KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Auftreten des D. A. F. (— Deutsch Akademischen Frauenbundes) unbedingt notwendig war, wird. auch unsere Kärtellschwester Edith Peritz nicht bestreiten können. Wir brauchen nicht besonders heroorzuheben, daß wir unsere Mitglieder nicht, daran hindern, sich auch in wirklich paritätischen Vereinen zu betätigen. Inzwischen sind wir vom Rektor der Universität unter Genehmigung unserer Satzungen anerkannt worden. Alle 14 Tage hielten wir Konvent ab. dem meist ein ' kleiner Vortrag mit Diskussion voranging. Unsere Mitglieder beteiligten sich an der Gründung des hiesigen jüdischen Sportverems „Kameraden", der ein Gegengewicht gegen den zionistischen „Blau-Weiß" bilden soll. Dem Zentralverein stellten wir uns zwecks Vorbereitung der Gründung einer akademischen Ortsgruppe auf seinen Wunsch zur Verfügung. Wir besuchten nicht nur Fuchsenstunden und Vortragsabende der „Sprevia", sondern kamen auch mit ihr gesellig zusammen. An dieser Stelle wollen wir der I „Sprevia" für ihre Unterstützung, sowie für die zur allgemeinen Zufriedenheit verlaufenen, gemeinsamen Abende unfern herzlichsten Dank aussprechen. Die Wahlen für die F. C. hatten folgendes Ergebnis: Ilse Goldschmidt, F. C. X, Gerti Jacobi. F. C. X X, S. W-, Irma Nauenberg, F. C. X X X, K. W. Für Sonntag, den 23. Februar 1919 hatten wir die „Sprevia", sowie die neugegrundete K. C.-Verbindung „Silesia" zu einem geselligen Beisammensein im Logenhaus Kleiststraße 10 eingeladen. Zum Schluffe sei in Beantwortung mehrfacher Anfragen noch bemerkt, daß wir die Farben schwarz-weißgelb und den Wahlspruch „k'ortiter in rv, suaviter iu modo" gewählt haben. I. G. U ücher- und Wkätterschau. Von der Breslauer Hochschulrundschau ist im Dezember 1918 ein Sonderheft erschienen, das neben Wissenschaftlichem allgemeiner Natur insbesondere über die Knegsbeteiligung der deutschen Studentenschaft und der Hochschule Auskunft gibt. Die Kriegsbeteiligung der emzelnen Breslauer Korporationen, auch die der Thuringia, ist ausführlich geschildert. Das Heft ist für 1.— M. beim „Breslauer Akademischen Verlag, W. Finsterbusch, Teichstraße 31", zu erhalten. „Die Hochschule", Blätter für akademisches Leben und studentische Arbeit. 2. Jahrgang, Nr. 9 (Dez. 1918), Nr. 10 (Jan. 1919). Furche-Verlag, Berlin. Nr. 9. Die kleine, vorzüglich geleitete Zeitschrift, enthält neben manchem, was schon oft und an vielen andern Orten gesagt wurde, doch immer wieder originelle und wohl verwendbare Vorschläge. Nummer 9 befaßt sich in der Hauptsache mit Berufspolitik und der Lage des akademischen Arbeitsmarktes. Prof. Aloys Fischer- München weist in seinem gleichlautenden Artikel der „Berufsberatung und der Berufspolitik" neue Wege in der Weise, daß künftighin weniger die persönlichen Neigungen des Akademikers als vielmehr das Bedürfnis der Gesellschaft — des Staates—für die Berufspolitik ausschlaggebend sein soll. Die Berufsberatung soll jedoch der Individualität des einzelnen nachgehen und womöglich schon in den oberen Schulklaffen beginnen. — Ohne Beschönigung zeigt Prof. Pinkernell in dem ersten Teile seines Artikels die überaus traurige Lage des akademischen Arbeitsmarktes auf. Nr. 10. Der Grundzug der Nummer 10 ist: Sozialisierung. Der bekannte Sozialist Prof. Wilbrandt- Tübingen will die Sozialisierung der Bildung und damit die Erweckung des Gemeinseins, mit dessen Hilfe allein die Sozialisierung der Wirtschaft erfolgreich durchzuführen sei. — Prof. Knittermeyer ruft nach „Erweckung der Universität", die nur dadurch kommen könne, daß sie getragen werde von der Idee des Sozialismus. Sie muß den wiffenschaftlichen Sozialismus entreißen aus der Hand einiger Parteiagitatoren und damit den Primat, den sie früher hatte und vor dem Kriege zu haben glaubte, wirklich erringen. Ein interessanter Sprechsaal, eine reichhaltige akademische Rundschau, eine gut ausgewählte Bücherschau und verschiedene kleine Mitteilungen vervollständigen den interessanten Inhalt der sehr zu empfehlenden Zeitschrift. Franz Neumann (Sax.-Bav.). Zur Lösung des Palasttnaproblems. Vorschläge für die Friedenskonferenz und den Völkerbund von vr. Alfred Nossig. Wien und Berlin 1919. Die Vorschläge vr. Nosstgs für die Friedenskonferenz und den Völkerbund, die viel Selbstverständliches und schon oft Gesagtes bringen, laffen erkennen: 1. eine für .einen Deutschen geradezu lächerliche Hoffnung auf Englands Gerechtigkeit, die in der zukünftigen Friedenskonferenz „das Selbstbestimmungsrecht" und den „Völkerbund", in den er Palästina natürlich'ausgenommen haben will, durchsetzen soll — wobei man wirklich sicher sein kann, daß so etwas, wie ein jüdischer Staat entstehen wird, der freilich mehr englischen als jüdischen Interessen dienen wird; 2. daß der Verfasser resigniert zugeben muß, daß vorerst doch nur eine englische Kolonie entstehen wird. Er.tröstet sich, daß in 20 Jahren doch vielleicht ein souveräner jüdischer Staat entstehen könne; 3. daß der Verfasser Konflikte mit den Arabern wohl sieht, aber glaubt, mit Hilfe seiner Beredsamkeit die Araber überzeugen zu können, die Einwanderung der Juden sei nur zu ihrem Vorteil; 4. daß man mit dem Schlagwort „Exterritorialisierung der Heiligen Stätten" auch mit dem Vatikan sich auseinandersetzen könne und 5. daß Herr vr. Nossig sich bemüht, die Gegensätze von Orthodoxen, Liberalen und Zionisten möglichst zu verwischen, um möglichst viel Anhänger für seine Ideen, die er ihnen als ebenso selbstverständliche wie als allgemein anerkannte hinstellt, zu gewinnen. Franz Neumann (Sax.-Bav.). Die Sünde wider das Blut von Artur Dinter. — Wolfoerlag, Leipzig. Der Hauptmann d. Res. vr. Artur Dinter hat das deutsche Volk mit einem neuen Buche beschenkt, das ihm endlich die Augen öffnen. soll über die +-j~j- Juden. Es ist in der jetzigen traurigen Zeit immer-verdienstlich, zur Erheiterung seiner Mitmenschen beigetragen zu haben, und dieses Lob will und kann ich Herrn Dinter nicht versagen. Ich glaube aber nicht, daß er dar beabsichtigt