark ausgegeben. Und das Resultat? Bis zum Jahre 1914, also in einem Zeitraum von dreißig Jahren, waren fünfzigtausend Bauern angesiedelt worden! Der Zionismus dagegen verspricht uns, er werde in einem gleichen Zeitraum dreißigmal soviel Juden in Palästina ansiedeln. Bauern werden es wohl nicht sein, denn man kann keine Bauern ansiedeln, wenn man keine hat und erst welche aus Städtern machen muß. Es werden also nur Städter einwandern von denen sich möglicherweise der zehnte Teil der Landwirtschaft zuwenden kann. Für den Rest wird man die Industrie und den Handel, von denen sie sich ernähren sollen, erst schaffen müssen. Es ist auch rätselhaft, woher die dreißig Milliarden Mark kommen sollen, die zum Zwecke der Siedelung nötig sind. Der jüdische Nationalfonds verfügt zwar über bedeutende Einnahmen; allein da der weitaus größte Teil davon auf die Besoldung eines Heeres von Wanderrednern, Agitatoren, Beamten, auf Veranstaltungen von Versammlungen, Bestreitung von Reisekosten der Delegierten, die immer unterwegs waren, Herausgabe von Zeitschriften und Broschüren in allen möglichen Sprachen verausgabt wurde, so konnte er in den 16 Jahren seines Bestehens kaum drei Millionen Mark, also noch nicht den zehntausendstenTeil der erforderlichen Summe zurücklegen. So wenig Aehnlichkeit inbetreff der Mittel die geplante zionistische Kolonisation Palästinas mit dem Werk der Anstedelungskommisston hat, eins haben .sie doch T^ gemeinsam: die Tendenz. - Auch die preußische Ansiedelungskommission verfolgte ein nationales Ziel: sie wollte das Deutschtum in den polnischen Ostmarken stärken. Davor warnten nicht nur die Liberalen,-welche Gegner des nationalen Chauvinismus und der Bismarckschen Polenpolitik waren, sondern auch einsichtige Konservative, indem sie heroorhoben, daß die innere Kolonisation nur den einen Zweck verfolgen dürfe, den KleingruNdbesitz zu stärken, um die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft zu heben und die Volkskraft zu steigern; es handele sich darum, die übermäßig großen Güter zu parzellieren und auf ihnen Bauern anzusiedeln; von der Parzellierung dürfen also auch deutsche Großgüter, und von der Anstedlung auch polnische Bauern nicht ausgeschlossen werden. Aber der Nationalismus behielt die Oberhand. Die Folge war, daß alle ftüher untereinander hadernden Parteien und Klassen unter den Polen sich eng aneinander schlossen und der drohenden Enteignung eine festgefügte Organisation entgegenstellten; es entstand in den breiten Massen der Polen jener fanatische, unversöhnliche Haß gegen alles Preußische und Deutsche, dessen Früchte man jetzt im Osten erntet, und der zu Anfang der 60 er Jahre nur bei einer dünnen Schicht von Adligen ' und Intellektuellen zu finden war. Die für die aufgekauften Güter erhaltenen Summen dienten nur dazu, die wirtschaftliche Position der Polen zu stärken, und da den einwandernden Deutschen das Leben in der Atmosphäre dieses künstlich angefachten Hasses immer unerträglicher wurde, so fingen die alten, seit, Jahrzehnten ansässigen deutschen Siedler an. allmählich abzuwandern, häufig verkauften sie den Boden an Polen, so daß oft mehr deutscher Besitz in polnische Hände überging als umgekehrt. Die deutschen Kaufleute und Handwerker wurden von der polnischen Bevölkerung boykottiert und mußten dem neu sich bildenden polnischen Mittelstand den Platz räumen. Das war die Wirkung der „nationalen" Kolonisation. Diese Tatsachen sollten zum Nachdenken einladen. Sie lassen die Aussichten der Errichtung eines Juden« staates für das jüdische Volk in Palästina nicht gerade in rostgem Licht erscheinen. Palästina wird englisch, das steht fest, ob es jüdisch wird, bleibt sehr, sehr zweifelhaft. Aber alle zionistischen Organisationen haben uns dies unter großem Jubel beteuert, und es gibt zahllose Juden, die daran glauben, wie vor 20 Jahren an den Charter. Wir Juden sind doch ein gläubig Volk! Uever die Wachstnmsbewegungen und Keiktäligkeit einzelner K. G.-Wer- Vindungen, besonders der beiden am Sitz von Hechyischen Kochschulen bestehenden und über die Keilfrage im K. G. im allgemeinen. Eine zum Teil stattstisch durchgeführte Untersuchung bis zum Sommersemester 1918 von Richard Oppenheim (Lic.) osnä. phil. et rer. arch. m. (Fortsetzung.) Die Tabelle He zeigt, wie schwer eS die beiden Verbindungen an den Technischen Hochschulen haben, um zu existieren. Bei einem Durchschnittsbestand von 3—4 bzw. 5—6 Mitgliedern*) können die Chargen nicht einmal getrennt verteilt werden, wenn — wie es ja die Regel sein muß — 50«/, des Bestandes Füchse und Jungburschen sind. Gibt es kein Mittel, die Verhältnisse in der Viadrina und beim Stammtisch Badenia zu bessern? Stärkeres Erfassen des Keilmaterials durch intensivere Werbearbeit in den Hochschulstädten selbst ist nach i) Die K.C.er, die sich in Vtadrinien ihr zweites Band holen, sind da schon elngeschlosien! —..

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