KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 67 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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hat. Jedenfalls ist an Blüten .unfreiwilligen Humors in dem Buche kein Mangel. Der 400 Seiten starke Roman beginnt mit einem Lobhymnus auf den sattsam bekannten „Deutschen" Houston Stewart Chamberlain. Am Schluffe sind 25 Punkte aufgeführt. die aus allen möglichen Zeitungen und Büchern mühsam zusammengeholt sind: Anklagematerial gegen die Juden. Es sind die altbekannten Dinge, die schon hundertmal widerlegt sind und auch zum tausendsten Male heroorgeholt werden werden — wenn die Herren Antisemiten sie brauchen. Sie werden hier in die Lebensgeschichte-des vr. Kämpfer hineingeflochten, eines Menschen, der aus fanatischer Judenfeindschaft sogar einen jüdischen Offizier erschießt wegen eines Verbrechens, das vr. Kämpfer früher einmal selbst begangen hat. Aber bei dem Arier ist das etwas ganz anderes. Diese Lcbensgeschichte wird mit allerlei Beiwerk ausgeschmückt:. Etwas Chemie, etwas Naturgeschichte, etwas Philosophie. Dazu noch eine kräftige Prise Eronk (man kann auch kräftigere Ausdrücke nehmen. Herr Dinter kennt sein Publikum). Das alles gut durcheinandergeschüttelt, und fertig ist dann der antisemitische Roman. Am Ende ist es' dem Verfasser doch etwas zu langweilig geworden und er läßt kurzentschlossen alle Nebenpersonen eines mehr oder weniger gewaltsamen Todes sterben und das war nicht leicht, denn der Geburtshelfer hat während des Stückes gar vielen ins Leben verholfen, teils blondhaarigen Arierkindcrn. teils.schwarzlock gen Judensprößlinqen. um im Stile des Verfassers zu reden. In seinem Nachwort propagiert der Verfasser noch für den Semi-Kürschner, Scmi-Gotha, die Laborate. des Hammers und ähnliches. Also .die Quantität steht hoch über der Qualität der antisemitischen Speisekarte. Die Ausstattung des Buches ist mäßig. Wenn man eine Buchseite mehrere Male herumwendet, dann bricht sie. Das liegt sicher nur am Papier. Hans Scherbel. Bei der Redaktion sind folgende Bücher eingegangen. Sie werden zur Besprechung nur versandt, wenn sie ausdrücklich verlangt werden. Zur Lösung des Palastinaproblems. Vorschläge für die Friedenskonferenz und den Völkerbund von vr. Alfred Nossig. 1919. R. Löwit, Verlag, Wien und Berlin. Preis 1.— M. Krieg, Revolution und Judentum. Rede gehalten im. „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen ... Glaubens" von vr. B. Jakob. Rabbiner m Dortmund. Dortmund 1919. Zu beziehen durch obengenannten Verein, Berlin SW 68, Lindenstraße 18. S. Zemach, Jüdische Bauern. Geschichten aus dem neuen Palästina. 1919. R. Löwit, Verlag, Wien und Berlin. Preis vrosch. 5.— Dt-, geb. 6.— M. Mendele Mocher-Sforim (Scholem-Jaakew Abramowilsch) Fischte, Der Krumme. Ein jüdischer Roman. Deutsch von Alexander Eliasberg. 1918. R. Löwit, Verlag, Wien und Berlin. Preis broschl 6.— M., geb. 8.— M. Die parteipolitischen Neubildungen in Deutschland und die Juden. Stenographischer Bericht über einen Erörterungsabend 'des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands und seiner BerlinerOrtsgruppe, des Jüdischen Jugendbundes Berlin E- V^ am 18. Dezember 1918 zu Berlin. Herausgegeben vom Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Berlin 0 2, Burgstraße 26. Verlag von Louis Lamm, Berlin 1919. Das verschlossene Buch. Jüdische Märchen von Irma Singer. Mit einem Nachwort von Max Brod und vier Textbildern von Agathe Löwe, 1918. R Löwit, Verlag, Wien und Berlin- Preis geb. 5.— M. Friedenspflichten der Nationen. Vier Preisarbeiten von Felix Halle, Max Seber, Alfred Feilchcnfeld, Paula Messer-Platz. Herausgegebcn von der Moritz- Mannheimer-Stifrung der Großloge für Deutschland. Verlag Friedrich Andreas Perthes A.-G., Gotha. Konstantin Brunner, „Der Judenhaß und die Juden". 1918. Oestcrheld & Co., Berlin W 15. „Nach den Pogromen" von Ckaim Nachman Bialik. Aus dem Hebräischen von Abraham Schwadron. 1919. R. Löwit. Verlag. Wien-Berlin. Preis 2.—Kr. (Der Reinertrag ist für die Waisen der Pogromopfer bestimmt.) * vr. Siegfried Bernfeld: „Das jüdische Volk und seine Jugend." 1919. R. Löwit, Verlag. Wien und Berlin. Spenden für die K. G.-Kasse. Frau Helene Drector. Königsberg, anläßlich des Todestages des verstorbenen Referen- . dars Paul Speier (Thur.).10.— M. Rechtsanwalt Wolff, Oppeln ..... 50.— „ Fritz Katz (Thur.), Erlös der amerikanischen Auktion einer bestrickenden Stricknadel . 25.— „ Manfred Ganz, Herford.. 20.— „ Gesammelt bei der Generalversammlung des Landesverbandes oberschlestscher K. C-er 52.— „ vr. Fritz Strauß, Karlsruhe. Ter neucrwachte Karlsruher K. C -Abend eröffnet seine Tätigkeit und empfiehlt sich den Kartellbrüdern. Die Sammlung ergab: vr. Fritz Strauß 10.— M., Paula Strauß 3.— M, vr. Jakob Marx 10.— M., Henni Marx3.—M .vr Ludwig Kander 10.—M., Marrha Kander 3.— M., vr. Nachmann 10.—M. Friedel Nachmann 3.— M., vr. L. Liebmann 10.— M. Vom Stammtisch Zu übertragen 157.— M. Uebertrag 157.— M. Badenia: Bär 3.— M., Dreifuß 2.— M-, Baum 3.— M-, Else Weil 3.— M., Kurt Feist 3.— M , Mayer 3.— M., Odenwald 3.— M. -----.84.— „ vr. Georg Krotschiner (Bad-Lic.) .... 50.— „ Kouleurdamen der Friburgia, Königsberg durch Hanna Hirsch. 3.35 „ Ernst Fulda, Mainz. 6.— „ Sanitätsrat vr. Feilchenfeld. Cbarlottenburg, für Zusendung der K. C.-Blätter . . . 10.— „ Fritz Weile (Bav.) ..13.— ,, Gesammelt durch Herrn Max Mair, Heidelberg, bei einer Versteigerung anläßlich einer Einladung unter der Heidelberger Philisterschaft.. . . . 49.55 „ Fräulein Erni Salinger, Prenzlau.... 3.— „ Erwin Jaffe May.) und Frau Carry danken recht herzlich für alle lieben Glückwünsche zu ihrer Vermählung . ... . . . -. 50.— „ Zu überrragen 425.90 M.